Werkzeugkoffer als Starthilfe

Aufträge für den Elektriker Moses Mubiru

Moses Mubiru, 26, Tagelöhner, lernte einen Elektriker kennen, der ihn ab und an als Handlanger anheuerte. Von ihm erfuhr er, dass es bei unserer Partnerorganisation SODI einen Ausbildungskurs zum Elektriker gibt. 2010 begann er den sechsmonatigen Kurs. Neben der Vermittlung grundlegender theoretischer und praktischer Fertigkeiten, lernte er, einen Computer zu nutzen, einfache Einnahmen- und Ausgabenrechnungen zu erstellen und mit Kundinnen und Kunden Gespräche zu führen. Noch im selben Jahr beendete er seine Ausbildung erfolgreich.

Nach einer Ausbildung ermöglichen Werkzeuge den Start in die Selbstständigkeit

Nachbarn in seinem Dorf gaben ihm erste Aufträge, denn sie kannten und vertrauten ihm. Aber schnell fand er sich damit konfrontiert, dass er kein passendes Werkzeug hatte, um die gewünschten Reparaturen oder Installationen auszuführen. Er musste das erforderliche Werkzeug mieten und so blieb von den Einnahmen kaum etwas übrig.

Moses Mubiru erzählt, wie er etwa drei Monate lang versuchte, zurechtzukommen, bis er seinen Ausbilder von SODI, David Kaddu, traf. Dem schilderte er seine Probleme. Wenige Wochen später lud ihn David Kaddu in das Ausbildungszentrum von SODI ein. Dort traf er andere junge Elektriker, die in der gleichen Situation steckten. Dank einer Förderung konnte SODI jedem Ehemaligen einen Werkzeugkoffer,  ausgestattet u.a. mit Hammer, Zange, Spannungsprüfer, Schraubenziehersatz, Metallsäge und Lötkolben übergeben.

Der Werkzeugkoffer führte zu einer entscheidenden Veränderung in seinem Leben, betont Moses Mubiru. Seine Arbeit sei effizient geworden, er bekam viel mehr Aufträge und erwirtschaftete ein gutes Einkommen.

Die eigene Werkstatt

Mit seinen Ersparnissen eröffnete Moses Mubiru Anfang 2013 eine winzige Werkstatt am Rande des Marktplatzes von Kavule, an der Kampala Masaka Straße. Hier repariert er meist Kleingeräte, zum Beispiel Bügeleisen oder Wasserkessel. Hier können ihn seine Kunden direkt erreichen, um größere Aufträge zu besprechen. Am liebsten installiert Moses Mubiru aber elektrische Leitungen – dabei helfen ihm inzwischen zwei Kollegen, die auch bei SODI gelernt haben.

Und seine Zukunftspläne? Moses Mubiru freut sich, dass er nun die Schulgebühren für seine drei Brüder zahlen kann. Dann möchte er zukünftig seine Werkstatt weiter ausbauen. Und er fügt einen großen Dank an SODI und die Spender hinzu, die ihm diese Chance gegeben haben.

In Uganda können die meisten Bauernfamilien ihren Kinder den Besuch weiterführender Schulen nicht finanzieren. Deshalb bietet unser Projektpartner SODI Jugendlichen eine Perspektive durch praktisch orientierte Ausbildungen. Danach finden jedoch nur etwa 30% eine Festanstellung und die meisten Jugendlichen müssen sich mit ihrem erlernten Können selbstständig machen. Ein Werkzeugkoffer, der mit allen notwendigen Instrumenten gefüllt ist, ermöglicht den jungen Handwerkern ganz praktisch, mit der Arbeit loszulegen.

Ein Werkzeugkoffer kostet 85 Euro. Pro Jahr werden bei sechzig Absolventen rund 3360 Euro benötigt.

 

 

Bildunterschriften:
1. Moses Mubiru bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Strippen ziehen.
2. Passendes Werkzeug sorgt für Effizienz.
3. Ein Kollege von Moses Mubiru vor dem Laden.