Ein Saatgut- und Schulungszentrum für Hoima

Elterninitiative für Ernährungssicherheit

Seit 2010 arbeitet die Landschule „Golden Treasure“ bei Hoima mit den Eltern ihrer Schüler*innen zu organischem Landbau, um die Lebensverhältnisse in der Gemeinde zu verändern. Um diese Arbeit langfristig zu gewährleisten, ist nun ist in der Nachbarschaft der Schule ein Saatgut- und Schulungszentrum durch die „Golden Treasure Community Organization“ aufgebaut worden.

Eigentlich war Matta Ally Mathematiklehrer an der Golden Treasure School. Doch schon vor Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für organischen und biodynamischen Landbau. Erst unterrichtete er nur seine Schülerinnen und Schüler, dann kamen auch die Eltern dazu. Heute ist er Vollzeit für das Training von Erwachsenen im Einsatz. 2013 gründete er dazu GOTCO, eine Organisation, die sich der Ausbildung von Kleinbäuer*innen im organischen Landbau verschrieben hat. Unterstützt wird er von weiteren Gemeindetrainern und einem Saatguttechniker. Matta Ally erzählt: „Heute verfügen die Familien über viel mehr technisches und praktisches Wissen zum Landbau. Sie leben nicht mehr in der Misere. Sie konnten ihre Ernährungssituation verbessern, ein wenig Einkommen erzielen. Durch das Kompostieren wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert und die Erträge steigen. Die Kleinbauernfamilien mit wenig Land bauen Gemüse in Säcken an oder haben damit begonnen, Pilze zu züchten. Bienenhaltung ist heute weit verbreitet – auch um Einkommen zu erzielen. Heute schützen die Kleinbäuer*innen auch viel stärker die Umwelt. Die Vielfalt ihrer angebauten Feldfrüchte macht sie etwas unabhängiger von widrigen Wetterlagen.“

Raum für die gemeinsame Arbeit

Wenn nicht auf ihren kleinen Feldern unterrichtet wurde, trafen sich die Eltern früher in der Schule zum Unterricht. Allerdings war dies nur während der Ferienzeit möglich. Jetzt hat GOTCO ein Schulungszentrum errichtet. Hier lagert auch das gemeinschaftliche Saatgut. Eigenes, lokal angepasstes Saatgut und samenfeste Sorten zu erhalten, das ist ein zentrales Ziel der Gemeinschaft. Dieses eigene Saatgut, gerade wenn kaum Geld da ist, um Saatgut zu kaufen, sichert das Überleben.Schulabsolvent*innen und Schüler*innen, die vor dem Grundschulabschluss die Schule verlassen, haben im Schulungszentrum die Möglichkeit, Saatgutzucht, die Veredelung von Pflanzen und das theoretische Wissen zum organischen Landbau zu erlernen. Außerdem nutzt GOTCO das Zentrum als Ort, um armen Menschen aus der Umgebung Rat und Orientierung in Bezug auf Saatgut, Ernährung und Anbauplanung zu geben. Durch kleine Ausbildungsbeiträge wird zum laufenden Unterhalt des Zentrums beigetragen. Außerdem sind zwei Pensionsgästezimmer für Besucher/innen aus dem In- und Ausland vorgesehen. Durch die Vermietung des Schulungsraumes, zum Beispiel für Familienfeste, können Einnahmen erzielt werden. Für diese Nutzung fehlt es dem Zentrum allerdings noch an Ausstattung. 

Blick in die Zukunft

Durch zahlreiche Spenden wurde es möglich, das Saatgut- und Schulungszentrum Ende 2016 baulich fertig zu stellen. Matta Ally und seine Mitstreiter haben das Zentrum unter das Motto „Ernährungssicherheit, Einkommen und Vermarktung“ gestellt. Dieses Motto markiert drei Schritte in der Ausbildungstätigkeit für die Kleinbäuer*innen der Umgebung: Der erste, Ernährungssicherheit, soll u.a. mit dem organischen Anbau von Bananen (Koch- und Obstbananen), Cassava, Bohnen, Mais, Sorghum und Kartoffeln gesichert werden. Kleine Zusatzeinkommen können im nächsten Schritt durch den Verkauf von Gemüse und Früchten, Hühnern und Eiern erzielt werden. Schließlich unterstützt GOTCO die Kleinbauerngruppen bei der Vermarktung von Ananas, Pilzen, Reis, Kakao, Honig, Klein- und Großvieh im regionalen Handel. Damit diese Schritte in der Ausbildung im Schulungszentrum behandelt werden können, muss die umgebende Schulfarm weiter ausgebaut werden. Bisher ist nur sehr begrenzt Platz. Ein Nachbargrundstück steht zum Verkauf und würde genug Platz für weitere Anbauflächen und Nebengebäude bieten. Dieses Land kostet umgerechnet ca. 5.200 Euro.Weitere zum Verkauf stehende Flächen, einige Kilometer außerhalb gelegen, könnten als Anbaufläche für organische Produkte zur Einkommensgenerierung für das Zentrum dienen. Denn langfristig soll es ja von Spenden unabhängig funktionieren. Die möglichen Flächen sind zwischen vier und acht Hektar groß und kosten 15.000 bis 30.000 Euro. Eine Investition, bei der es darum geht, das Fortbestehen des Zentrums langfristig zu sichern.

Für den Auf- und Ausbau der Schulungsfarm und für die Ausstattung des Zentrums benötigen wir Ihre Unterstützung.

 

Bildunterschriften:
1. Matta Ally und Schüler*innen
2. Das neue Saatgut- und Schulungszentrum
3. Mitarbeiter des Zentrums vor einem Solartrockner