Philippinen: Geschichten und Berichte

Auch auf den Philippinen breitet sich das Coronavirus aus. Nachdem die Bedrohung durch die Regierung anfangs heruntergespielt wurde, verhängte Präsident Duterte am 16. März eine Quarantäne, die bis zum 1. Juni galt. Seitdem gilt die "IATF resolution No. 60", die umfangreiche Einschränkungen für die Versorgung und für die Bewegungsfreiheit beinhaltet. Zudem gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr. Einige Geschäfte und Einkaufszentren haben seit dem 1. Juni wieder geöffnet. Schulen öffnen möglicherweise erst nächstes Jahr wieder.

Anfang August wurde aufgrund rasant steigender Infektionszahlen viele Maßnahmen verschärft. Die Hauptstadt Manila musste für zwei Wochen erneut in den Lockdown. Ein effektiver Schutz vor dem Virus ist in den Armenvierteln aber kaum möglich. Ausländern ist bis auf weiteres die Einreise verboten. Aber auch innerhalb des Landes gibt es immer noch keine Verkehrsverbindungen. Viele Menschen können nicht wieder zurück zu ihrem Zuhause und müssen zwangsläufig auf der Straße wohnen.

Die staatlichen Quarantänemaßnahmen führen dazu, dass immer mehr Menschen von Hilfsgütern abhängig sind. Seit 29 Jahren erlebt das Land die erste Rezession. Zwar versprach die Regierung Hilfsmaßnahmen in Form von Lebensmittelverteilungen und finanziellen Hilfen für rund 18 Millionen bedürftige Familien, jedoch laufen diese nur spärlich und nur in wenigen Orten an.


Die Corona-Virus-Krise auf den Philippinen

Die Quarantänemaßnahmen und der Umgang der Regierung Duterte mit der weltweiten COVID-19-Pandemie stellt einen Großteil der philippinischen Bevölkerung vor existenzielle Herausforderungen.
Neben der humanitären Lage, die sich weiter zuspitzt, spitzt sich auch die Macht um Präsident Duterte weiter zu. Infolge des Ausnahmezustandes hat Präsident Duterte in eiligen Beschlüssen von Senat und Repräsentantenhaus umfassende Entscheidungsbefugnisse erhalten. Der 75-jährige Präsident macht in diesen Tagen nicht nur Oppositionellen, Menschenrechtler*innen und Journalist*innen Angst. So drohte er nach einer unerlaubten Demonstration von Hungernden am 2. April mit Erschießungen, sollten sich die Menschen während der Quarantäne nicht an die Anweisungen halten.

Walter Siegfried Hahn, Mitbegründer von Koberwitz 1924 und Sonderkorrespontent von NNA News, berichtet in einem Artikel von der schwierigen humanitären und menschenrechtlichen Situation auf den Philippinen in Zeiten von Corona/COVID-19.

Den Artikel in voller Länge finden Sie hier.


Fortlaufende Arbeit - stagnierender Geldfluss

Koberwitz 1924 ist seit 2009 auf den Philippinen unter dem Motto “connecting man and the cosmos - healing the earth” aktiv. Für dieses Kunstwerk wurde bewusst der Sitz in Palawan gewählt, weil dieser Archipel von 1800 Inseln zu den Regionen mit der grössten Biodiversität auf der Erde zählt - und jetzt durch Raubbau an Boden- und Naturschätzen sowie steigende Einwanderung und Tourismus bedroht wird.

GründerIn und LeiterIn von Koberwitz 1924 sind Grace Zozobrado-Hahn, Biologin, Ärztin für Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde und Heileurythmistin, Schulärztin, engagiert in Waldorfpädagogik und Landwirtschaft. Und Walter Siegfried Hahn, Gärtner, Seminarleiter und Entwicklungsbegleiter, Erbauer, Berater und Leiter von Erfahrungsfeldern der Sinne. Neben der Arbeit auf den Philippinen waren beide bis zuletzt auch in Projekten in China, Singapur, Indien, Indonesien, der Schweiz und Deutschland engagiert.

Sie schreiben: „Unsere Arbeit wird durch die Quarantäne wegen Covid-19 kaum behindert - wir leiden jedoch sehr stark unter einer seit vier Monaten andauernden Trockenheit und Hitze und den seit zwei Jahren sehr ungleichmässig fallenden Niederschlägen. Und: durch die weltweiten Einschränkungen sind uns fast alle Einnahmen weggebrochen.

"Die Kunst ist das grösste Rätsel, aber der Mensch ist die Lösung” (Joseph Beuys)

Mit den Menschen vor Ort und in verschiedenen Projekten im ganzen Land versuchen wir möglichst praktische und praktikable Lösungen für die drängenden Rätsel der Zeit zu erarbeiten. Dazu gehört insbesondere eine ganzheitliche Erziehung - mit dem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, in Kindergärten, Schulen und öffentlichen Veranstaltungen regen wir die grundsätzlichsten Wahrnehmungen für die Entwicklung des Kindes an, mit der Einführung von Erfahrungselementen verändern wir direkt den Schul- und Kindergartenalltag und mit Notfallpädagogik reagieren wir auf die häufig vorkommenden Katastrophen. Auf der biologisch-dynamischen Farm praktizieren wir beispielhaft einen regenerativen Landbau in den Tropen und zeigen eine Vielzahl von Kulturen und Arten. Im Saatgutgarten lesen wir aus, passen an, vermehren wir mit unterschiedlichen Auslese- und Vermehrungsarten und stellen Saat- und Pflanzgut interessierten Bauern und Gärtnern zur Verfügung. Mit den vielen verschiedenen Pflanzenspezien versuchen wir auch Anregungen zu einer Ergänzung und Veränderung der Ernährung zu geben, die allzuoft aus weißem Reis und tierischem Eiweiß besteht. Der gesundheitliche Aspekt wird ergänzt durch eine Praxis für Anthroposophische Heilkunde und therapeutische Eurythmie sowie Forschung an einheimischen Heilpflanzen für den Gebrauch für Mensch und Landwirtschaft.

Wichtig ist die Beziehungspflege mit lokalen Politikern und Entscheidungsträgern, über die wir soziale, ganzheitliche und regenerative Aspekte in die Entwicklungen einzubringen versuchen. Ein Beispiel ist das Wasser: An unserem Hauptsitz zeigen wir, wie Regenwasser aufgefangen, in einem preiswert herzustellenden Bassin gesammelt und in sparsamer und schonender Weise verwendet werden kann - Tröpfchenbewässerung im Garten, biologische Reinigungsmittel im Haus. Mit einer einfachen Kläranlage kann das Wasser regeneriert wieder in den natürlichen Kreislauf entlassen werden. Auf der Farm schützen Mulch, Begrünung und Belaubung vor Austrocknung, durch Anlage von bewachsenen Höhenlinien und Dämmen wird Wasser gehalten und in noch zu bauenden Teichen aufgefangen. Mit einem einfachen Filter kann Trinkwasser erzeugt werden.“


Arbeit von Koberwitz 1924

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