Nothilfe für NAZO – Hilfe für afghanische Frauen

Die Machtübernahme der Taliban versetzt viele Menschen in Afghanistan in große Angst. Sie weckt Erinnerungen an eine schreckliche Zeit. Dies gilt insbesondere für Frauen und Mädchen aber auch Afghanen, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten für ein freies und demokratisches Afghanistan einsetzten.

Unsere Partner*innen von „NAZO Deutschland – Hilfe für Afghanische Frauen e.V.“ und „Afghan Luminous Sun - NAZO Professional Education Center (ALS)“ setzen sich seit 2003 für die Ausbildung von Frauen und Mädchen ein. Aufgrund der Machtübernahme durch die Taliban ist es derzeit ungewiss, inwiefern sie ihre Ausbildungsarbeit fortsetzen können.

Sabihullah Mudschahid, der Sprecher der Taliban, der die erste Pressekonferenz in Kabul nach der Machtübernahme durchführte, beteuerte, Rache würde ausgeschlossen. Auch äußerte er, Frauen dürften weiterhin zur Schule und zur Arbeit gehen. Doch bei unseren Partnerorganisationen treffen diese Beteuerungen aufgrund der Geschichte nicht auf Vertrauen.

Viele der Frauen und Mädchen – auch diejenigen aus den Ausbildungszentren von ALS/NAZO - fürchten sich, aktuell das Haus zu verlassen. Nicht einmal, um Lebensmittel zu kaufen, gehen sie vor die Tür. Viele Familien haben aktuell kein Einkommen mehr und müssen – wenn vorhanden – von Erspartem leben. Doch aufgrund der prekären ökonomischen Lage in Afghanistan haben die wenigsten Menschen Erspartes. Viele fliehen innerhalb des Landes oder an die weitgehend verschlossenen Außengrenzen.
Um die Frauen und Mädchen, aber auch vertriebene Familien, in dieser unsicheren Situation zu unterstützen, möchten die Schwestervereine Lebensmittelpakete und im Einzelfall Bargeld zur Verfügung stellen, um so zumindest akut die Notsituation zu lindern.

Ein Lebensmittelpaket soll 35kg Reis, 5 Kg Bohnen, 5kg Öl, 5kg Zucker und 5 kg Datteln enthalten und eine sechsköpfige Familie einen Monat lang versorgen. Vertrauenspersonen der Schwestervereine sollen sich in Kabul um die Beschaffung und Verteilung vor Ort kümmern. Ziel ist, so viele Menschen wie möglich in kurzer Zeit zu erreichen. Da sich die Entwicklungen vor Ort stetig ändern, können sich auch die Inhalte des Hilfspaket an erreichbare Lebensmittel anpassen.

Es ist eine kleinteilige Hilfe, die nachbarschaftlich organisiert ist, da strukturelle Unterstützung in der derzeitigen Lage kaum umzusetzen ist. Dennoch ist es uns wichtig, zu dieser Hilfe aufzurufen. Einmal, um ein Zeichen für dieses kriegsgeschüttelte Land zu setzen; dann, weil es uns ein Anliegen ist, diese Frauen, die sich über Jahre für ein menschenfreundliches Afghanistan eingesetzt haben, nicht im Stich zu lassen.

Ein Lebensmittelpaket für eine sechsköpfige Familie kostet rund 50 Euro.

Wir danken für Ihr Mitgefühl,  Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!

Bildunterschrift: Rund 400 Frauen haben durch die Ausbildung zur Schneiderin oder zur Teppichknüpferin heute ein Einkommen.