Ehrenamtlicher Zahnarzteinsatz

Behandlung statt Zahnschmerz

Die Frauenunion in Nepal organisiert mit fünf deutschen Zahnärzten ein Zahncamp.

In Bangemudha, an einem kleinen Platz der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, liegt der „Washya Dyo“ oder auch „Danteshwori Devi“ Schrein. Übersetzt bedeutet das so viel wie Schrein der Göttin, die für die Erlösung von Zahnschmerzen zuständig ist. Als Opfer und Fürbitte erhält die Göttin Münzen. Der Schrein ist über und über mit Münzen bedeckt.

Gesundheitliche Ausgangslage
Etwa 85 Prozent der Kinder und 69 Prozent der Erwachsenen sollen in Nepal Karies haben und dies vielfach im fortgeschrittenen Stadium (Quelle: NRO Pulitzer Zentrum 2013). Die Folge sind starke Infektionen, chronische Schmerzen, Herzentzündungen und Diabetes.

Bereits 2004 verkündete die nepalesische Regierung einen nationalen „Oralen Gesundheitsplan“. Doch obwohl die nepalesische Zahnarztvereinigung zurzeit etwa 900 Mitglieder vertritt, ist viel mehr bislang nicht geschehen, denn diese nepalesischen Zahnärzte arbeiten fast ausschließlich in der Hauptstadt oder in größeren Provinzhauptstädten. Menschen mit geringem Einkommen oder Menschen, die in den ländlichen Gebieten Nepals leben, haben kaum eine Chance, eine Zahnbehandlung zu erhalten.

Mit mehreren von der Frauenunion organisierten Zahncamps und dank des ehrenamtlichen Einsatzes von Dr. Emmo Martin gemeinsam mit vier weiteren Zahnärzten, wurde im Frühjahr 2015 innerhalb von vier Wochen mehreren hundert Menschen die Möglichkeit geboten, sich kostenlos behandeln zu lassen. Die notwendige Grundausstattung für eine mobile Zahnarztpraxis konnte 2010 aus Spendenmitteln angeschafft werden.

Die fünf Zahnärzte leisten ihre Arbeit ehrenamtlich. Für zahnmedizinisches Material und Medikamente sind ca. 4.500 Euro erforderlich.

Bildunterschriften:
1. Dr. Emmo Martin (re.) bei der Behandlung - unterstützt von Herrn Bhalil, der übersetzt.
2. Effiziente Arbeit under einfachen Bedingungen - Zahnarztinstrumente des Gesundheitscamps.