April 2019: 100.000 Menschen betroffen

Sturm verursacht verheerende Zerstörungen in Nepal

Nothilfeaufruf für Partner im Süden Nepals

UPDATE: Die erste Katastrophenhilfe in den betroffenen Gebieten ist bereits abgeschlossen. Zuvor reiste ein Team der Women´s Foundation nach Kailia, einem Ort in der Provinz Bara, der vom Sturm besonders hart getroffen wurde. Mithilfe der bisher gesammelten Spenden in Höhe von 5.000€ konnten vor Ort insgesamt 512 Familien unterstützt werden. Auf Wunsch der betroffenen Frauen enthielten die Hilfspakete u.a. Saris, Hygieneartikel, Schultaschen und Schreibutensilien für die Kinder.  

Weitgehend unbeachtet von deutschen Medien ist in der Nacht zum vergangenen Montag (1. April) ein Sturm mit 90 km/h Windstärke über die südnepalesischen Bezirke Parsa und Bara hinweggefegt. Er riss Häuser und Bäume mit sich und beraubte innerhalb weniger Minuten die EinwohnerInnen ihrer ohnehin wenigen Habseligkeiten. Ersten Schätzungen zufolge fielen 31 Menschen dem Sturm zum Opfer, mehr als 500 Verletzte wurden allein in den ersten Stunden in die lokalen Krankenhäuser gebracht und insgesamt 100.000 Menschen sind von den Sturmfolgen betroffen.

Zwar sind regenreiche Stürme in den Frühlingsmonaten in Nepal nichts Ungewöhnliches. Doch in seiner Schlagkraft traf der Sturm vom vergangenem Sonntagabend die Menschen völlig unvorbereitet, - die meisten von ihnen im Schlaf: Es waren vor allem einstürzende Dächer, Häuserwände und Strommasten, entwurzelte Bäume oder fliegende Fahrzeuge, die menschliche Opfer forderten. 

Infrastruktur wurde zerstört, viele EinwohnerInnen verloren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlagen. Die lokalen Krankenhäuser stießen durch die Aufnahme hunderter Verletzter unmittelbar an ihre Kapazitätsgrenzen und meldeten Versorgungsengpässe mit Blutkonserven. Nur wenige lebensgefährlich Verletzte konnten bisher in die über 100 Kilometer entfernt gelegene Hauptstadt Katmandu gebracht werden.

Nepal wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, so etwa vom schweren Erdbeben im Himalaya im April und Mai 2015. Doch trotz eines 2017 eingeführten Gesetzes zum Katastrophenmanagement sind die nepalesischen Behörden weit davon entfernt, auf die aktuelle Notlage umgehend, koordiniert und mit der notwendigen Ausstattung zu reagieren. Polizeieinheiten, Nothelfer und politische VerantwortungsträgerInnen versuchen, in der Region Unterstützung zu leisten; viele Freiwillige meldeten sich für eine Blutspende. Zugleich gibt es aus vielen Ortschaften die Meldung, dass sie bisher keine externe Hilfe erreicht habe.

Aufgrund dieser Notlage wandte sich unsere Partnerorganisation The Women‘s Foundation mit Sitz in Katmandu, mit der wir seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, mit einem dringenden Hilfegesuch an uns. 

Die Women‘s Foundation ist als größte Frauenorganisation Nepals in zahlreichen Regionen präsent. Auch dank ihrer guten Vernetzung ist sie aus dem Stand in der Lage, um 1.000 Familien in den betroffenen Regionen mit den vordringlichsten Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.