Peru: Wasser, Wind und Bäume

Wiederaufforstung, Wasser- management und Ausbildung in organischem Landbau für Bergbäuer*innen

Die Organisation ACICA unterstützt Bergbäuerinnen und -bauern aus zwölf Gemeinden der Provinz Cajamarca in den Hochanden im Norden Perus bei der Aufforstung, der Verbesserung der Wasserspeicherung und Bewässerung, dem Erlernen organischer Landbaumethoden sowie der wesensgemäßen Tierhaltung.

Lang und mühsam sind die Wege in die Hochanden. Unbefestigte Pisten führen die kahlen Hänge hinauf, vereinzelt sind Gehöfte zu sehen, der Wind pfeift zwischen den Gipfeln. Seit Generationen leben die Bergbauern hier ein abgeschiedenes, karges, eng mit der Natur verbundenes Leben. Wenn Victor Acosta, der Direktor von ACICA, die Menschen auf Dorfversammlungen nach ihrem größten Problem befragt, so lautet die Antwort stets: „Uns fehlt es an Wasser“.

Ursachen für den Wassermangel sind einerseits im Klimawandel zu sehen, der sich im Andenhochland durch unregelmäßigere, und teilweise weniger ergiebigere Regenperioden, steigende Durchschnittstemperaturen, versiegende Quellen und Bodenerosion bemerkbar macht. Andererseits ging über die Abwanderung jüngerer Generationen das traditionelle Wissen zu nachhaltigem Wassermanagement, Landbau und Viehzucht in Teilen verloren.

Daher unterstützt ACICA die Menschen aus diesen zwölf Gemeinden bei der (Wieder-)Aufforstung ihres eigenen und Gemeindelands. Schnell wachsende Bäume, die genügsam sind und auch auf einer Höhe von 4.000m und auf kargen Böden überleben können, werden bevorzugt gepflanzt. Dies sind Zypressen und Kiefern, Erle und Holunder sowie Quinual, aber auch Eukalyptus, weil er schnell wächst und wichtiges Bau- und Feuerholz liefert. In den niedriger gelegenen Tälern gedeihen auch Obstbäume bei entsprechender Pflege gut.

Durch das Aufforsten wird der Boden vor fortschreitender Erosion geschützt und das schnelle Abfließen des kostbaren Regenwassers verhindert.
Parallel zur Aufforstung haben die Gemeinden begonnen, ihre Wasserversorgung zu verbessern. Bei Quellen und in natürlichen Senken legen sie Zisternen an. An flachen Stellen graben sie Löcher, die sie mit robusten, wasserdichten Planen auskleiden. Über Ablaufrohre wird das Wasser, das sich dort sammelt, zu öffentlichen Wasserstellen geleitet, zu denen Menschen und Tiere Zugang haben, oder aber direkt zu den anliegenden Feldern. Für jede Investition in Infrastruktur erbringen die Beteiligten auch jeweils eigene Beiträge, etwa durch Baumaterialien und Arbeitskraft, - ein Grundprinzip der Arbeit von ACICA.

Um traditionelles Wissen wieder zur Geltung zu bringen und mit neuen Erkenntnissen und Methoden anzureichern, führen landwirtschafltiche Berater von ACICA zwei Mal im Monat in jeder Gemeinde Schulungen im organischen Landbau und artgerechter Tierhaltung durch. Auf den Feldern der Bauern und Bäuerinnen wird eingeübt, wie die Bodenfruchtbarkeit gesteigert, das einheimische Saatgut erhalten und landwirtschafltiche Produkte diversifiziert werden können. Auch Bodenbearbeitungs- und Bewässerungstechniken sowie die Herstellung und Verwendung natürlicher Insektizide und Pestizide stehen auf dem Programm.

Die Menschen nutzen die Schulungen auch, um ihre zahlreichen Fragen loszuwerden: Welches Futter benötigen meine Schafe? Wie kann ich meine Schweine vor Erkältung schützen, wenn eine Kaltfront über die Andenhänge zieht? Wie erkenne ich ein entzündetes Euter? Was ist bei Parasitenbefall zu tun?

Über drei Jahre (2019-2021) wird diese Arbeit mit ca. 2.300 Menschen aus zwölf Hochlandgemeinden in Cajamarca mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu 75% gefördert, wenn die Zukunftsstiftung Entwicklung die weiteren 25% aus Spendenmitteln finanziert.

Bildunterschriften:

1. Cañapata liegt auf 2.800 Meter Höhe in den Anden. Deutlich ist die Abholzung der Hügel sichtbar
2. Ein neu konstruierter Regenwasserspeicher
3. Ausbildung für Kleinbäuer*innen in Quinuamayo