Peru: Integrale Slumentwicklung

Kleinunternehmen im Slum - ein Kiosk als Start

Aynimundo fördert Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg aus der Armut.

Marie Casimiro von unserem Projektpartner Aynimundo gründete vor drei Jahren den „Beratungskreis für Unter- nehmer/innen“. Immer wieder waren ihr bei ihrer Arbeit in den verschiedenen Slumvierteln, in denen Aynimundo tätig ist, Menschen begegnet, die ihrer Meinung nach die Fähigkeit hatten, selbstständig unternehmerisch tätig zu werden, aber denen es an Kapital und spezifischem Wissen mangelte.

Und familiäre Verpflichtungen machten es ihnen außerdem unmöglich, irgendwie selbstständig Einkommen zu erwirtschaften. So zum Beispiel Nelly Llamoca aus dem Viertel Villa María del Triunfo, alleinerziehende Mutter eines Jungen mit Behinderung, der viel Aufmerksamkeit benötigt.  Mit ihrem Kind ist es ihr unmöglich, täglich einer festen Tätigkeit in engem Zeitrahmen nachzugehen. Auch hat sie keinen Ort, wo ihr Sohn gut aufgehoben wäre. In Gesprächen mit Marie Casimiro wurde deutlich, dass Frau Llamoca gerne mit Menschen in Kontakt ist und gut verkaufen kann. Doch ein ambulantes Verkaufen in Bussen oder auf der Straße, dem viele Menschen aus den Slums der Hauptstadt nachgehen, ist mit ihrem Jungen ebenso wenig möglich.

Durch gemeinsames Nachdenken im Beratungskreis für Unternehmer/ innen entstand die Idee: Die Architekten von Aynimundo bauten einen einfachen, sicheren und optisch ansprechenden Kiosk. Nelly Llamoca verhandelte, unterstützt von Marie Casimiro, mit der Viertelverwaltung, um den Kiosk aufstellen zu können.

Der gewählte zentrale Platz in Villa María del Triunfo bietet viel Kundschaft, da sich in unmittelbarer Nähe zwei Schulen und auch eine Kirche befinden. Frau Llamoca erhielt von Aynimundo eine Förderung, um einen Kurs in Einnahmen- und Ausgabenrechnung machen zu können und einen kleinen Startkredit für die Erstausstattung des Kiosks. Und inzwischen läuft der Verkauf erfolgreich.

Der Kiosk ist dabei weiterhin Eigentum von Aynimundo und wird Frau Llamoca zur Verfügung gestellt (Nießbrauch). Die leitende Idee ist, dass Frau Llamoca die Sicherheit haben soll, den gestellten Raum als den Eigenen anzusehen, solange sie sich kümmert und das Unternehmen ordentlich führt.  Andernfalls würde der Kiosk an eine andere Person in ähnlichen Umständen vergeben.

Für die Förderung der Kleinunternehmen benötigt Aynimundo jährlich rund 10.000 €. Hierfür bitten wir um Spenden.

 

Bildunterschriften:
1.Der Kiosk sichert ihr Einkommen: Nelly Llamoca, die erste Kioskbesitzerin.
2. Marie Casimiro von Aynimundo, Nelly Llamoca und ihr Sohn im hübschen und praktischen Kiosk.