Ghana: Drei Ziele und ein unwiderstehliches Angebot

Moringa – zum Lernen, Leben und für das Einkommen

Eine organische Farm für Moringa-Anbau, eine Berufsausbildung für Jugendliche und junge Erwachsene und der Erhalt von Regenwald kommen zusammen.

2001 gründete die ehemalige Waldorflehrerin Edith de Vos die Baobab Children Foundation. 2005 entstand die Baobab-Schule als integrative Berufsschule für Handwerk und Kunsthandwerk. Sie liegt westlich von Cape Coast in Richtung Kisi, in einer Gegend, in der die Häuser halb zerfallen sind und in der die meisten Menschen sehr arm sind und von der Hand in den Mund leben.
Das Schulgelände mutet wie eine grüne Oase an. Es gibt mehrere offene Werkstätten, das Schulgebäude, Unterkünfte für Jungen und Mädchen, eine traditionelle Schulküche und eine gut ausgestattete Lehrküche. Dazu kommen ein Haus für Freiwillige, ein Kiosk aus recycelten Flaschen, ein Biogarten, Solaranlagen, Solarwasserpumpen, Regenwasserreservoire und eigenes Trinkwasser dank einer Osmose-Filteranlage, die Wasser aus einem gebohrten Brunnen filtert. In dieser frischen Atmosphäre fühlen sich alle wohl; die Schüler*innen und Lehrer*innen, die Angestellten und auch die Besucher*innen. Rund 100 sozial benachteiligte Jugendliche, auch mit körperlichen Einschränkungen, werden hier unterrichtet und ausgebildet.

Moringa und Berufsausbildung
Nun möchte die Baobab Children Foundation einen nächsten Schritt gehen und eine eigene Moringafarm aufbauen, die biozertifiziert werden soll, um solargetrocknete Moringablätter in Ghana und auch international zu verkaufen. Das Land, das sie für 50 Jahre pachten können, haben sie inzwischen gefunden. Es liegt nicht weit von der Berufsschule entfernt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Cape Coast gut zu erreichen. Es hat ein natürliches Wasserauffangbecken und grenzt an ein vier Hektar großes Regenwaldgrundstück. Baobab möchte den kleinen Regenwald erhalten und auf dem 10,5 Hektar großen Grundstück die Schulungsfarm errichten, deren Herzstück der Anbau von Moringa sein soll.
Edith de Vos schreibt zur Farm: „Dieses Land ist einmalig im Vergleich zu allem, was wir an anderen Orten gesehen haben. Durch den nahegelegenen Regenwald gibt es dort Wasser und es regnet mehr als da, wo der Regenwald abgeholzt wurde. Das ist in Zeiten des Klimawandels existenziell wichtig. Wir wollen diesen kleinen Restregenwald in Zusammenarbeit mit Ghana Forestry erhalten und vor der Abholzung schützen. Ein Bann des Ältesten des Gebietes würde verhindern, dass dort weiter Bäume gefällt werden und gejagt wird. In dem Wald gibt es Alligatoren, Affen und sehr viele verschiedene Vogelarten. Die wollen wir erhalten. Wir möchten weitere Baumarten pflanzen, die nicht mehr in diesem Wald vorhanden sind und so die Biodiversität stärken. Ghana Forestry hat den Wald geprüft und will uns 200 Setzlinge verschiedener Arten zur Verfügung stellen. Unter anderem sind folgende Bäume vom Aussterben bedroht: Rosenbaum, Mahagoni, ghanaischer Maulbeerbaum, afrikanische Walnuss oder der Seidenbaumwollbaum. An der Waldgrenze werden wir auch Bambus für unseren eigenen Bedarf in der Möbelherstellung pflanzen.“

Moringabäume können so gepflanzt werden, dass andere Feldfrüchte neben und unter ihnen gedeihen, also in Mischkultur. Zurzeit pflanzt Baobab Soja, Süßkartoffeln, Ingwer, Kurkuma, Passionsfrucht und Bohnen. Moringaprodukte sind sehr gefragt, wobei ihre Herstellung einfach ist und relativ wenig Infrastruktur und Ausstattung benötigt. So können Produktions- und Vertriebsketten aufgebaut werden, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Lernfeld und auch ein zukünftiges Berufsfeld erschließen.
Es braucht Investitionen für die Anlage eines solarbetriebenen Brunnens, eine solarbetriebene Trocknungsanlage für die Blätter, Räume zur Verarbeitung mit einfachem Gerät, ein Gerätelager sowie einen Büroraum und zwei Schulungsräume. Für rund 30 Jugendliche im Jahr will Baobab organische Landwirtschaft und Moringa-Anbau und -Verarbeitung als Wahlfach in die Berufschullaufbahn aufnehmen und Theorie und Praxis vermitteln. Schließlich sollen durch den nationalen wie internationalen Verkauf von Moringaprodukten sowohl die Baobab-Schule als auch ihre beruflichen Ausbildungsgänge langfristig finanziell abgesichert werden.

Für den Aufbau dieser Infrastruktur sind insgesamt ca. 130.500 Euro notwendig. Der größte Teil der Kosten entsteht für die Gebäude, wie die Unterkunft der Auszubildenden und des Personals (ca. 37.000 Euro bzw. 13.500 Euro), die Produktionsstätte und die Unterrichtsräume (ca. 29.000 Euro bzw. 17.500 Euro) sowie eine ausgestattete lokale Küche und die sanitären Anlagen (je 7.350 Euro). Da die Energie aus Solarstrom gewonnen werden soll, kommen die notwendige Installation der Solaranlagen der Gebäude (ca. 10.150 Euro), eine Solartrockenanlage (ca. 1.000 Euro) und eine Solarpumpe (8.000 Euro) hinzu. Für die Bohrung eines Brunnens, als Grundvoraussetzung für den Betrieb der Farm, sind weitere 2.830 Euro veranschlagt.

Bildunterschirften:
1. Die Jugendlichen erlernen, wie eine Baumschule aufgebaut wird und welche Baumsorten zu welchem Zweck angepflanzt werden.
2. Moringa sieht unscheinbar aus, entfaltet jedoch große Wirkung.
3. Anzuchtbeete mit den vorbereiteten Moringasetzlingen, die auf dem neuen Gelände ausgepflanzt werden sollen.


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