Soziales Unternehmertum

Mit Bio- und Fair Trade-Zertifizierung die Armut in ländlichen Gebieten Simbabwes überwinden!

Simbabwe war noch vor zwei Jahrzehnten die Kornkammer des südlichen Afrikas - heute ist es das Land mit einer der geringsten Lebenserwartungsraten weltweit. Die Leistungen im Gesundheits- und Erziehungssektor sind von früher erreichten Standards weit entfernt. Es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit (über 50%). Die Infrastruktur verfällt zusehends. Hinzu kommen häufige Dürreperioden. Mehr als ein Viertel der ca. 12 Mio. Simbabwer*innen sind - auch aus politischen Gründen - nach Südafrika, andere Nachbarländer oder auch nach Europa geflüchtet. Ohne die ständige internationale Nahrungsmittelhilfe stellten Hunger und Unterernährung noch weitaus gravierendere Probleme dar. Dieser Tendenz begegnet  das Fair Trade Support Network Zimbabwe (FSNZ).

Die Gründung von KAITE-Trust und KAITE-ZIM e.V.

Im März 2007 wurde in Simbabwe der KAITE-Trust als gemeinnützige Stiftung gegründet; Sitz ist die Hauptstadt Harare. Der KAITE-Trust qualifizierte die sich beteiligenden Kleinbäuerinnen und -bauern, die sich dazu verpflichteten, einen Teil ihres Landes nach Kriterien des organischen Landbaus zu bewirtschaften. Gleichzeitig befähigte der KAITE-Trust die Bauern durch die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten zur maßgeblichen Mitwirkung bei der sozialen Entwicklung ihres Landes und ihres Gemeinwesens. Außerdem unterstützte der Trust ein kleines Tagesbetreuungszentrum für Waisen. Als deutsches Pendant wurde im November 2007 in Berlin der gemeinnützige Verein KAITE - Verein zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Zimbabwe e.V., kurz: KAITE-ZIM e.V., gegründet.

Förderung der Bio- und Fair Trade-Zertifizierung / Fair Trade Support Network Zimbabwe (FSNZ)

Die vom KAITE-Trust unterstützten Aktivitäten in Gebieten für organischen Landbau und im Rahmen von Wildpflanzensammlungen befinden sich in ländlichen Regionen Simbabwes, wo die Böden eine unzureichende Qualität aufweisen und niedrige Regenmengen ernte- und damit existenzbedrohend sind. Die Richtlinien für fairen Handel erfordern, dass sich die kleinbäuerlichen Produzent*innen in Erzeugergemeinschaften zusammen schließen – der Trust unterstützte sie dabei durch Schulungen und Stellung der anfänglichen Grundausstattung. In 2013/14 durchliefen ca. 1.000 Sammler*innen von Baobab in den Regionen Chimanimani und Chipinge sowie ProduzentInnen von Rosella (Hibiskus) in Binga dieses Programm. Diese Gruppen von SammlerInnen schlossen ihre Erzeugerorganisationen zum Fair Trade Support Network Zimbabwe (FSNZ) zusammen. Die Einführung energiesparender Herde (bislang in über 200 Haushalten) sowie die Unterhaltung eines Tagesbetreuungszentrums für ca. 25 -30 Waisen in Kambuzuma, einem Vorort von Harare, das auch Verpflegung, Gesundheitsversorgung und Betreuung bei Schulaufgaben bereit stellt sowie die obligatorischen Schulgebühren und die Kosten für die zwingend vorgeschriebenen Uniformen übernimmt, sind weitere Beispiele für die Aktivitäten.

Dieses Fair Trade Support Network (FSNZ), dem bislang 11 bäuerliche Erzeugerorganisationen angehören, ist seit April 2017 der neue (gemeinnützige) Vertragspartner des deutschen Vereins KAITE-ZIM e.V. Aus organisatorischen und finanziellen Gründen hatte der KAITE-Trust seine Tätigkeit im gleichen Zug eingestellt, das Restvermögen an FSNZ übertragen und sich aufgelöst. Es ist gelungen, die entwicklungspolitische Expertise auf FSNZ zu übertragen.

Die Bio- und Fair Trade-Zertifizierung ermöglicht es Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Landlosen in peripheren, ländlichen Räumen die Armutsschwelle nachhaltig zu überwinden (Hilfe zur Selbsthilfe). Der Verein KAITE-ZIM e.V. ist von diesem Ansatz überzeugt und deshalb darum bemüht, für die Zertifizierung weiterer Produkte in anderen Regionen Simbabwes öffentliche Fördergelder zu erhalten. Ein Problem dabei ist, dass es eine Projektförderung in der Regel nur für konkrete, klar definierte Ziele, also Investitionsvorhaben gibt, während z.B. die zum Betrieb des Waisenzentrums erforderlichen ‚laufenden Ausgaben‘ nicht bezuschusst werden. Darüber hinaus wird für solche Projekte von Gebern zumeist eine Eigenleistung (von ca. 15 %) verlangt, für die wir auf Spenden angewiesen sind. 

KAITE-ZIM e.V. freut sich über neue Mitglieder, die sich der Förderung des ökologischen Landbaus und der nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände der Kleinbäuerinnen und -bauern in Simbabwe verpflichtet fühlen und dies durch ihren jährlichen Mitgliedsbeitrag sowie Spenden unterstützen wollen.

Die Höhe des jährlichen Mitgliedsbeitrags ist jedem einzelnen Mitglied freigestellt. Wer sich überdies aktiv an der Vereinsarbeit beteiligen will, ist ebenfalls herzlich willkommen; dazu gehört übrigens auch Öffentlichkeitsarbeit zur Spendensammlung! Viele Mitglieder verfügen über einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen und bringen diese ehrenamtlich ein. Mindestens einmal im Jahr findet einer Mitgliederversammlung statt. Für jedes Kalenderjahr liegen Jahresberichte vor, die gerne eingesehen werden können. Die Gemeinnützigkeit wird seit der Vereinsgründung bestätigt; die Freistellung von Körperschafts- und Gewerbesteuer liegt vor. Dank der Kooperation mit der Zukunftsstiftung Entwicklung gibt es nur minimale Verwaltungskosten (5,41% in 2016). Die Spendengelder kommen direkt unserem Vertragspartner, dem Fair Trade Support Network in Simbabwe zugute.

Bildunterschriften:
1. Im Tagesbetreuungszentrum bei Harare werden 25-30 Waisen betreut und versorgt.
2. Kleinbäuerinnen und -bauern auf ihren Chili Feldern bei Makoni
3. Kleinbäuerin auf dem Feld