KENIA: AIDSWAISEN

Ein Zuhause für YARD

Die Kinderrechtsorganisation Youth Action for Rural Development (YARD), braucht ein eigenes Zuhause für ihre erfolgreiche Arbeit mit Aidswaisen.

Gatanga ist ein Distrikt in Zentralkenia mit rund 164.000 Bewohner*innen auf 587,20 Quadratkilometern Land. Über grüne, sanft gewellte Hügelketten ziehen sich Tee-, Kaffeeplantagen und riesige Blumengewächshäuser. Einige Investoren stammen aus Kenia, überwiegend sind es jedoch internationale Unternehmen. Tausende Arbeiter*innen arbeiten in Gatanga, dazu kommen Saisonkräfte. Sie wohnen in kleinen Straßendörfern mit winzigen Parzellen oder Baracken auf den Plantagen. Aufgrund harter Bedingungen, schlechter Bezahlung sowie hoher Gesundheitsbelastungen durch Schädlingsbekämpfungsmittel halten die Menschen nur wenige Jahre auf den Plantagen durch. In Gatanga, wie auch in anderen Gebieten dieser Erde, wo es eine hohe Fluktuation von Menschen gibt und Saisonarbeit unter harten Bedingungen stattfindet, ist die Verbreitungsrate von HIV/Aids sehr hoch. Es gibt Aufklärungskampagnen. Die kenianische Regierung schreibt Nichtregierungsorganisationen die HIV/Aids-Aufklärung als ein kontinuierliches Projektbetätigungsfeld vor – auch wenn dies noch nichts über die Qualität der Schulungen sagt. Kondome werden in Aktionen verteilt und sind in kleinen Kiosken erhältlich. Und dennoch: Wenn Armut mit einer Infizierung von HIV/Aids einhergeht, haben die Menschen eine vergleichsweise kurze Lebensspanne. Zurück bleiben die Kinder.

Sebastian Maina, selbst Kind einer Teepflückerin, der sich mühsam und mit viel Einsatz eine Bildungskarriere erarbeitete, kümmert sich mit seiner Organisation Youth Action for Rural Development (YARD), um diese Kinder. Dazu baute Sebastian ein Netzwerk von Bäuerinnen und auch einigen Bauern auf, die die Kinder als Pflegekinder annehmen. Sie werden im organischen Landbau geschult, um ihre Ernährungslage zu verbessern, erlernen, wie man Wassertanks baut, um die Wasserversorgung zu sichern, und halten Hühner oder auch Ziegen. Auf dieser Grundlage gelingt es den Familien dann, Aidswaisen bei sich aufzunehmen. Dadurch können wiederum die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Hatten die Eltern kleinen Landbesitz, so gehen die Eigentumsrechte auf die Kinder über. Diese sozialen Netzwerke sind das einzige relevante lebenslange „Sozialversicherungssystem“, auf das die Kinder zählen können.

Sebastian Maina und YARD sorgen zudem dafür, dass die Kinder zur Schule gehen, statten sie mit notwendigen Schulmaterialien und -uniformen aus, vertreten sie vor Behörden und sorgen für ihre medizinische Betreuung. An zehn Schulen, die von den Kindern und Jugendlichen besucht werden, organisiert YARD sogenannte Umweltclubs, mit Aktivitäten wie Baumpflanzungen, organischem Gemüseanbau, aber auch „psychosoziale Unterstützungstage“, um die Stigmatisierung mit der die HIV/Aidsinfizierung einhergeht, zu überwinden. Etwa 300 Kinder und Jugendliche begleitet YARD zurzeit. Den Kindern Halt, Schulbildung und eine Zukunftsperspektive zu vermitteln, ist die einzige Möglichkeit, um den Zirkel aus Armut, früher Verheiratung, Kinderarbeit und Alkoholismus zu durchbrechen.

Bislang verfügte YARD über ein Büro in Mabanda, einer kleinen Ortschaft in Gatanga. Mietpreise wie auch Landpreise steigen jedoch rasant, da ein großer Highway die Hauptstadt Nairobi, die etwa 80 Kilometer südlich liegt, einfacher erreichbar werden lässt. Um dauerhaft Kosten zu reduzieren und die wichtige Arbeit zu sichern, muss YARD einen eigenen Standort erwerben. So würde YARD gerne ein Grundstück von rund 6.000 Quadratmetern kaufen, auf dem ein einfaches Haus steht. Es wäre die Grundlage für ein eigenes Büro und Schulungsräume. Das Land kostet insgesamt 150.000 Euro. 25.000 Euro davon will YARD über einen Kredit selbst finanzieren, der langfristig rückzahlbar ist. Weitere 100.000 Euro werden Stiftungen aus Kanada bzw. England tragen. 25.000 Euro müssen über Spendenmittel finanziert werden, für die wir um Unterstützung bitten. Pro gefördertem Kind entspricht diese Summe einem einmaligen Beitrag von 83 Euro.

Bildunterschriften: Dieses Haus mit nebenstehendem Grundstück soll das Hauptquartier von YARD werden, um die Arbeit mit Aidswaisen sichern zu können.