KOCHEN LERNEN, EINKOMMEN ERZIELEN, GESUNDHEIT SICHERN

Eine Lehrküche für den Kampf gegen Cholera und Typhus

Die Baobab Children Foundation in Ghana will die Ausbildung im Catering mit Gesundheitsvorsorge verbinden.

Die Straßen der kleinen Stadt Kissi sind gesäumt von Straßenküchen, hier „Chop Bars“ genannt. Sie bestehen aus einem Tisch an der Straße oder einem Räumchen in einer kleinen Hütte, nur wenige sind mit ein paar Tischen in festen Häusern eingerichtet. Manchmal stehen die Chop Bars direkt neben Abwasserrinnen. Fließendes Wasser gibt es nicht, Hände werden nicht gewaschen. Die Annahme von Geld mit der rechten Hand, mit der danach Essen angefasst wird, ist üblich. Hygiene? Jede Frau bemüht sich um Hygiene, soweit sie sich der Anforderungen bewusst ist.
Die Folge dieser Situation sind Cholera- und Typhuserkrankungen. Im Oktober 2014 grassierte eine verheerende Choleraepidemie mit zahlreichen Toten in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Im darauffolgenden Jahr war auch Kissi betroffen.

Aufbau einer Lehrküche
Edith de Vos, Gründerin und Leiterin der Baobab Children Foundation, will diese Situation beenden: Sie möchte eine Lehrküche mit Cateringservice aufbauen. Sie berichtet: „Seit im letzten Jahr die Mutter und das Kind von Regina, einer ehemaligen Schülerin der Baobab Children Foundation, an Cholera starben, lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Die Familie lebte zwar mitten im Dorfkern, trotzdem neben Unrat und Abwässern. Und genau dort kochen die Frauen und Mädchen für ihre Familien oder für den Verkauf an der Straße.

Nach der Epidemie letztes Jahr kontrollieren zwar Mitarbeiter des Gesundheitsamtes direkt an der Straße, aber nicht dort, wo das Essen zubereitet wird. Obwohl Kochen in der ghanaischen Gesellschaft eine große Rolle spielt, ist Mangelernährung sehr verbreitet. Bei jedem Event wird Essen für die Besucher in take-aways verteilt oder vor Ort serviert. Allerdings gibt es keine Aufklärung über Sauberkeit und Hygiene, oder was Wärme mit Reis und anderen Nahrungsmitteln tut.“

Beispielhaft in die Gemeinschaft wirken
Mit dem Aufbau der Lehrküche will Edith de Vos daher ein Beispiel setzen. In der Lehrküche sollen Absolventinnen der Baobab Children Foundation eine Grundausbildung in gesunder und hygienisch zubereiteter Ernährung sowie im Catering erhalten. Mit dieser Ausbildung könnten sie eine eigene Chop Bar eröffnen, die hygienischen Ansprüchen genügt und sich deutlich von der Masse abhebt. Lachend sagt sie: „Ich habe in den vielen Jahren meiner Tätigkeit Folgendes gelernt: Unterstütze ich eine Frau, unterstütze ich eine Familie. Unterstütze ich einen Mann, unterstütze ich ein Individuum. Baue ich eine Lehrküche auf, weiß ich, dass hunderte Familien profitieren werden.“

Edith de Vos plant außerdem,  die Ausbildung mit Gesundheitskampagnen zu verbinden. Mit den MitarbeiterInnen und Jugendlichen der Baobab Children Foundation will sie in die Dörfer fahren und mit Trommel- und Tanzveranstaltungen die Menschen über notwendige Verhaltensänderungen aufklären.

Für den Bau der Küche benötigt die Baobab Children Foundation 15.000 Euro; für Ausrüstung und Geräte müssen nochmals 10.000 Euro investiert werden. Pro Jahr sollen ca. 100 Frauen von der Ausbildung profitieren. Dies macht einmalig 250 Euro pro Auszubildender.

Bildunterschriften:
1. Alltag in Ghana: Auf der Straße wird gekocht und gewaschen.
2. Frau Wambua verkauft Reis mit Soße auf der Straße - Hygiene spielt keine Rolle.