Biodynamische Landwirtschaftsschule

Berufsziel: Berater/-in für Biobauern

Im südindischen Tamil Nadu fördert die Schule für organischen und biodynamischen Landbau in einer zweijährigen Ausbildungsphase junge Menschen und schafft ihnen auf diese Weise eine berufliche Perspektive. Das Ausbildungsprogramm soll weiter ausgebaut werden.

In Indien nimmt die Fruchtbarkeit der Böden durch den Einsatz von Agrochemikalien ab, zeitgleich schreitet die Wüstenbildung voran. Das führt hier, in einem der Länder mit der jüngsten Bevölkerung, zu großer Landflucht in die rasant wachsenden Städte.
Aus diesen Problemlagen ergibt sich der dringende Bedarf, junge Menschen gut auszubilden, ihnen spezielle Anbautechniken zu vermitteln und im Bereich des Landmanagements durch die biodynamische Landwirtschaft ein Einkommen zu ermöglichen.

Die 2012 eingerichtete Ausbildungsstätte in Tamil Nadu fördert die Verbreitung biodynamischer und organischer Landwirtschaft in der Region. Die tamilische Organisation Inba Seva Sangam (ISS) unterstütze das Vorhaben zum Aufbau einer Ausbildungsstätte von Anfang an und stellte der Initiative sowohl ein leer stehendes Gebäude als auch 100 Hektar ungenutztes Land zur Verfügung. Beides liegt zentral in Tamil Nadu, 40 Kilometer von der Stadt Dindigul entfernt. Der Lehrplan der biodynamischen Landwirtschaftsschule umfasst sechs Studienzyklen von je zwölf Wochen, in denen sowohl theoretisches als auch praktisches Rüstzeug für organische und biodynamische Landwirtschaft vermittelt wird.

Zusätzlich besuchen die Auszubildenden in einer vierwöchigen Praxis-Phase andere biodynamische und organische Farmen. Unterrichtssprachen sind Tamil und Englisch. Auch Betriebswirtschaft und Computernutzung werden gelehrt. Das Ausbildungsprogramm orientiert sich an den Lebensbedingungen indischer Bauern – morgens um 6.00 Uhr geht es los, sechs Studien- und Arbeitstage umfasst die Woche. Nach erfolgreichem Abschluss des Programms haben die jungen Menschen, die zumeist aus schwierigen sozialen und finanziellen Verhältnissen kommen, eine praktische Arbeitsperspektive und setzen sich durch ihre Tätigkeit zugleich für eine nachhaltige Form der Landwirtschaft ein.

Mittlerweile bietet die Schule ein Fortgeschrittenenzertifikat im Bereich der biodynamischen Landwirtschaft an. Die ersten Absolventen bilden bereits in den Dörfern Tamil Nadus KleinbäuerInnen aus, damit sich diese eine würdige Lebensperspektive auf dem Land erarbeiten können. Seit der Gründung 2012 konnte die Schule in den letzten vier Jahren insgesamt zwei Jahrgänge mit 19 Studierenden erfolgreich fördern.
Langfristiges Ziel des Programms ist es, über einen unabhängigen Wohn- und Schulungscampus für 100 Personen zu verfügen.

Dieses Vorhaben soll in mehreren Schritten erreicht werden. Zunächst ist es notwendig, weitere Sanitäreinrichtungen einzurichten, die biodynamischen Vorbereitungslagerschuppen auszubauen und eine kleine Werkstatt für die Lehre zu den landwirtschaftlichen Geräten des Betriebs zu errichten. Hierfür werden rund 35.000 Euro gebraucht. Danach ist ein Erweiterungsbau mit Wohn- und Lehrräumen notwendig. Benötigt werden für diesen rund 130.000 Euro.

Zur Förderung eines Auszubildenden sind pro Jahr rund 2.540 Euro notwendig.

 

Bildunterschriften:
1. Aufbau der Kompostanlage. Die Grundlage für die Bodenfruchtbarkeit.
2. Initiator Jakes Jayakaran (2.v.r.) lehrt auf dem Feld, hier die Pflanzenanzucht.