Associação Comunitária Monte Azul

Integrale Slumentwicklung in São Paulo

In Brasilien leben 198 Millionen Menschen, davon 17 Millionen in „absoluter Armut“. Die Industrie und damit die Arbeitsplätze ballen sich in den Metropolen und Bundesländern São Paulo und Rio de Janeiro. Allein die Megacity São Paulo hat 20,8 Millionen Einwohner.

Auf der Suche nach Arbeit, nach einem besseren Leben, verlassen die Menschen der ländlichen Regionen ihr Zuhause und ziehen in die Städte. Ohne Ausbildung finden sie jedoch keinen Anschluss an die hochspezialisierte Arbeitswelt. So landen sie in den Slums, den sog. „Favelas“.

Schwierige Lebensbedingungen

Die Situation in den Favelas ist prekär. Oft gibt es weder Wasser noch Strom, keinerlei Infrastruktur. Die Menschen leben im Elend auf engstem Raum, die traditionellen Familienstrukturen haben sich aufgelöst, sie sind abgeschnitten von ihrer Herkunftskultur und ausgeschlossen von allen materiellen und immateriellen Gütern der Industrie-Gesellschaft.
Die Lebenssituation in den Favelas begünstigt den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit, Armut, Krankheit, schlechter Ausbildung, Hoffnungslosigkeit und Kriminalität. In São Paulo leben geschätzte drei Millionen Menschen in Favelas.

Arbeit der Associação Comunitária Monte Azul

Die Associação Comunitária Monte Azul wurde 1979 von der Waldorf-Pädagogin Ute Craemer gemeinsam mit den BewohnerInnen der Favela Monte Azul gegründet, mit dem Ziel, die dortigen Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Gegenwärtig werden durch die Arbeit der Associação unmittelbar mehr als fünftausend Familien in mittlerweile drei Favelas in São Paulo unterstützt.

In den Programmen Monte Azuls, zu denen u. a. Slum-Urbanisierung, pädagogische Einrichtungen für 1350 Kinder und Jugendliche und die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung gehören, sind neben 253 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch zahlreiche inländische und ausländische freiwillige Helfer und Helferinnen tätig.

Kindern Geborgenheit geben

Kinder in Favelas wachsen in schwierigsten Verhältnissen auf. Sie sind kontinuierlich extremem Lärm und psychischer sowie physischer Gewalt ausgesetzt. Sie erleben wenig Geborgenheit oder Sicherheit. Die meisten leben in destrukturierten Familien. Aus unterschiedlichsten Gründen kümmern sich Eltern oder Bezugspersonen kaum um sie.

Die pädagogischen Programme Monte Azuls versuchen diese Schwierigkeiten zu kompensieren, in dem sie den Kindern einen Raum bieten, wo sie Geborgenheit erfahren. In der Person des Erziehers oder der Erzieherin finden sie eine Bezugsperson, die sie über Jahre hinweg begleitet. So haben die Kinder die Möglichkeit, Resilienz zu entwickeln und sich vor den Auswirkungen ihres extrem feindlichen Lebensumfelds innerlich zu schützen.

Hierfür werben wir um Spenden.

 

Bildunterschriften:
1. Straße in der Favela Monte Azul von São Paulo.
2. Zwei Jungen beim Spiel auf der Straße.
3. Eine gute Ausbildung ist eine wichtige Basis, um den Teufelskreis zu durchbrechen.
4. In den Einrichtungen der Associação Comunitária erfahren die Kinder Zuneigung und Geborgenheit.