Nepal: Aus den Tiefen des Pflanzenfarbtopfs

Neue, ökologische Farben für segensreiche Textilien

Nepal ereilte das gleiche Schicksal wie viele Länder dieser Welt: Die Entdeckung der Teerfarben vor 160 Jahren besiegelte den Untergang der Jahrtausende alten Tradition der Färberei mit Pflanzen. Das will die Women’s Foundation in ihrer Textil- und Schalproduktion nun ändern.

Auch bei der Women’s Foundation färben die Weberinnen und Knüpferinnen Garne oder Webstücke mit chemischen Farben. Ihre Arbeit und der Verkauf ihrer Produkte unterhält sie dabei nicht nur selbst, sondern auch die Frauen und Kinder im Frauenhaus der Women’s Foundation.Und so verbindet Renu Sharma, die Präsidentin der Women’s Foundation, verschiedene Ziele mit der Einführung der Pflanzenfärberei im eigenen Produktionsbetrieb: „Wir hoffen, neue Designs entwickeln zu können und damit auch neue Abnehmer*innen zu finden. Außerdem machen sich einige Frauen,  die  bei uns im Frauenhaus Zuflucht gesucht haben, nach einiger Zeit selbstständig. Wenn sie als Weberinnen arbeiten, kann ihnen das Pflanzenfärben helfen, im nepalesischen Markt eine Nische für ihre Produkte zu finden.“Die Pflanzenfärberei ist aber nicht nur eine uralte Handwerkskunst, sie ist auch gerade in der heutigen Zeit eine ökologische Technik zur Herstellung von traumhaften und beständigen Farben. In der Women’s Foundation erinnert man sich wieder dieser alten Tradition und möchte für die Zukunft eine neue, internationale Produktlinie ausschließlich pflanzengefärbt erarbeiten. Damit sollen neue Märkte erschlossen und somit wieder weitere Arbeitsplätze gesichert werden.Um diese Pläne umsetzen zu können, erhält die Women´s Foundation Unterstützung durch Dieter  Kaiser und Christa Laiß, ihres Zeichens hocherfahrene Pflanzenfärber, denn in Nepal sind keine mehr zu finden. Erfolgreich etablierten Dieter Kaiser und Christa Leiß das Färben mit Pflanzen bei unseren Partnern in den Hochanden von Peru. Jetzt sind sie bereit,die Frauen der Women´s Foundation zu schulen und gemeinsam mit den Frauen die Werkstätten der Women´s Foundation so auszurüsten, dass die Pflanzenfärberei starten und gelingen kann.

 Die ersten Schulungen beginnen in einem dreiwöchigen Ausbildungs- block im März 2020. Die Weberinnen erlernen das Beizen von Wolle, Kashmir und Seide sowie die wichtige Auswahl der Pflanzen und deren Handhabung. Letztendlich ist es das Ziel, aus dieser Gruppe drei bis fünf besonders geeignete Frauen auszuwählen und so weit auszubilden, dass sie in der Lage sind, die Werkstatt eigenständig zu führen und das Wissen an weitere Frauen weiterzugeben.

Renu Sharma: „Wir werden dann nicht nur wunderschöne, sondern auch durch und durch umweltfreundliche Schals haben, deren Erlöse wiederum segensreich für unsere Frauen und Kinder wirken.“

Für die Schulungen der Frauen, Equipment und die Pflanzenfarben sind rund 7.640 Euro nötig.

Bildunterschriften:
1. Weberinnen beim Färben in der Werkstatt der Women‘s Foundation
2. In aufwändiger Handarbeit werden die Stoffe bemalt.