Argentinien: Samenfestes Saatgut anbieten

Zukunft sichern: Samenfestes Saatgut

Das Angebot an samenfestem, lokal angepasstem Saatgut ist in Argentinien begrenzt. Hybride und genetisch manipulierte Sorten verdrängen sie. Nun gibt es Alternativen.

Alex Edleson lernte bei Kultursaat und der Lebensgemeinschaft Bingenheim in Deutschland. Dann entschied er sich, nach Argentinien zu gehen und dort sein züchterisches Wissen umzusetzen. 2018 gru?ndete er Constelación und setzt sich seither dafu?r ein, mithilfe eines Netzwerkes von Bäuer*innen in verschiedenen Teilen des Landes samenfestes und biologisches Saatgut zu ziehen und für den Markt anzubieten.

Dieses Jahr weitete Constelación ihr Netzwerk auf 15 weitere Höfe aus, die insgesamt 81 Sorten anbauten. Von ihnen wurden 63 erfolgreich geerntet, die (neben Büchern, Samen-Kits, organischem Dünger und Präparaten) zum Kauf angeboten werden. Neu hinzugekommen sind im Jahr 2021 auch Gründünger und bienenfreundliches Grünfutter in Kombination mit einer Bienenschutzkampagne. Constelación plant, jedes Jahr 30 Prozent mehr Sorten anzubieten.

Momentan ist Constelación noch an den argentinischen Demeterverband (AABDA) angegliedert und befindet sich auf dem Weg von einer rein gemeinnützigen Organisation hin zu einer stärker gewerblich ausgerichteten Unternehmung; Perspektive ist die Umwandlung in eine Kooperative. Im November 2021 werden sie neue Räumlichkeiten beziehen, die die Möglichkeit für ein Labor zur besseren Samenkontrolle, ein größeres Lager und insgesamt mehr Platz für das wachsende Team bieten. Auch die digitale Präsenz unter www.constelacionsemillas.com wird weiter ausgebaut. Das Ziel ist, Qualität und Vielfalt des Saatguts weiter zu erhöhen, wozu die Kapazitäten der beteiligten Bäuer*innen ausgebaut werden müssen.
Auf diesem Weg zu einer tragfähigen Kooperative benötigt Constelación finanzielle Unterstützung für Laborgeräte, die zur Qualitätssicherung des Saatguts eingesetzt werden.

Eine Saatgutreinigungsmaschine kostet ca. 13.000 Euro, eine Saatgutmischmaschine und ein Samentrockner jeweils ca. 1.400 Euro, die Raummiete für Labor sowie Aufbewahrung und Verpackung der Samen belaufen sich auf ca. 350 Euro monatlich.

Bildunterschrift:

1. Alex Edleson (re. vor Kopf des Tisches) ist der Pionier in der Züchtung samenfesten Saatguts in Argentinien. Hier bei einer Schulung zur Selektion von Tomatensaaten.


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