Pakistan: Geschichten und Berichte

Am 26. Februar berichteten pakistanische Behörden über die ersten beiden Infektionsfälle im Land. Derzeit (Stand: 7. Juli) gibt es in Pakistan mit seinen über 200 Mio. Bewohner*innen rund 234.509 Infizierte und 4.839 Tote. Die Zahlen steigen täglich.

Seit Ende März gelten verschiedene Beschränkungen des öffentlichen Lebens (bspw. die Aussetzung internationaler Flüge und die Sperrung der Grenzen), diese unterscheiden sich jedoch von Provinz zu Provinz. Grundsätzlich wurden die Menschen dazu aufgefordert, sich an Hygienestandards (bspw. den Verzicht auf Händeschütteln) zu halten. Moscheen sind weiterhin geöffnet. In ihnen versammeln sich große Menschenmengen zum Gebet. Kritiker*innen haben große Sorge, dass sich die Moscheen zu Virenherden entwickeln und das Virus so weit gestreut wird.



Update vom 10. Juni

Am 10. Juni meldete sich Aamir Razvi mit einem weiteren Update:

Pakistan hat den Lockdown zum Schutz gegen die Verbreitung des Virus aufgehoben und dies trotz steigender Fallzahlen. Der Grund dafür liegt in den wirtschaftlichen Konsequenzen. Pakistan kann sich eine Fortführung wirtschaftlich nicht leisten.

Trotzdem unterhält Roshni als Lebensgemeinschaft für Menschen mit Behinderung weiterhin strenge Schutzmaßnahmen. Diese gelten auch für die Schüler*innen der Green Earth Roshni School. Die Schüler*innen lernen weiterhin von zu Hause aus, während die Lehrer*innen die erforderlichen Lernmaterialien entwickeln und diese telefonisch mit den Eltern teilen. Das Fehlen einer angemessenen technischen Ausstattung wie Laptops aufgrund der sehr begrenzten finanziellen Ressourcen der Eltern macht den Prozess schwierig, aber nicht unmöglich.

17 Bewohner*innen mit geistigen und körperlichen Behinderungen wohnen weiterhin auf dem Campus und werden mit Hilfe eines Arztes, eines Sportlehrers und eines Musiklehrers unterstützt. Für die Patient*innen, die im Rahmen des Community Based Rehabilitation Program betreut werden, werden die Therapiedienstleistungen unter Schutzmaßnahmen in den Häusern der Familien erbracht.

Zusätzlich zu den allgemeinen Herausforderungen, die sich aus der Corona-Krise ergeben, hat Roshni auch Probleme damit, Mittel von lokalen Geber*innen zu sammeln, da die meisten von ihnen jetzt größere Spenden für den Gesundheitssektor zum Nachteil aller anderen Sektoren tätigen. Trotzdem bleibt Roshni zuversichtlich, dass wir nach Beendigung der Pandemie unsere Aktivitäten normal wieder aufnehmen können.


"Bleib zu Hause, bleib in Sicherheit"

Aamir Rizvi, Mitarbeiter in der Lebensgemeinschaft Roshni, hat uns am 7. April 2020 aus Pakistan und Lahore berichtet:

„Herzliche Grüße von der Roshni Association-Pakistan!

Wir hoffen, dass auch Sie gut auf sich aufpassen, dass Sie und Ihre Familie in Sicherheit sind und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Wir beten, dass diese Pandemie ohne zu große Opfer für das menschliche Leben vorbei geht.

Es wurde bestätigt, dass die Coronavirus-Pandemie im Februar 2020 Pakistan erreichte. Am 7. April 2020 betrug die Anzahl der bestätigten Fälle im Land über 3.800 mit 429 Genesungen und 54 Todesfällen. Mit über 1.700 ist Punjab derzeit die Region mit den höchsten Fallzahlen.

Mehrere Regionen im ganzen Land haben bis Mitte April Ausgangsperren angeordnet, um den Ausbruch einzudämmen. Dazu gehören Punjab, Sindh, Belutschistan und Azad Kashmir, einschließlich Gilgit-Baltistan.

Roshni Association ergreift gemäß den Anweisungen des Verwaltungsrats auch alle Vorsichtsmaßnahmen, die von der pakistanischen Regierung und dem Gesundheitsministerium festgelegt wurden. Die meisten der Menschen mit Behinderungen, die täglich zu den Werkstätten kommen, wurden nach Hause geschickt und es wurde den Familien geraten, wegen der Ausgangsperre dort zu bleiben. Wir sind in ständigem Kontakt mit den Eltern und teilen ihnen alle notwendigen Maßnahmen mit, um die Sicherheit ihrer Familienmitglieder zu gewährleisten.

Unsere Kindertagesstätte ist bis auf weiteres geschlossen. Das gleiche gilt für die Green Earth Roshni-Schule, die bis zum 31. Mai geschlossen bleibt. Die Lehrer*innen planen Unterrichtspläne und Lehrpläne zu entwickeln, um die Schüler*innen über das Telefon zu unterrichten zu können. Allen Lehrer*innen der jeweiligen Klassen wird empfohlen, Richtlinien und Arbeitspläne für die Arbeit von zu Hause aus zu entwickeln und während der Ausgangssperre Lernmaterialien für die Schüler*innen zu erstellen.

Die Roshni Living Community ist offen und der Hausverwalter und die Mitarbeiter*innen kümmern sich sorgfältig um unsere Mitbewohner*innen. Acht „besondere Freunde“ wohnen immer noch in unserem Gemeindehaus, weil ihre Familien nicht in der Stadt sind oder nicht kommen können. Aus diesem Grund hat unser Management beschlossen, sie hier zu behalten.

Für sie ist es strengstens verboten, die Räumlichkeiten von Roshni zu verlassen und Besuche sind ebenfalls eingeschränkt, so dass niemand außer den Vorstandsmitgliedern und Mitarbeiter*innen das Roshni-Gelände betreten kann.

Ein Gesundheitsberater, Dr. Farhan Abdul Rauf, ist seit drei Monaten (März-Mai-2020) zu unserem Tema hinzugekommen. Er arbeitet mit allen Mitgliedern der Lebensgemeinschaft zusammen. Dr. Farhan schult das gesamte Personal. Ein Sportlehrer und ein Musiklehrer kommen ebenfalls regelmäßig und arbeiten eng mit Dr. Farhan zusammen, damit die therapeutischen Bedürfnisse der Roshni-Freunde berücksichtigt werden.

Herr Durrani, Generalsekretär von Roshni hat außerdem allen Mitarbeiter*innen, Schüler*innen und Eltern Richtlinien mit Vorsichtsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Das Gebot der Stunde heißt soziale Distanz: "Bleib zu Hause, bleib in Sicherheit"

Viele Grüße,
Aamir Rizvi“

 Vorstand und Mitarbeiter*innen der Lebensgemeinschaft Roshni


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