Ein sicheres Zuhause für Straßen - und arbeitende Kinder in Südindien




Zum Hintergrund

Obwohl Indien als eine der kommenden globalen Wirtschaftsmächte gesehen wird, ist das Land nach wie vor von extremer Ungleichheit geprägt. Etwa ein Viertel aller Inder*innen leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Der Index zur menschlichen Entwicklung listet Indien auf Platz 129 von 189. Eine Mehrheit der armen Menschen lebt auf dem Land und entstammt Minderheiten wie den Dalits, Adivasi und einzelnen Religionsgemeinschaften. Kinder sind am stärksten von der Armut betroffen. Rund 25% der Kinder haben keinen Zugang zu Bildung.


Die Welfare Association for the Rural Mass (WARM)

Über die Organisation Welfare Association for the Rural Mass (WARM) sind in Tamil Nadu rund 40.000 Frauen in Selbsthilfegruppen und selbstverwalteten Spar- und Leihzirkeln organisiert. WARM unterhält zudem 13 informelle Lernzentren für arbeitende Kinder und Straßenkinder, ein Kinderheim, zwei Senior*innenheime, ein Ausbildungszentrum für Schneiderei, Motorradmechanik und Elektrotechnik sowie eine eigene Textilmanufaktur, durch die die Tätigkeiten der Organisation langfristig finanziell unterstützt werden. Jährlich sind rund 110.000 Euro zum Erhalt der Heime und der Lernzentren notwendig.


Heime in Muraiyar und Arattavadi

Als im Dezember 2004 die Küste Südindiens von einem Tsunami heimgesucht wird, wurden viele Kinder zu Waisen und alte Menschen verloren ihr Hab und Gut und ihre Familien. Die Organisation Welfare Association for the Rural Mass (WARM) kümmerte sich umgehend um die Opfer des Tsunamis und baute eine Unterkunft in Muraiyar auf. Ein weiteres Heim wurde 2005 in Arattavadi aufgebaut. Derzeit leben 87 Kinder und 13 alte Menschen in den Unterkünften. Die Senior*innen leben im Erdgeschoss, die Kinder im Obergeschoss. Dabei schlafen die Mädchen und Jungen in separaten Sälen. Das Zusammenleben schafft eine familiäre Atmosphäre. Kinder und Senior*innen geben aufeinander Acht und sorgen füreinander. Die alten Menschen helfen den Kindern, sich auf die Schule vorzubereiten und erzählen den Kindern Geschichten. Umgekehrt unterstützen die Kinder die Senior*innen beim Essen und Trinken, beim Waschen ihrer Kleidung oder anderen Alltagstätigkeiten. Die Kinder kommen aus verschiedenen sozioökonomischen Kontexten, jedoch stammen alle aus benachteiligten Familien oder leben auf der Straße. Viele von ihnen sind Waisen, oder es gibt keine Angehörigen, die sich um die Kinder kümmern wollen. Einige Eltern arbeiten in weit entfernten Städten als Wanderarbeiter*innen und können deshalb ihre Kinder nicht versorgen. Aktuell sind 47 Kinder Waisen oder Halbwaisen, während 18 Kinder Eltern haben, aber nicht bei ihnen leben können. 22 Kinder lebten auf der Straße.


Leben bei WARM

Die Tagesroutine der Kinder beginnt am Morgen mit einem Gebet und Tee. Gemeinsam werden anschließend die Räumlichkeiten gesäubert und die Hausarbeit erledigt, bevor die Kinder sich und ihre Kleidung säubern und waschen. Ab 7 Uhr lesen und schreiben die älteren Kinder, bevor sie eine halbstündige Pause haben. Ab 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr sind die Kinder in der Schule. Zurück im Heim gibt es Snacks und Tee sowie Spiele, Yoga und Meditation. Alle Kinder besuchen staatliche Schulen, die im nahen Umkreis des Waisenhauses liegen. Sie besuchen die Panchayat Union Elementary School (von der 1. bis zur 5. Klasse) und gehen dann auf die Higher Secondary School (von der 6. bis zur 12. Klasse). Am Abend machen die Kinder Hausaufgaben, dann essen sie gemeinsam. Kinder, die besonderen schulischen Förderbedarf haben, werden zusätzlich unterrichtet. Insgesamt zwölf Mitarbeiter*innen betreuen die Kinder während des Tages.


Wie gestaltet sich eine Patenschaft?

Die Patenschaft kostet 36 Euro im Monat. Darin enthalten sind die Kosten für die Unterbringung und Versorgung Ihres Patenkindes sowie der Schulbesuch.

Die Patenschaft ist für den Zeitraum der Unterbringung im Waisenhaus von WARM gedacht. Eine Patenschaft kann bei Bedarf jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden.

Wir bitten um rechtzeitige Information, damit wir Ausgleich schaffen und eine neue Patin/einen neuen Paten suchen können.

Das Vertrauen, das aus mehrjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist und die Wahrnehmung des Engagements der Betreuer/Betreuerinnen sind Grundlage unserer Kooperation. Die Organisation wird jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern vor Ort geprüft.


Kontakt zur Patenfamilie

Jeder Pate/Jede Patin erhält mindestens einmal pro Jahr einen Brief der Familie und ein Foto. Die Briefe sind in Englisch verfasst (eine Übersetzung durch uns ist kostenlos möglich, wir bitten um einen Hinweis).

Briefe an Ihre Patenfamilie können Sie kostenlos über uns leiten, das macht die Zustellung sicherer.

Nach vorheriger Abstimmung mit der Organisation ist auch ein Besuch vor Ort möglich. Wir sind bei den Vorbereitungen dazu gerne behilflich.

Bildunterschriften:
1. Mädchen bei einem gemeinsamen Ausflug.
2. Kinder schauen bei einer Aufführung im Waisenhaus zu.
3. Ein Ausflug der Kinder des Waisenhauses.