Green Light Revolution

Sauberes Trinkwasser durch Quellenschutz

Unsere Partnerorganisationen des Green-Light-Bündnisses haben in den letzten drei Jahren 15 natürliche Quellen im ländlichen Uganda eingefasst und damit sauberes Trinkwasser für über 3.750 Menschen bereitgestellt. Das Erfolgskonzept soll nun in 25 weitere Dörfer getragen werden.

24 Millionen Menschen in Uganda leben ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser. Besonders in den ländlichen Gebieten sind lange Wege zur nächsten Wasserquelle und häufige Erkrankungen durch unsauberes Wasser Alltag. So auch in Buwogole. Das kleine Dorf liegt in Ngogwe Subcounty in Zentraluganda. Die rund 500 Bewohner*innen des Ortes hatten bis ins letzte Jahr kein eigenes Trinkwasser. Eine natürliche Quelle lieferte zwar Wasser für Haushalte, zum Waschen und für etwas Bewässerung der Küchengärten, war aber nicht als Trinkwasser geeignet. Um das zu bekommen, mussten die Frauen und Kinder des Dorfes am Brunnen des Nachbarortes anstehen. Nach der Schule bildeten sich dort lange Schlangen. Oft kamen die Kinder ohne Wasser wieder, um rechtzeitig vor der Dunkelheit den langen Weg nach Hause anzutreten. Immer wieder nutzten sie doch das unsaubere Wasser aus der Quelle des eigenen Dorfes. „Das ging nicht immer gut“, berichtet Charles Kiyimba, Vorsitzender des Wasserkomitees von Buwogole. „Es war ja nur ein kleiner Tümpel, an dem das Quellwasser aus dem Boden trat. Wenn es regnete, sammelte sich dort das ablaufende Wasser von der Straße und den Feldern. Selbst die Tiere wurden davon krank.“

Anfang 2018 änderte sich die Situation im Dorf. Unsere Partnerorganisation Youth Action for Rural Development (YARD), Mitglied des Green-Light-Bündnisses Uganda, wählte gemeinsam mit der lokalen Wasserbehörde und den Gemeindemitgliedern die Quelle in Buwongole für eine Quellschutzmaßnahme aus. Denn die Wasserqualität ist – wenn vor Verunreinigung geschützt – hervorragend. YARD besprach das Vorgehen mit der Gemeinde: Die Organisation stellte Baumaterial zur Verfügung, die Dorfbewohner*innen verpflichteten sich, lokal verfügbares Material und ihre Arbeitskraft einzusetzen.

Der Bereich um die Quelle wurde ausgehoben, Steine und Sand als natürliche Filter aufgefüllt, anschließend ein befestigtes Becken und ein doppelter Ausfluss für das gefilterte Wasser geschaffen. So können die Menschen das Wasser hygienisch in ihre Kanister fließen lassen. Um vor Tieren zu schützen, wurde die Quelle weiträumig eingezäunt. Unterhalb des Quellpunktes wurde ein Becken als Tränke für Wild- und Haustiere geschaffen. Die Gemeindemitglieder wählten ein Wasserkomitee aus fünf Vertreter*innen. Gemeinsam mit YARD stellten sie Regeln für die Nutzung auf: Wäsche darf an der Quelle nicht mehr gewaschen werden. Motorräder, Autos oder Tiere haben keinen Zugang. Für die Reinigung sind reihum alle Nutzer*innen zuständig, das Wasserkomitee überprüft die Pflege. Die Befestigung der Quelle ist massiv gebaut. Sollten kleine Risse im Zement auftreten, lassen sie sich kostengünstig beheben. Im Gegensatz zu einem Brunnen oder einem Bohrloch fallen keine regelmäßigen Betriebs- oder Instandhaltungskosten an, sodass keine Gebühren für die Nutzung erhoben werden müssen. Dies kommt gerade den ärmeren Mitgliedern der Gemeinde zugute.

„Jetzt haben wir Trinkwasser direkt vor der Tür“, freut sich Charles Kiyimba. „Die Kinder können nach der Schule ohne Bedenken direkt trinken. Auch für unsere Tiere und für den Haushalt haben wir genug sauberes Wasser. Und was am Ende noch unten überläuft, leiten wir zur Bewässerung in unsere Felder. So konnten wir trotz der Dürre von Januar bis März 2019 eine ordentliche Bananenernte erreichen.“

YARD und die weiteren Partner des Green Light Forums sind von der Maßnahme überzeugt. Sie reduziert die Erkrankungsrate der durch das Wasser übertragenen Erreger, auch Malaria-Mücken können sich nicht mehr vermehren. Durch diesen Quellschutz werden mit vergleichsweise geringen Investition viele Menschen erreicht.

Der Quellschutz kostet rund 875 Euro an Zement, Rohren und Lohn für einen erfahrenen Handwerker. Der Schutz von 25 Quellen kostet 21.875 Euro. Pro Gemeinde sind dies 875 Euro.

Bildunterschriften:
1. Eine Frau holt Wasser an der geschützten Quelle von Nakilebe.
2. Die Quelle von Buwogole: Im weißen Hemd Charles Kiyimba, Vorsitzender des Wasserkomitees.