PERU: THERAPIEZENTRUM FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Wir brauchen einen Ort

Selbst in den armen Vierteln Limas steigen die Mieten rasant. Dreimal musste unsere Partnerorganisation Aynimundo in den letzten Jahren umziehen. Ein eigenes Zentrum könnte finanzierbaren Arbeitsraum bieten.

Vor 15 Jahren gründete die Architektin und praktische Sozialarbeiterin Verónica Rondón Aynimundo. Inzwischen erreicht die Organisation mit ihren 20 Mitarbeiterinnen jährlich rund 5.624 Menschen in den südlichen Armenvierteln Limas. Aynimundo baut unter anderem mit den Slumbewohnern/-innen Kindergärten, Schulen und Infrastruktur wie Stützmauern, Treppen, dezentrale Abwassereinheiten, bildet Lehrer/innen in gewaltfreier, kreativer Pädagogik aus (aula democrática); begleitet junge Menschen in die selbstständige Unternehmerschaft und bietet Therapien für Menschen mit Behinderung.

Die Menschen kommen überwiegend aus den vier limenischen Armenvierteln Chorrillos, Villa María del Triunfo, Villa el Salvador und San Juan de Miraflores. Stets mietete Aynimundo Büros und erhielt von Kirchen oder Schulen die Möglichkeit, zeitweise deren Räume zu nutzen. Über die Jahre wuchs die Nachfrage nach den Angeboten – genauso wie die Mieten. Im kommenden März 2017 läuft der derzeitige Vertrag aus. Zwar war Aynimundo ein längerer Mietzeitraum signalisiert worden, weswegen die Organisation auch in das Haus investierte, doch die perspektivisch verlangten Summen sind nicht mehr bezahlbar. Jetzt muss Aynimundo innerhalb weniger Jahre zum dritten Mal die Koffer packen. Daraus entstand die Idee des Aufbaus eines eigenen Therapiezentrums.

Organischer, nachhaltiger Bau

Leider stiegen nicht nur die Mieten in Peru rasant, sondern auch die Kosten für Land, was einen Kauf ebenso unbezahlbar machte.  Dann kam eine andere gemeinnützige Organisation zur Hilfe. Die Asociación Benífica Pro Niño ist bereit, Aynimundo in einem Erbpachtvertrag für dreißig Jahre 1.000 Quadratmeter auf einem ungenutzten Gelände abzutreten. Auf diesem Gelände soll das neue Therapiezentrum einschließlich kleiner Büroräume entstehen. Die Pläne dafür erarbeitet die erfahrene Architektin Verónica Rondón mit ihrem Team natürlich selbstständig. Es soll ein organischer, nachhaltiger, lichtdurchfluteter Bau werden. Und Verónica Rondón freut besonders, dass das Gelände so zentral liegt, dass es leicht von den vier Armenvierteln aus erreicht werden kann.

Zurzeit betreut Aynimundo monatlich 150 Menschen mit Behinderung – in Zukunft könnten es dank der neuen Räumlichkeiten bis zu 250 sein. Der Bau des Gebäudes wird rund 525.000 Euro kosten. 75 Prozent der erforderlichen Summe möchten wir über einen Antrag an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanzieren. 25 Prozent, also 131.200 Euro, müssen aus Spenden aufgebracht werden. Pro Person, die von Aynimundo erreicht wird, sind dies rund 23 Euro.

Bildunterschriften:
1.Bislang existieren nur die Pläne für das neue Zentrum, doch Verónica Rondón, Architektin und unermüdliche Sozialarbeiterin, ergreift auch diese Herausforderung.
2.Wegweisend: Dieses Gelände wird Aynimundo für das neue Therapiezentrum zur Verfügung gestellt.