Uganda: Das Fahrrad macht's möglich

Radeln zur Ernährungssicherung

Wie sollen landwirtschaftliche Berater*innen 4.850 Kleinbäuer*innen regelmäßig erreichen, wenn sie in Pandemiezeiten maximal fünf Personen gleichzeitig besuchen dürfen? Die Idee: Modellfarmer*innen werden zu Gemeindetrainer*innen – das Fahrrad zum Katalysator.

Im Green Light Forum organisieren sich 13 erfahrene Partnerorganisationen der Zukunftsstiftung Entwicklung. Im laufenden Projekt zu organischem Landbau arbeiten fünf dieser Organisationen mit 4.850 marginalisierten Kleinbauernfamilien zusammen und schulen sie in nachhaltigen Methoden zu Erhalt und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität und zur Ertragssteigerung.
Dieses großangelegte Vorhaben verbessert die Lebensgrundlagen der Familien und schafft Widerstandskraft gegen den fortschreitenden Klimawandel.

Angepasste Projektarbeit in Zeiten von Corona
Da seit Beginn der Corona-Pandemie keine Gruppenschulungen mehr erlaubt sind, haben Modellfarmer*innen einen Teil der Schulungsarbeit auf dem Feld übernommen. Sie wurden von ihren Gemeinden ausgewählt und erhielten eine zusätzliche Ausbildung, um die Bäuer*innen auf ihren kleinen Höfen individuell beraten zu können. Neben Techniken des organischen Landbaus lehren sie auch zu den Themen Wassermanagement, Tierzucht und –haltung, Saatguterhalt, Wiederaufforstung, Biodiversität und Vermarktung.

Vor der Pandemie dienten ausgewählte Bauernhöfe als zentrale Treffpunkte, zu denen die Gruppenmitglieder an fest vereinbarten Tagen zumeist zu Fuß gelangten. Für die Bäuer*innen ist es unerschwinglich, öffentliche Verkehrsmittel, besonders die weit verbreiteten Motorradtaxis, zu nutzen. Zu Beginn der Pandemie 2020 wurden sie erst ganz verboten, inzwischen sind sie eingeschränkt wieder zugelassen. Folge dessen sind enorme Preissteigerungen im gesamten öffentlich zugänglichen Verkehr.

Die Mobilisierung der Gemeindetrainer*innen
So ist es auch unbezahlbar, dass Gemeindetrainer*innen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Orten ihrer Einsätze fahren. Zu Fuß können an einem Tag jedoch viel zu wenig Farmen erreicht werden. Da kommt das Fahrrad ins Spiel.

Fahrräder sind ein einfaches Mittel, um die Begleitung effizienter zu gestalten
Besonders engagierte Gemeindetrainer*innen, die bereit sind, auch außerhalb ihrer eigenen Gemeinde Kleinbäuer*innen zu schulen, wurden von den Mitarbeiter*innen des Green Light Forums ausgewählt. Sie sollen mit Fahrrädern ausgestattet werden. Pro Gemeindetrainer*in sollen so mindestens drei bis vier Kleinbäuer*innen pro Tag erreicht werden. 30 Fahrräder konnte das Green Light Forum schon vergeben. Gerne würden wir rund 200 Gemeindetrainer*innen mit Rädern ausstatten.
Die derzeitige Schulungsphase ist bis Ende 2022 geplant. Als Anerkennung ihres Engagements sollen die Fahrräder nach erfolgreichem Abschluss in den Besitz der Gemeindetrainer*innen übergehen. Als günstiges und schnelles Transportmittel gewinnen die Fahrräder im Projektgebiet auch jenseits der Schulungseinsätze an Bedeutung – zum Beispiel für den Transport der Ernten zum Markt.

Ein einfaches Rad ohne Gangschaltung für die flachen Gegenden kostet 107 Euro. Ein Mountainbike mit Gangschaltung 166 Euro. Für zwei Mund-Nasen-Masken und Reparaturkosten im ersten Jahr rechnen unsere Partner jeweils 30 Euro dazu.

Bildunterschriften:

1. Ehrenamtlich arbeitende Gemeindetrainer*innen erhalten ihre „Diensträder“.
2. Proscovia Nyanka, Präsidentin von GLFU, bei der Übergabe eines Fahrrads.


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