Peru: Integrative Sommerakademie

Jeder Mensch ist einzigartig!

Der Verein Aynimundo setzt sich in den Slums von Lima für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung ein. Das Ziel ist, sie und ihre Rechte in allen sozialen Bereichen zu stärken und die Lebensbedingungen der Kinder mit Behinderung zu verbessern. Jedes Jahr organisiert Aynimundo in den Sommermonaten (d.h. Januar und Februar in Peru) eine Sommerakademie in mehreren Schulen. In diesem Jahr haben 265 Kinder und Erwachsene teilgenommen.

„In der Diversität der Gesellschaft liegt ihr Reichtum: trotz aller Unterschiede stehen jedem Menschen dieselben Rechte und dieselbe Wertschätzung zu“, so lautete das Leitbild der Sommerkurse, die in diesem Jahr in vier Schulen stattfanden, mit denen Aynimundo kooperiert. 

Das Team aus Lehrern und ehrenamtlichen Helfern entwickelte in der Planungsphase Strategien, um in den teilnehmenden Kindern und Erwachsenen eine nichtdiskriminierende und integrative Haltung zu stärken. Um eine Sensibilisierung der Teilnehmer/innen und eine Wandlung in ihrer Einstellung zu erreichen, die später in das tägliche Zusammenleben übergeht, wurde vor allem künstlerisch gearbeitet.

Ein großer Unterschied zu den Vorjahren war der inklusive Ansatz der Schulen, so dass Kinder und Erwachsene mit und ohne Behinderung zum ersten Mal gemeinsam an allen Aktivitäten teilnahmen. Dadurch stand das gegenseitige Beachten und Respektieren, sowie das Wertschätzen von Unterschiedlichkeiten im Mittelpunkt. Die Begegnung und die gegenseitige Hilfe der Teilnehmer/innen war ein weiteres wichtiges Element.

Um ihre Selbstständigkeit zu fördern und ihre persönliche Identität zu entwickeln, wurde den Kindern und Erwachsenen eine Auswahl an Aktivitäten angeboten, an denen sie begeistert teilnahmen. Unter anderem wurde getrommelt, Theater gespielt und es gab Tanz- und Malkurse. Voller Stolz präsentierten die Kinder und Erwachsenen am Schluss die Ergebnisse der Workshops. Beim Erreichen dieser Ergebnisse zählte vor allem die Zusammenarbeit in der Gruppe. Vereinbarungen und Entscheidungen wurden gemeinschaftlich und demokratisch mit allen Teilnehmer/innen getroffen.
Zudem konnte das persönliche Bewusstsein durch den Blick auf die anderen gestärkt werden. Die Teilnehmer waren angeregt, sich ihren Aufgaben zu widmen und ein gutes Ergebnis zu erreichen.   

Dass die Selbstständigkeit der Teilnehmer gestärkt wurde, zeigte sich anhand verschiedener Faktoren. Beispielsweise organisierten die Teilnehmer/innen eigenständig und ohne Anweisung ihre Materialien und halfen aus Eigeninitiative überall dort aus, wo Hilfe benötigt wurde. Zunehmend wuchs auch ihre Selbstsicherheit, was in den Gemeinschaftsspielen und der regen Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten deutlich wurde. Auch die Gruppendynamik und das Gemeinschaftsgefühl entwickelten sich sehr positiv, was sich daran zeigte, dass die Teilnehmer/innen immer eigenständiger Regeln und Verhaltensweisen innerhalb der Gruppen aushandeln konnten.

Anders als in den Vorjahren verwalteten in diesem Jahr die Teilnehmer das ihnen zur Verfügung stehende Geld selbst, das aus den kleinen Teilnahmebeiträgen der Eltern zusammenkommt. So wurde Material für die künstlerische Arbeit gekauft, Sonnensegel geliehen und ein Puppentheater in zwei Schulen möglich gemacht. Dadurch, dass die Eltern direkt miterlebten, wie das von ihnen gezahlte Geld verwendet wurde und die Teilnehmer selber entscheiden, wofür es ausgegeben wurde, ist die Bereitschaft und das Verständnis für die Erhebung des Teilnahmebeitrages deutlich größer geworden.

Jede Schule hat eine Abschlussveranstaltung organisiert, bei der die Kunstwerke und Ergebnisse der gesamten Zeit gezeigt wurden. Auch wenn jede Veranstaltung sehr individuell und verschieden war, wurde jedoch überall die gute Zusammenarbeit, der respektvolle Umgang aller Teilnehmer und die starke Gemeinschaft deutlich. Der Umgang wären der gesamten Zeit war geprägt von Achtsamkeit und Gleichberechtigung und es kam zu keinerlei gewaltsamen Auseinandersetzungen. Es entstanden Freundschaften unter den Teilnehmern, und Vorurteile wurden zunehmend abgebaut.

Damit die Sommerakademie auch im nächsten Jahr stattfinden kann, bitten wir um Spenden.