Augenoperationen machen Blinde sehend

"...und plötzlich war da wieder meine Hand"

Dank der Frauenunion und des Einsatzes deutscher Augenärzte können mittlerweile Hunderte Menschen wieder sehen – weitere Operationen sollen folgen.

Herr Dr. Brasse, Augenarzt aus Vreden, besuchte 2012 seine Tochter Franziska, die ein Praktikum bei der Frauenunion in Nepal absolvierte. Ihm fiel auf, dass viele Menschen an Grauem Star oder anderen operablen Augenerkrankungen litten. Gemeinsam mit Renu Sharma, der Leiterin der Frauenunion, erkundigte sich Herr Dr. Brasse nach Behandlungsmöglichkeiten vor Ort. Sie fanden eine private Klinik, die sehr professionell Operationen des Grauen Stars für 80 Euro je Operation vornimmt.

Aus Nepal zurückgekehrt, erzählte Herr Dr. Brasse von seinen Erfahrungen. Dank einer privaten Spende konnten wir ihm und der Frauenunion 8.000 Euro für einen ersten Einsatz in 2012 zur Verfügung stellen.

Seitdem organisiert die Frauenunion regelmäßig Gesundheitscamps mit kostenloser Beratung, Bereitstellung von Medikamenten, Brillen und, falls notwendig, Katarakt-Operationen in abgelegenen Dörfern und armen Vierteln der Hauptstadt Kathmandu. Im Rahmen dieser Camps wählen die Mitarbeiterinnen der Frauenunion die Menschen aus, die sich eine Behandlung ihrer Augen nicht leisten können.

 
In Nepal haben derzeit 25 Prozent der Gesamtbevölkerung Augenprobleme, 50 Prozent von ihnen leiden unter Grauem Star (Katarakt). Es gibt bisher keine Behandlungsmöglichkeiten für Grauen Star. Um die Sehkraft zurück zu bekommen, ist eine Operation notwendig, die für arme Menschen nicht zugänglich ist.

Auch im August 2017 wurden wieder Patienten im Rahmen eines kostenlosen zwei-Tage-Augen-Gesundheitscamp behandelt.  Es wurden abgelegene Gemeinden wie Jorpati, Mulpani, Gothatar und Dhanchhi ausgewählt, wo die Bewohner*innen hauptsächlich in Teppich- und Kieselsteinfabriken arbeiten.
Insgesamt untersuchten die Augenärztin Frau Dr. Maria Rose und die OP-Schwester Frau Marianne Timmermester 984 Patienten, darunter auch Kinder und Frauen der Frauenunion. Zu den häufigsten Ursachen für die Augenschäden im Camp zählten Katarakt, Myopie, Hypermetropie, Glaukom und andere allgemeine Probleme wie Juckreiz, Entzündungen und Schmerzen. Insgesamt wurden 67 Operationen durchgeführt. Alle Menschen haben ihr Sehvermögen wiedergewonnen. Im Camp wurden die Patienten, die keine Operation benötigten, mit Augentropfen, Salben, Brillen sowie Sonnenbrillen versorgt (320 Brillen und 107 Sonnenbrillen wurden übergeben, an 450 Patienten wurden Salbe oder Augentropfen verschrieben).

Das Augencamp, gefolgt von einer Reihe von Katarakt-Operationen, wurde mit der technischen Unterstützung des Nepal Netra Jyoti Sangh Krankenhauses in Kritipur durchgeführt.

Wir würden sehr gerne weitere Einsätze fördern.

 


Bildunterschriften:
1. Die Freude ist unbeschreiblich: Nach der OP kann Herr Pudasaini seine eigene Hand wieder sehen.
2. Die Augenärztin Frau Dr. Maria Rose beim Augencamp im August 2017
3. Die zufriedenen Patienten nach ihren Augenoperationen