Zeitung der Frauenunion gegen kommerziellen Adoptionsmarkt

Zeitung der Frauenunion deckt internationalen Kinderhandel auf

Skrupellose Vermittler überreden arme Familien, ihre Kinder in Heime zu geben. Dort sollen sie Betreuung, regelmäßige Mahlzeiten und Schulunterricht erhalten. Sind die Kinder aber erst einmal in einem solchen Heim, so werden sie mit falschen Papieren als Waisen ausgegeben und zur Adoption ins Ausland entführt. Dagegen geht die Zeitung der Frauenunion NAYA SANSAR (Neue Welt) vor. Durch die Publikation einzelner Fälle wird das Bewusstsein der Öffentlichkeit geweckt.

Heime machen große Versprechungen

Die 22-jährige Ambika hätte beinahe ihre drei Töchter verloren. Sie berichtet: "Die Agentin eines Heims aus der Hauptstadt bot Plätze für meine drei Kinder in Balmandir Naksal in Kathmandu an. Dort würden sie genügend Essen, Schulunterricht und überhaupt eine heile Umwelt erleben. Die Agentin sagte, sie wolle dem Heim erklären, dass mein Ehemann taubstumm und ich sehr arm sei. So würde meinem Antrag stattgegeben. Ich könne die Kinder auch jeden Monat besuchen. Sie überredete meinen Mann und die Verwandtschaft, so dass diese mich zwangen, meine Töchter an das Heim zu geben.“

Verlust der eigenen Kinder

Nachdem Ambika die Töchter in die Hände der Agentin gegeben hatte, begann eine Odyssee. Einen Monat später wurde der Mutter der Besuch ihrer Kinder verweigert. Schließlich schaffte sie sich mit Gewalt Eintritt und sah wenigstens die jüngste Tochter. Das Kind war deutlich abgemagert und konnte sich nicht einmal auf den Beinen halten.

Über ihre Verwandten, die in der Hauptstadt lebten, erfuhr sie, dass das Heim die Fotos ihrer Kinder veröffentlicht und die Kinder als elternlos ausgegeben hatte. Anspruchsberechtigte Verwandte sollten sich binnen 21 Tagen melden. Mit gefälschten Papieren waren die Kinder zu offiziellen Waisen gemacht worden. Ambika hatte deshalb „offiziell“ kein Anspruchsrecht auf ihre Kinder.

Die Frauenunion setzt sich ein

Schließlich setzte sich eine Rechtsanwältin der ‚Frauenunion’ für Ambika ein. Nach langen Verhandlungen konnten die drei Kinder wieder zurückgeführt und mit ihrer Mutter zunächst im Frauenhaus der Frauenunion aufgenommen werden. Das ist nur einer der vielen Fälle, den die Frauenunion-Zeitung NAYA SANSAR (Neue Welt) publiziert hat. Viele arme Frauen haben ihre Kinder an Heime verloren, die internationale Adoptionen organisieren.


Nur 10% der Kosten der volkspädagogischen Zeitung können erwirtschaftet werden. Pro Jahr fehlen mindestens 6.360 €. Das sind knapp 244 € für eine komplette Ausgabe alle 14 Tage.

 

 

Bildunterschriften:
1. Die 22-jährige Ambika, als sie mit Hilfe der Frauenunion ihre drei Töchter zurück erstritten hatte.
2. Frauen lesen die Zeitung der Frauenunion.