Peru: Geschichten und Berichte

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus verhängte Präsident Martín Vizcarra am Sonntag den 15. März 2020 erstmals den Ausnahmezustand in Peru. Dreieinhalb Monate lang galt landesweit das Gebot der „sozialen Isolation“ mit sehr strengen Ausgangssperren. Kindergärten, Schulen, Universitäten, soziale Einrichtungen und wirtschaftliche Betriebe wurden geschlossen. Für die Kontrollen dieser Regeln wurden neben Polizisten auch Soldaten eingesetzt.

Menschen, die in extremer Armut leben, sollten durch kleine staatliche Hilfszahlungen gestützt werden. Aufgrund fehlerhafter Registrierung und mangelnder Infrastruktur zur Mittelverteilung erreichte diese Hilfe jedoch bei weitem nicht alle der knapp 1. Mio. als extrem arm geltenden Peruaner*innen. Zudem waren die wenigen und schlecht ausgestatteten öffentlichen Krankenhäuser und Gesundheitszentren sehr schnell mit der Situation überfordert.

In Lateinamerika sind in Peru nach Brasilien die meisten Covid-19 Toten zu beklagen. Menschen, die im informellen Bereich arbeiten, sind darauf angewiesen, täglich auf die Straße zu gehen, um ihr Essen zu verdienen. Aufgrund dieser Notlagen und schlicht – aufgrund des Hungers – war es nicht allen Menschen möglich, sich an die strengen Ausgangsregeln zu halten.

In den Sommermonaten Juli bis September ist die Regierung unter dem ökonomischen Druck zu differenzierteren Maßnahmen übergegangen. Einerseits werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen einzelne Dienstleistungsbereiche wieder geöffnet. Gleichzeitig werden der Bergbau, die Industrie, das Transportwesen reaktiviert. Auch öffentliche Institutionen, wie etwa das Justizwesen, nahmen ihre Arbeit, mehrheitlich in digitaler Form, wieder auf während Schulen geschlossen bleiben. Zum anderen werden geographisch fokussierte Quarantänemaßnahmen für solche Städte, Provinzen und Regionen ausgerufen, die ein besonders hohes Infektionsgeschehen aufweisen.  

Mit unseren Partner*innen in Peru stehen wir per Telefon und E-Mail in regelmäßigem Austausch. Das, was sie uns berichten, möchten wir gerne mit Ihnen teilen.



Veronica Rondon berichtet von Aynimundo

Veronica Rondon, die in Lima die Organisation Aynimundo leitet, die Projekte integraler Slumentwicklung in der peruanischen Hauptstadt umsetzt, berichtete uns als erste von den Entwicklungen. Den ersten Bericht über die Lage in Peru und im Speziellen bei Aynimundo erhielten wir am 17. März 2020.

Am 26. Mai erhielten wir von Veronica einen zweiten Bericht und nun, am 17. Juli, erhielten wir das vorerst letzte Update von Veronica zu Lage bei Aynimundo:

Liebes ZSE-Team,

ich hoffe, ihr und eure Familien seid alle weiterhin bei guter Gesundheit.

Hier in Lima ist es kalt geworden und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Mittlerweile hat die Regierung die Corona-Quarantänemaßnahmen zurückgeschraubt (aber nicht etwa, weil sich die Ansteckungsrate verlangsamt hat, sondern weil die Wirtschaft darniederliegt!).  Die strengen Ausgangssperren gelten jetzt nur für einige Regionen, ansonsten herrscht weiterhin spät abends für alle Regionen eine Ausgangssperre. Auch für Kinder unter 14 Jahren und Ältere ab 65 Jahren gelten noch besondere Schutzvorkehrungen. Zugleich steigen die Infektionen an und bewegen sich grundsätzlich auf einem sehr hohen Niveau, wie auch ihr vermutlich aus den Nachrichten erfahren konntet.

Unserer Arbeit gehen wir weiterhin vor allem vom heimischen Schreibtisch aus nach. Wir tun dies bewusst, um das Risiko der Mitarbeiter*innen vor einer Ansteckung gering zu halten; Aktivitäten draußen führen wir äußerst vorsichtig durch und nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Einige Verwaltungsvorgänge, zum Beispiel, können nur vom Büro aus durchgeführt werden. Aber alle Aktivitäten mit unseren Zielgruppen führen wir weithin über virtuelle Kanäle durch.

Eine unserer Psychologinnen und deren Familienangehörige sind an Covid-19 erkrankt. Der Ehemann unserer Pädagogin, der selbst einmal bei Aynimundo angestellt war, ist ebenfalls erkrankt. Beiden geht es aber den Umständen entsprechend gut, sie kurieren die Krankheit zu Hause aus. Warmolt Lameris (Ehemann von Verónica Rondón; Leiter des Programms Plataforma Urbana) hält telefonisch Kontakt und versucht, ihnen beizustehen und Mut zuzusprechen.

Von den Corona-Sonderspenden, die über die ZSE und weitere Förderer an uns weitergeleitet wurden, haben wir bisher in zweiwöchigem Rhythmus insg. 423 Versorgungspakete an 91 besonders bedürftige Familien aus unseren Zielgruppen ausgeteilt. In diesen Familien haben die Menschen ihre Arbeit verloren und wissen nicht, wie sie überleben sollen. Die Pakete sind mit Grundnahrungsmitteln bestückt. In Einzelfällen haben wir auch rezeptfreie Medikamente besorgt. Doch damit gehen wir äußerst behutsam um, da die Menschen hierzulande gern dazu tendieren, sich selbst zu diagnostizieren. Zugleich ist es gerade kaum möglich, einen Arzt oder ein Gesundheitszentrum aufzusuchen, weil diese mit Behandlungen von Corona-Erkrankten vollkommen überlastet sind. 

Ergänzend dazu unterstützen wir eine Gemeindeküche in einem Stadtviertel, in dem ein von uns betreutes Kind lebt, mit frischen Lebensmitteln (Gemüse und Obst). In der Gemeindeküche werden Mahlzeiten für insg. 50 Familien mit durchschnittlich je fünf Angehörigen gekocht und ausgeteilt. Über unsere Unterstützung wird sichergestellt, dass nicht nur Reis oder Nudeln auf dem Menü stehen, sondern dieses mit Vitaminen angereichert wird, - was in diesen von Mangelernährung stark betroffenen Orten besonders wichtig ist.

Wir danken euch vielmals für euer Vertrauen und eure Unterstützung – gerade in einer solchen Zeit, in der die Umstände enorm komplex und unsicher sind für alle. Es bestärkt uns sehr zu wissen, dass wir auf euch zählen können!

Eine feste Umarmung
Verónica


Victor Acosta Sanchéz berichtet von ACICA

Auch Victor Acosta Sanchéz, Direktor der Kleinbäuer*innenorganisation ACICA, hat uns von seinen Erfahrungen in San Marcos berichtet. Normalerweise fördert ACICA den organischen Landbau in zwölf Bergbäuer*innen Gemeinden im nordperuanischen Cajamarca, derzeit muss diese Arbeit jedoch ruhen. 

Der erste Bericht von Victor Acosta Sanchéz erreichte uns am 16. März 2020. Er stellt die Auswirkungen der Verhängung des Ausnahmezustands dar und berichtet davon, wie sich die Welt von heute auf morgen veränderte. Nachdem der Ausnahmezustand ein weiteres Mal verlängert wurde, berichtete uns Victor am 1. April ein weiteres Mal.

Einen aktuellen Bericht über die Lage bei ACICA, und in der gesamten Region Cajamarca, erhielten wir von Victor am 23. April 2020:

In der Region Cajamarca gibt es über 80 Covid-19-Infizierte (23.04.2020). Am stärksten betroffen ist die Stadt Cajamarca. Glücklicherweise verzeichnet die Provinz San Marcos, in der ACICA und die Gemeinden, mit denen ACICA zusammenarbeitet, liegen, noch keine Infektion. Victor Acosta führt dies insbesondere auf die sehr gut organisierten Rondas Campesinas zurück (Bäuerliche Selbstverwaltung auf Dorfebene), die in Abwesenheit von staatlichen Polizei- und Sicherheitskräften die Bewegungen von Fahrzeugen und Menschen kontrollieren und nicht zulassen, dass Menschen, die nicht in den Gemeinden wohnen, diese ohne weiteres betreten.  

Die Zahl der Rückkehrer*innen der ländlichen Provinzen Cajamarcas, die saisonal in Küstenstädten (z.B. Chiclayo, Trujillo, aber auch Lima) arbeiten und nun wegen der Pandemie ihre Arbeit verloren haben, wird zurzeit auf mind. 40.000 Personen geschätzt. Für diese Gruppe hat die Regionalregierung von Cajamarca angeordnet, dass sie zunächst 14 Tage in Quarantäne in Pensionen oder anderen, aktuell nicht genutzten öffentlichen Einrichtungen in der Stadt Cajamarca verbleiben sollen. Nur, wenn sie in dieser Zeit keine Covid-19-Symptome entwickeln, wird ihnen eine Erlaubnis erteilt, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren.

Victor Acosta betont die Schwächen des staatlichen Datenregisters. Es ist etwa bekannt geworden, dass ca. 16.000 Personen darin verzeichnet sind, die eigentlich bereits verstorben sind. Andere Menschen, die auf die staatlichen Hilfszahlungen von  zwei Mal 380 Soles dringend angewiesen wären, sind nicht erfasst. Es gibt sehr große Divergenzen bei der Datenerhebung sowie eine nicht klar geregelte Weiterleitung von Daten zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen des peruanischen Staates (Kommunen – Provinzen - Regionen – Nationalebene).

Während es keinen Personentransport gibt, wird der Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und weiteren wichtigen Versorgungsgütern innerhalb der Regionen weiter aufrechterhalten. Daher bleiben die Märkte in San Marcos und kleineren Ortschaften in der Provinz mit wichtigen Gütern versorgt. Victor Acosta geht davon aus, dass die Kleinbäuer*innen in den ländlichen Gemeinden mit der Pandemie besser zurechtkommen, da sie weiter ihre Felder und Gemüsegärten bestellen und ihr Vieh halten können. Sie sind also mit Nahrungsmitteln versorgt und erleiden keinen Hunger. Bewohner*innen der Städte hingegen, die auf Lohnarbeit oder diejenigen, die auf Einnahmen aus informeller Beschäftigung angewiesen sind, um sich und ihre Familien zu versorgen, haben es deutlich schwerer, durch diese Krise zu kommen.

Wegen der Ausgangssperren können die landwirtschaftlichen Berater von ACICA die Gemeinden weiterhin nicht besuchen. Die Kommunikation ist ebenfalls schwierig, da ca. 80 % der Kleinbäuer*innen, mit denen ACICA arbeitet (ca. 400 Familien), über kein Mobiltelefon verfügen und da die Netzverbindung in die entlegenen Gemeinden auch sehr schlecht ist. Dennoch halten die ACICA-Mitarbeiter mit denjenigen, die ein Mobiltelefon haben, so gut es geht Kontakt. Auf diese Weise hat Victor Acosta sehr positive Rückmeldung von einigen Familien erhalten. Sie zeigen sich sehr glücklich darüber, dass sie im vergangenen Jahr im organischen Landbau geschult wurden. Dies erfolgte im Rahmen des groß angelegten Bergbäuer*innenprojekt, das im letzten Jahr startete und das mit aus Mitteln des Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. So sind sie bei der Kultivierung ihrer Felder und Gärten nicht mehr auf chemische Dünger, Insektizide oder Pestizide angewiesen, die sie früher auf städtischen Märkten haben besorgen müssen. So führen u.a. die verschiedenen Formen von Wasserspeicher- und Bewässerungssystemen, die im vergangenen Jahr im Zuge des Projektes installiert wurden, zu besseren Ernten. In den höher gelegenen Gemeinden hat es bislang auch hinreichend geregnet; in den niedrigeren Höhenlagen wird es allmählich sehr trocken.


Lizbeth Escudero López berichtet von Qespina

Lizbeth Escudero López, die mit ihrer Organisation Qespina in den peruanischen Hochanden sechs andine Bergschulen begleitet und den Raum für kreative Bildung öffnet und neu gestaltet, berichtete uns am 18. März zum ersten Mal von den aktuellen Entwicklungen in Peru und dem Ausruf des nationalen Notstandes (den Bericht finden Sie hier).

Am 14. April erhielten wir von Lizbeth ein Update zu der Situation in Peru und den Anstrengungen die Qespina unternommen hat, um die Schüler*innen der Bergschulen bestmöglich mit Informationen zu versorgen. Vier Tage später erhielten wir von ihr die Information, dass Schulkinder auf unbestimmte Zeit nicht mehr in die Schule gehen dürfen (das Update vom 18. April finden Sie hier).

Trotz häufig nur sehr partiellem Zugang zum Internet und ausbleibender Unterstützung durch die Regierung, gelingt es Qespina und auch den Lehrer*innen, Kontakt zu den Schüler*innen zu halten und sie mit Unterrichtsmaterial zu versorgen. Am 25. April berichtete uns Lizbeth von den Fortschritten, die die Bergschulen in dieser ungewöhnlichen Situation machen (den Bericht finden Sie hier).

Am 13. Mai berichtete Lizbeth Escudero ein weiteres Mal, u.a. von der Verlängerung der Quarantäne.

Auch am 25. Mai erhielten wir von Lizbeth Escudero eine E-Mail mit ihren Schilderungen zu der Situation in der Stadt Cusco sowie der Unterstützung, die Qespina zurzeit im Rahmen ihres Projektes mit den Bergschulen leisten kann.

Am 31. August erreichte uns die folgende Nachricht von Lizbeth Escudero, Leiterin des Vereins Qespina:

Guten Tag,

ich sende Ihnen allen liebe Grüße und hoffe, dass es Ihnen gut geht.
Im August hatte die Region eine Zunahme der Ansteckungsfälle mit Covid-19 zu verzeichnen. Dadurch ging Cusco in die „Phase 4 der Pandemie“ (d.h. Phase der exponentiellen Ansteckungsrate) über. Unser Gesundheitssystem läuft Gefahr, zusammenzubrechen - so wie an vielen anderen Orten in Peru.

Heute verzeichnet die Region Cusco mehr als 28.000 Infektionen und über 700 Todesfälle. Bisher wurden für einzelne Distrikte Cuscos lokale Quarantänen ausgerufen. Nun, im September, wird die Quarantäne auf die ganze Region ausgeweitet. Die Bewegungsfreiheit wird wieder stark eingeschränkt. Menschen können ihre Häuser nur noch im Notfall oder zur Besorgung von Lebensmitteln verlassen. Von 20:00 Uhr am Abend bis 04:00 Uhr in der Früh herrscht totale Ausgangssperre.

Der peruanische Staat hat ein prekäres Gesundheitssystem und investiert grundsätzlich viel zu wenig in den Gesundheitsbereich. Es fehlt an geschulten Fachkräften. Viele Infizierte bevorzugen, zu Hause zu sterben, aus Angst davor, ins Krankenhaus zu gehen, wo Betten und Beatmungsgeräte fehlen.

Viele Menschen leben in Armut, verdienen sich ihr spärliches Einkommen durch informelle Beschäftigung und leben dicht gedrängt in engen Behausungen. Unser Staat ist geprägt durch Mangel: mangelnde Infrastruktur, mangelnde Daseinsvorsorge, mangelnde soziale Ordnung.
 
Dank der Förderung durch die Zukunftsstiftung Entwicklung ist es uns in den Monaten Juli und August gelungen, didaktische Materialien und Hygiene-Kits an ca. 200 Schulkinder in den Gemeinden Tangabamba, Simatauca, Chusos, Huila Huila, Qorimarca, Chequereq und Villa del Carmen (allesamt gehören sie geographisch zum Heiligen Tal der Inkas in Cusco) zu verteilen.

80 Familien haben außerdem Unterstützung zur Errichtung von Gemüsegärten bei sich zu Hause erhalten (etwa Maschendraht, Saatgut) – dabei hatten wir ursprünglich nur 50 Familien für diese Aktivität vorgesehen. Die Übergabe der Materialien und die Einweisung in den Umgang damit, fand in den Bergschulen unter Berücksichtigung der geltenden Sicherheitsmaßnahmen statt.

Im Namen aller Beteiligten möchte ich Ihnen unseren Dank zum Ausdruck bringen. Wenn man die Möglichkeit hat, zu helfen, dann ist es jede Anstrengung wert.

Viele Grüße
Lizbeth Escudero


Francisco Guerra Tananta berichtet von ACELPA

Francisco Guerra Tananta, der die Organisation ACELPA (Gemeingut Amazonien) in Tamshiyacu leitet, schrieb uns Mitte April:

Ich möchte Sie alle recht herzlich grüßen und Ihnen ein paar Zeilen zur Situation bei uns in der nordperuanischen Amazonasregion Loreto zusenden.

Für uns, die wir praktisch “im Freien“ leben, mutet die soziale Distanzierung und das Verbot der Bewegungsfreiheit, die von der peruanischen Regierung verordnet wurden, sehr seltsam an. Von 16:00 Uhr nachmittags bis 04:00 Uhr morgens herrscht Ausgangssperre. Und in der anderen Tageshälfte darf je ein männliches oder weibliches Familienmitglied alleine aus dem Haus, um dringende Besorgungen zu tätigen. Den Markt betritt man mit einer Atemschutzmaske, man muss auch dort die 1.5 Meter Abstandsregelung einhalten, und beim Hinein- und Hinausgehen wäscht man sich die Hände mit Seife. Bei Verstößen gegen die Sicherheitsmaßnahmen werden Geldstrafen ausgesprochen, die sich von 80 bis 480 Soles (ca. 21 bis 128 Euro) erstrecken und innerhalb von fünf Tagen zu bezahlen sind.

Es wurden zwar Maßnahmen zur Versorgung bedürftiger Familien eingeleitet, etwa finanzielle Unterstützung oder Pakete mit notwendigen Versorgungsgütern. Aber wenn man bedenkt, dass Familien hier in der Regel aus zahlreichen Mitgliedern verschiedener Generationen bestehen und zusammenwohnen, sind diese Hilfen nicht ausreichend. Mindestens bis zum 26. April sollen diese Maßnahmen aufrechterhalten werden.

Als Verein Acelpa mussten wir unser Büro in Tamshiyacu schließen. Es ist uns aber möglich, die Modellfarm weiter zu betreiben. Wir versorgen die Tiere, bestellen das Feld und bearbeiten die Gemüsebeete, halten die Gehege, das Teichufer und Bienenbehausungen instand, und setzen den Rhythmus der biodynamischen Präparateherstellung fort.

Unsere Agroforstingenieurin Silvia de Aguila Reyna, die als Teilzeitkraft von auswärts mit dem Boot nach Tamshiyacu kommt, kann dies zurzeit nicht tun, da die Flussfahrten, wie der gesamte öffentliche Verkehr, eingestellt worden sind. Die von uns für die Gemeingutschutzzone gekauften Grundstücke versuchen wir weiterhin, wenn auch in eingeschränkter Form, vor Wilderern zu beschützen. Zumindest einmal pro Woche kann je eine Person einen Wachgang machen.

Mit allen anderen geplanten Vorhaben müssen wir warten, bis die Versammlungs-, Bewegungs- und Arbeitsfreiheit wieder gewährleistet sind.

Mit meinen besten Grüßen
Francisco Tananta


Bericht einer peruanischen Umweltrechtsorganisation

Eine peruanische Umweltrechtsorganisation arbeitet u.a. zur rechtlichen Verfolgung von illegalen Rodungen im Amazonasgebiet. Sie begleitet unseren Projektpartner ACELPA in Tamshiyacu (Gemeingutzone) in den Auseinandersetzungen um die illegalen Rodungen der transnationalen Kakaofirma in dessen unmittelbarer Nachbarschaft.

Den ersten Bericht zur Situation in der Amazonasregion erhielten wir von der Organisation am 9. April 2020. Hier wird insbesondere von der Situation der indigenen Bevölkerung und dem begrenzten Zugang zu eigenen Nahrungsmitteln - durch gesperrte Straßen - sowie dem schwierigen Zugang zu staatlichen Notfallsubventionen berichtet.
Am 17. Mai berichtete die Organisation ein weiteres Mal von der Situation in Peru und im Speziellen in der Amazonasregion. Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Der neuste Bericht erreichte uns am 25. Mai:

Liebes ZSE-Team,

vielen Dank für eurer kontinuierliches Interesse an der Situation hier in Peru. Einige Regionen sind hier besonders hart von der Pandemie betroffen. Im Amazonasgebiet verzeichnen die Regionen Loreto, Ucayali und Madre de Dios hohe Ansteckungsraten. Die Gesundheitszentren und Krankenhäuser dort sind ohnehin schlecht ausgestattet und schwer zugänglich und unter einer solchen Pandemie brechen sie schlicht zusammen. Zugleich sollte man nicht vergessen, dass nur etwa 10% der Peruaner*innen über eine Krankenversicherung verfügen.

Die Quarantänemaßnahmen gelten zwar bis zum 30. Juni weiter, aber einige Wirtschaftssektoren können nach und nach ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Fortbewegung ist dennoch eingeschränkt.

Wenn ich einen Blick auf die „Post-Normalität“ in Peru wagen sollte, so ist klar, dass eine Erholung nicht leicht sein wird. 70% der Menschen sind im informellen Sektor beschäftigt, d.h., auf tägliche Einnahmen angewiesen, ohne die das Begleichen von Mietkosten, Lebensmitteln, Medikamenten, Schulbildung von Kindern etc. nicht möglich ist. Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen und fehlender Grundversorgung leiden auch schon ohne Corona viele Menschen an chronischer Unterernährung oder an Tuberkulose.

Was die Schulbildung anbetrifft, so kann man bereits jetzt von einem verlorenen Schuljahr für die Kinder und Jugendlichen sprechen. Wir beobachten auch, dass viele Mittelschichtsfamilien in Lima, die bislang ihre Einkommen vor allem in eine private Schulbildung ihrer Kinder investierten, nun ihre Jobs verloren haben und ihre Kinder an öffentlichen Schulen anmelden, da sie die Kosten der Privatschulen nicht länger stemmen können. Selbst in Lima verfügt nur etwa die Hälfte aller Haushalte über einen Internetzugang. Deshalb setzt die Regierung auch, in beschränktem Maße, auf die Ausstrahlung von Lehreinheiten über Fernseh- und Radiokanäle. 

Soviel von unserer Seite. Ich hoffe, ihr und eure Familien bleibt gesund. Herzliche Grüße, passt auf euch auf.


Mitarbeiter*innen berichten von der Asociación Holanda

Pim Heijster gründete mit seiner Frau Luz Marina die Asociación Holanda, die gehörlose Kinder und Jugendliche in Cajamarca, im Norden von Peru, fördert und begleitet. Die Asociación Holanda fördert mithilfe von Sprachtherapie und Beratung der Eltern, organisiert Übersetzungen in Gebärdensprache für Schulkinder an Grund- und weiterführenden Schulen, ermöglicht Hausaufgabenhilfe von älteren an jüngere gehörlose Schüler*innen, bietet Gebärdensprachunterricht für Hörende (Eltern, Lehrer*innen, Mitschüler*innen, Interessierte) an und unterstützt gehörlose junge Menschen beim Übergang in die berufliche Ausbildung sowie in den Beruf. Ein Großteil der Arbeit wird darüber finanziert, dass Pim Heijster und Luz Marina Eis produzieren und eine Eisdiele auf dem zentralen Platz in Cajamarca betreiben.

Am 23. April 2020 erhielten wir den ersten Bericht von Pim Heijster zur aktuellen Lage in Cajamarca. Er berichtet von den ersten Wochen des Lockdowns und den Umstellungen, die die Asociación Holanda unternommen hat, um trotz Notstand ihre Arbeit fortsetzen zu können. Ein Update zur Situation in Cajamarca und eine konkrete Übersicht der Hilfsangebote der Asociación Holanda erhielten wir von Pim am 01. Mai 2020. Den Bericht von Pim finden Sie in voller Länge hier.

Am 26. Mai 2020 berichtete uns Sandra Medina, die Koordinatorin des Programms für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche bei der Asociación Holanda, ausführlich von der aktuellen Situation und den Aktivitäten der Asociación in diesen schwierigen Zeiten. Den Bericht in voller Länge finden Sie hier.

Am 22. Juni sandte uns Pim Heijster eine E-Mail mit ausführlichen Eindrücken aus der Stadt Cajamarca zu.                                       

Zwischen dem 20. Juli und 16. August erreichten uns die folgenden Nachrichten von Pim Heijster:

Die aktuelle Lage bezüglich Corona Infektionen ist überhaupt nicht gut. Es gibt viele weitere Ansteckungen in Cajamarca und wir kennen mittlerweile Menschen, die daran gestorben sind. Wir haben eine Mitarbeiterin und eine Verwandte, die sich infiziert haben. Allgemein herrscht viel Angst und Unsicherheit unter den Menschen in der Stadt. Unser Umsatz (in der Eisdiele Heladeria Holanda, deren Erlöse wesentlich die Projektarbeit finanziert) liegt bei 10% im Vergleich zum letzten Jahr. Wir sehen, wie die Banken schließen, weil sie kein gesundes Personal mehr haben.

Nach einer kurzen Phase der teilweisen Lockerung einiger Maßnahmen wurde nun wieder eine strengere Quarantäne verhängt. Das Risiko, uns anzustecken, ist sehr groß. Daher beschränken wir unsere eigenen Ausgänge für Besorgungen oder Besuche unserer Zielgruppen zur Aushändigung von Corona-Hilfen auf das Allernotwendigste.

Die Apotheken in Cajamarca sind leergefegt. Nicht einmal Aspirin ist noch erhältlich. Weil die wenigen Krankenhäuser in der Stadt keine Patient*innen aufnehmen können, bleiben Covid-Infizierte zu Hause. Sie führen per Whatsapp Gespräche mit Ärzt*innen oder Krankenschwestern und versuchen, mit den wenigen verfügbaren Mitteln sich selbst zu behandeln. Familienangehörige lernen, wie sie den Erkrankten Spritzen geben und versuchen, für weit überhöhte Preise Sauerstoff-Gallonen über private Netzwerke zu beschaffen.

Trotz alledem – viele liebe Grüße aus Cajamarca
Pim Heijster


Die Arbeit der Asociación Holanda

Julio Herrera berichtet aus dem kleinen Dorf Andahuaylillas

Julio Herrera, der 2000 gemeinsam mit Lucy Terrazas und weiteren Frauen das Projekt Q´ewar ins Leben gerufen hat, berichtete uns zuletzt am 4. September 2020 von der Situation in dem kleinen Dorf Andahuaylillas und den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Arbeit des Projektes:

Liebes ZSE-Team,

eigentlich haben wir uns nach zweiwöchiger, freiwillig gewählter Quarantäne darauf vorbereitet, am 31. August wieder unsere Arbeit bei Q’ewar aufzunehmen. Aber aufgrund der kontinuierlich hohen Infektions- und Todesraten hat die Regierung in den südlichen peruanischen Regionen Cusco, Puno, Moquegua und Tacna eine umfassende Quarantäne für den gesamten Monat September angeordnet.

Unsere Aktivitäten bleiben also vorerst eingestellt, und alle Frauen haben sich Stoffe und Utensilien zum Nähen mit nach Hause genommen, sodass sie dort weiter arbeiten können.

Die freiwillige Quarantäne rührte daher, dass unsere Mitarbeiterin Gladys an Covid-19 erkrankt war. Ihr Mann hatte sich mit dem Virus in Cusco infiziert und übertrug das Virus auf Gladis und ihre beiden Töchter. Leider ist Gladis Mann am vergangenen Samstag verstorben, nachdem er zuvor in Cusco ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Gladis und ihre Töchter sind derweil bei guter Gesundheit, und auch sonst liegen keine Krankheitsfälle unter den Mitarbeiter*innen vor.

Gerade beginnt hier die Zeit für die Aussaat. Mais, Bohnen und Saubohnen sind bereits gepflanzt, bis Oktober werden wir auch Roggen, Weizen und Quinoa aussähen. Außerdem ernten wir demnächst Honig unserer Bienen.

Eine ganz herzliche Umarmung,
Julio

Einen vorangehenden Bericht von Julio vom 25. Mai 2020 können sie hier nachlesen.


Bericht der Werner Höing Peruhilfe

Seit 2007 betreut die Zukunftsstiftung Entwicklung den Stiftungsfonds Werner Höing Peruhilfe. Werner Höing lebte einige Jahre in Peru und lehrte Deutsch am Goethe-Institut. Über eine Kollegin lernte er damals ein Projekt kennen, in welchem er sich fortan tatkräftig engagierte: Zwei pensionierte Lehrerinnen und Schwestern – Nelly und Libia Espinoza – sammelten Spenden, um Kindern und Jugendlichen mit geistigen und physischen Behinderungen aus armen Familien Therapien, Medikamente und medizinische Hilfsmittel sowie Transportkosten zum behandelnden Gesundheitszentrum zur Verfügung zu stellen. Das Engagement setzte Herr Höing auch fort, als er später an anderen Orten – in Tiflis (Georgien) und Schwäbisch-Hall - tätig war. Werner Höing verstarb 2006. Seine Familie gründete auf seinen Wunsch hin einen Stiftungsfonds, mit dem diese Förderung weiterhin ermöglicht wird. Zu den zwei älteren Damen gesellten sich die Anwältin Zarela Trinidad Poma und die Sozialarbeiterin Dariela Espinoza Romera.

Am 27.07.2020 erreichte uns von der Asociación Werner Höing der folgende Bericht:

Der von der Zentralregierung verordnete Gesundheitsnotstand und die Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Pandemie in unserem Land haben schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für Millionen von Familien mit sich gebracht. Da viele Unternehmen und Betriebe schließen mussten, verloren viele Menschen ihre Arbeit. Die Nationalregierung ordnete finanzielle Hilfen zugunsten der ärmsten Familien an, sogenannte „bonos“, die man bei Banken abheben konnte; Stadtverwaltungen organisierten Nahrungsmittellieferungen. Leider wurden nicht alle bedürftigen Familien erreicht, was zu vielen Beschwerden und Unzufriedenheit führte. Außerdem erhöhten diese Maßnahmen die Ansteckungsgefahr, da viele Menschen in langen Schlangen vor den Banken und den Nahrungsmittelausgabezentren der Stadt ausharren mussten.

Die Familien unserer Patienten wurden weder bei den „bonos“ noch bei den Lebensmittelkörben berücksichtigt. Daher wandten wir uns im Fall der weiblichen Patientinnen an die Frauenbehörde. Wir konnten erreichen, dass die Familie einer Patientin den „bono“ (Wert: 380,00 Peruanische Soles bzw. ca. 91 Euro) für zwei aufeinander folgende Monate erhielt. Zugleich erhielten die Familien von vier weiteren Patienten Zugang zu den städtischen Lebensmittelpaketen. Damit aber auch die anderen Familien unserer Patienten mit Lebensmitteln versorgt werden könnten, haben wir uns mit dem Rotary Club Huaraz abgestimmt, um Spenden für Körbe mit Lebensmitteln und Hygeneartikeln für diejenigen zu organisieren, die nichts vom Staat erhalten hatten.

Als die Infektionen und Todesfälle in unserer Region zunahmen, und angesichts der Untätigkeit der Behörden, Menschen, die sich in einem Anfangsstadium der Erkrankung befanden, mit Medikamenten zu unterstützen, hat sich hier eine Initiative von Bürger*innen und privaten Institutionen unter Führung Leitung der katholischen Kirche mit dem Namen „Plattform für Solidarische Hilfe“ gegründet, um die Herstellung des Medikaments Ivermectin zu fördern. Dieses Medikament wird bei Covid-19 Erkrankten eingesetzt, die sich in einem anfänglichen Stadium der Krankheit befinden. Der Preis für dieses Medikament ging in den Apotheken enorm in die Höhe, was dazu führte, dass die Menschen mit knappen wirtschaftlichen Ressourcen sie nicht erwerben konnten.  Diese Plattform startete eine Kampagne und warb Spenden ein, um 10.000 Flaschen Ivermectin von je 15 ml herzustellen. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Medikament das Potenzial hat, Leben zu retten, und da die Medizin vor allem den bedürftigsten Menschen in unserer Region zugutekommen sollte, haben wir die Initiative ebenso unterstützt.

Während des Ausnahmezustands in Huaraz im März und April patrouillierten die nationale Polizei und die Armee auf den Straßen, um die Einhaltung der Quarantänemaßnahmen zu überwachen. Doch wegen der steigenden Infektionszahlen in den Reihen dieser Sicherheitseinheiten nahm diese Überwachung danach beträchtlich ab.

Leider sind trotz des Gesundheitsrisikos vor allem die einkommensschwachen und arbeitslosen Menschen aufgrund ihrer finanziellen Notlage und des Hungers gezwungen, auf die Straße zu gehen, um ambulanten Straßenhandel zu betreiben. Sie können sich nicht angemessen vor Ansteckung schützen und verwenden Einwegmasken mehrmals. Die Gesundheitsbehörde hat Standards für die Herstellung geeigneter Masken viel zu spät angeordnet, so dass die Hersteller ganz einfache Masken herstellten, um sie zu niedrigen Kosten zu verkaufen, und dies sind die Masken, die die meisten Menschen gegenwärtig benutzen. Zugleich gibt es aber auch viele Menschen, die die geltenden Schutzregeln verantwortungslos ignorieren und sich im öffentlichen Raum bewegen, als ob wir in normalen Zeiten wären, und die Polizei ist - auch aufgrund Angst vor Ansteckung - zu wenig präsent, um dieses Verhalten zu sanktionieren.

Bis heute wurden in Huaraz gemäß offiziellen Zahlen der Gesundheitsbehörde etwa 3.200 Fälle registriert. 138 Menschen sind mit oder an Covid-19 verstorben, 965 Menschen gelten als genesen. In der Statistik werden aber nicht die Menschen registriert, die mit der Erkrankung zu Hause bleiben und/oder sterben, ohne sich in die Behandlung eines Krankenhauses begeben zu haben, so dass wir davon ausgehen, dass diese Zahlen höher liegen. Es gibt viele Menschen, die nicht in den Krankenhäusern behandelt werden, weil diese überlastet sind. Ergänzend wurden daher Zelte auf den Parkplätzen und Innenhöfen der Krankenhäuser aufgestellt. Es gibt auch private Kliniken, die Covid-19-Patienten aufnehmen, doch diese sind sehr teuer und die meisten Familien können sich eine Behandlung dort nicht leisten.  

Wir für unseren Teil versuchen, unsere Häuser nicht zu verlassen. Zum Beispiel erledigen die Untermieter, die bei Nelly und Libya wohnen, deren Einkäufe, denn beide gehören in als Seniorinnen zur Risikogruppe. Ihre Gänge aus dem Haus beschränken sich zurzeit auf monatliche Gänge zur Bank sowie auf den Einkauf von Medikamenten für Patient*innen und für uns. Dariela geht montags, mittwochs und freitags vormittags zur Arbeit und erledigt einige wenige, notwendige Besorgungen; ansonsten bleibt sie zu Hause, macht z.B. auch eine online-Schulung.  Zarela geht auch nach draußen, wenn es ihre Arbeit erfordert, und um auf dem Markt Dinge zu besorgen. Wir versuchen, so gut es geht auf uns aufzupassen, indem wir uns an die Regeln der sozialen Distanzierung, des Händewaschens und Desinfizierens und des Gebrauchs von Masken halten. Wir machen uns große Sorgen wegen der Zunahme der Infektionen. Wir sehen, dass die Gesundheitsbehörde die angeordneten Verfahren für einen angemessenen Umgang mit dieser Pandemie nicht umsetzt, wie etwa die Anordnung von Quarantäne für Menschen, die mit Covid-19-Infizierten in Kontakt standen, oder die Überwachung der Quarantäne von Infizierten. Es werden keine Mittel zur Verfügung gestellt, um die Versorgung der Patienten in den Krankenhäusern zu verbessern. Der Mangel an Sauerstoff und Medikamenten löst bei den Menschen Verzweiflung aus, und Apotheken und Sauerstoffhändler nutzen diese Situation schamlos aus, um ihre Preise zu erhöhen.

Diese Gemengelage lässt uns zum Schluss kommen, dass diese Pandemie nicht schnell zu bewältigen sein wird, denn die Infektionsraten gehen weiter nach oben und die Arbeit der Behörden und beteiligten Institutionen verläuft weiterhin unkoordiniert.

Die Familien unserer Patienten sind beunruhigt, weil die meisten von ihnen Einkommen aus Landwirtschaft in kleinem Rahmen und dem informellen Handel erzielen, - diesen Aktivitäten können sie aktuell nur eingeschränkt nachgehen. Es traf sie hart, dass sie mit ihren ohnehin geringen Einkommen nicht einmal auf die staatliche Unterstützung hoffen durften.
Bei den Patient*innen, die sich einer Behandlung unterzogen hatten, stellen wir eine Verschlechterung ihrer Rehabilitation fest. Hier können wir beispielhaft J. R. anführen, der gegenwärtig an einer Muskelatrophie im Rücken leidet. Bei zwei Patienten wurden geplante Operationen auf unabsehbare Zeit verschoben, und vier Patienten erhalten seit über vier Monaten keine Behandlung.

Da die Preise der Nahrungsmittel und Medikamenten - so diese überhaupt verfügbar sind - stiegen, ist es für die Menschen mit geringem Einkommen schwer, diese zu erwerben. Aus diesem Grund organisieren wir mit dem auch von uns gespendeten Geld Lebensmittelpakete für zurzeit aktive und ehemalige Patienten.

Wir möchten Sie auch darüber informieren, dass infolge von Covid-19, zwei ehemalige Patient*innen gestorben sind, die noch zu Werner Höings Lebzeiten behandelt wurden.
Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen einen genaueren Eindruck von unserer Realität vermitteln können.

Mit herzlichen Grüßen
Libia, Nelly, Dariela, Zarela

Bildunterschriften:

Bild oben: Die Frauen von links nach rechts - Nelly Espinoza, Zarela Poma, Claudia Höing (Schwester des verstorbenen Werner Höing), Libia Trinidad Espinoza und Dariela Espinoza Romera.

Bild unten: Die Frauen von links nach rechts - Libia Trinidad Espinoza, Zarela Poma, Dariela Espinoza Romera, Nelly Espinoza


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