Simbabwe: Geschichten und Berichte

Bislang wurden wenige Fälle von Corona-Infizierten publik (Stand 1.04.2020). Doch die Angst vor einer Verbreitung des Virus ist massiv, gerade vor dem Hintergrund der großen wirtschaftlichen Probleme des Landes und eines desolaten Gesundheitssystems.

Auch die Ärzt*innen in Simbabwe sehen diese Bedrohung. Sie begannen am 25. März einen Streik, der insbesondere auf das Fehlen von Schutzkleidung für medizinisches Personal aufmerksam machen soll. Es fehlt an Intensivbetten, Beatmungsgeräte sind Mangelware.

Zudem ist Simbabwe weltweit eines der Länder mit den meisten HIV-positiven Menschen, diese sind besonders durch das Corona-Virus bedroht. Wenn der Zugang zu Medikamenten nicht gewährleitstet ist und die Menschen an einer häufig begleitenden Tuberkulose leiden, ist die Gefahr eines schweren Verlaufes der Erkrankung an COVID-19 enorm.

Seit dem 30. März gilt eine allgemeine Ausgangssperre, lediglich essentielle Berufsgruppen dürfen zur Arbeit gehen (Stand: 5. Mai).


Bei Corona ist leider kein Ende abzusehen

Klaus Pilgram, Mitglied des Vorstands des KAITE-ZIM e. V., der sich dafür einsetzt, durch organischen Landbau und Bio- und Fairtrade-Zertifizierung die Armut in ländlichen Gebieten Simbabwes zu überwinden,  berichtet am 28. März 2020:

„Liebe Mitglieder des KAITE-ZIM e. V.,

bei Corona ist leider kein Ende abzusehen. Auf Afrika bezogen heißt das, dass der Kontinent zwar heute noch am Anfang der Krise steht (- in SA gilt allerdings seít gestern eine 3-wöchige Ausgangssperre -), aber der Virus-Kelch wird sicher keinen Bogen um den Kontinent machen können. Das bestätigt auch der bekannteste deutsche Virologe, Prof. Drosten: „Auch in den afrikanischen Ländern wird in diesem Sommer der Peak der Infektion auftreten.“

Die ARD-Weltkarte spricht heute von acht Infektionen in Zimbabwe. Allerdings muss man wissen, dass es so gut wie keine Testmöglichkeiten in unserem Partnerland gibt.

Shamiso (Direktorin von FSZN) hat uns vor 3 Tagen wissen lassen, dass FSNZ seine Tätigkeiten auf dörflicher Ebene eingestellt hätte. Und sie hat, schwersten Herzens, 'unser' Waisen (ein Tagesbetreuungs-)Zentrum in Kambuzuma geschlossen.

"Today (March 24) I have made the difficult but wise decision to stop activities at the drop-in centre whilst the country begins its hard most likely journey with Corona Virus. We cannot monitor where the guardians of the children are or what they do and with the compromised immune systems of some of our children we feel that we not only put the K-staff at risk but other families and community members at risk as well."

Aber natürlich kann man die Kinder u. Jugendlichen nicht plötzlich ohne Essen lassen. Shamiso hat kurzerhand umgeplant und, sich an den vor Ort verfügbaren Nahrungsmitteln orientierend, food packages (Essensrationen) zusammengestellt, die nach Hause mitgenommen und dort zubereitet werden. Wir haben ihr sofort die dafür benötigten Gelder zugesagt. Und sie hat uns im Gegenzug gleich Fotos von der ersten Aktion zugeschickt. […]

Bleibt gesund!
Klaus Pilgram




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