PERU: GEMEINDEKÜCHE IM SLUM

Nur gemeinsam füllt sich der Mittagstisch

Eine Küche - der Ort für Gemeinschaftsbildung, Ernährung und Hygiene – ermöglicht 150 Familien täglich eine warme Mahlzeit und formt konstruktiv das soziale Leben im Slum.

140 Kilometer nördlich von der peruanischen Hauptstadt Lima liegt die Gemeinde Huaura. Es ist eine wüstenartige und arme Region Perus, in der rund 31.000 Menschen zumeist in überdachten Lehmhütten oder Behausungen aus Wellpappe leben. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Den Bewohner*innen fehlt es an Einkommen, aber auch an Wissen, um sich ausgewogen zu ernähren. Die Folge: Die Kinder sind unterernährt oder weisen schwerwiegende Mangelerscheinungen auf. Dazu kommen unzureichende Hygiene und in der Folge zahlreiche Erkrankungen.

Rund 150 Frauen aus Huara wollen dies gemeinsam mit Alma Cápac, einer Partnerorganisation der Zukunftsstiftung Entwicklung, ändern. Der Schlüssel dazu ist der Aufbau einer Gemeindeküche. Verfügt die Gruppe über ein Küchengebäude, erhält sie von der peruanischen Regierung Reis, Öl und Fischkonserven. 

Täglich werden von allen beteiligten Familien pro Essen 1.20 Soles (34 Cent) eingesammelt. Mit diesem Geld wird Gemüse und Obst gekauft und dann gemeinsam gekocht und gegessen. Kurse zur Eigenorganisation, Ernährung und Hygiene begleiten die Arbeit. Der Bau erfolgt in Kombination mit Schulungen, damit alle Beteiligten im Anschluss an das Projekt ihre eigenen Behausungen selbstständig verbessern können.Ähnliche Gemeindeküchenprojekte in Slums von Lima zeigten: Unter- und Mangelernährung werden überwunden. Die Gemeindeküchen werden zudem zu Orten für neue, gemeinschaftliche unternehmerische Initiativen.

Für den Bau der Gemeindeküche sind einschließlich der Schulungen zu Maurer- und Klempnerarbeiten sowie für die Ausstattung 48.800 Euro notwendig. Pro Familie sind es einmalig 325 Euro.

Bildunterschriften:
1. Die Präsidentin einer Küche präsentiert das Stammbuch mit allen Mitgliedern, die zum Erhalt beitragen.
2. Eine Küche entsteht in Schulungs- und Gemeinschaftsarbeit, damit die erlernten Techniken im eigenen Hausbau eingesetzt werden können.
3. Einige Mitglieder der ersten Stunde von Huaura- sie hoffen auf ihre Küche und bessere Ernährung.