Kinderstation für Kranke Adivasi-Kinder

Behandlung ermöglichen und Leben retten

Seit 19 Jahren behandelt die deutsche Kinderärztin Monika Golembiewski mehrere Monate im Jahr Adivasi-Familien in Westbengalen, die als Reisbauern in einfachen Lehmhütten leben. Immer wieder starben dort Kinder, die das Krankenhaus in der nächstgelegenen Stadt nicht erreichen konnten. In den Jahren der regelmäßigen Besuche entstand ein Vertrauens- und Freundschaftsband, die Zusammenarbeit festigte sich. 2011 konnte dann dank Unterstützung vor Ort und Spenden aus Deutschland eine Kinderklinik mit 20 Betten eingeweiht werden. Angeschlossen an die Kinderstation sind präventive Ernährungsprogramme für die mangelernährten Kinder in den Dörfern.

Das Vertrauensband zu den Müttern trägt diese Entwicklungsarbeit auch heute weiter und so kommen die jungen Frauen, die oft früh verheiratet werden und ihr erstes Kind gebären, zur Vorsorge und Behandlung ins Krankenhaus. Es werden besonders mangelernährte und infektionskranke Kinder behandelt. In einer liebevollen und heilsamen Pflege sollen die Kinder gesund werden, während ihre Mütter in Krankheitsprävention geschult werden.

Ernährungsprogramme: Gemüsegärten reichern die tägliche Mahlzeit – Reis und Linsen - wertvoll an

In 6 Dörfern konnten bereits präventive Ernährungsprogramme eingeführt werden. Schwangere und mangelernährte Kinder bekommen drei Mal in der Woche ein nahrhaftes warmes Essen, das ihnen fehlende Vitamine und Mineralstoffe gibt. Zusätzlich gibt es Moringa-Kekse aus der Dorfbäckerei. Hergestellt aus den Blättern des lokal gut gedeihenden Moringa-Baums, enthalten sie viel Eisen und Calcium und helfen den Kindern, gesund und kräftig heranzuwachsen. Gemeinsam mit den Familien werden außerdem Gemüsegärten angelegt, so dass die Familien auch zu Hause nahrhaft kochen können.

Waschhäuser und Toiletten

Morgens um vier gehen die Adivasi-Frauen raus aufs Feld zur Toilette. Dann heißt es aushalten – erst am Abend, bei Einbruch der Dunkelheit, können sie wieder unbeobachtet ihre Notdurft verrichten. Wenn die Frauen Glück haben, können sie auch den Dorfteich benutzen, wo dann allerdings gleich im Anschluss das Geschirr gewaschen und die Kleider geschrubbt werden. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern werden daher Waschhäuser mit Toiletten gebaut, die die Hygienesituation verbessern und die Gesundheit stabilisieren helfen.

Bekämpfung der Tuberkulose-Ausbreitung – besonders bei Kindern

In den Dörfern finden die MitarbeiterInnen der Kinderklinik immer wieder geschwächte Eltern, die ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Sie magern ab, husten viel und sind so schwach, dass sie sich kaum mehr bewegen können. Einige kommen ins Krankenhaus, andere jedoch bleiben hilflos in ihren Hütten und übertragen durch den engen Kontakt die Tuberkulose auf ihre Kinder, bei denen oft die Wirbelsäule betroffen ist, was zu einer Lähmung der Beine führt. Durch Hausbesuche versuchen indische Studenten die Tuberkulosekranken herauszufinden und ihnen zu einer kontinuierlichen Therapie zu verhelfen. Die Kinder bekommen gleich eine schützende Prävention, damit sie gesund heranwachsen dürfen.

Schwangerschaftsvorsorge

2013 wurde eine Entbindungsstation im ersten Stock eingerichtet. Hier werden nun die Neugeborenen ins Leben begrüßt. Jede Woche finden Fortbildungen über gesunde Ernährung statt und die Schwangeren sind wöchentlich zur medizinischen Vorsorge eingeladen. Dabei bekommen sie auch Eisen, Vitamine und Zusatzkost. Gemeinsam mit den Ernährungsprogrammen in den Dörfern können die Kleinen so zu prächtigen Wonneproppen heranwachsen – eine große Freude!

 
Das Projekt ist auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

 

Bildunterschriften:
1. Monika Golembiewski bei der Untersuchung eines mangelernährten Kindes.
2. Der geschützte Gemüsegarten weckt das Interesse der Kinder.
3. Eine Mutter mit ihrem Kind in der Kinderstation.