Ghana: Geschichten und Berichte

Nachdem am 12. März die ersten beiden Corona-Infizierten in Ghana offiziell bestätigt wurden, verhängte Präsident Nana Akufo-Addo am 15. März Maßnahmen, um das Virus frühzeitig einzudämmen. Öffentliche Veranstaltungen, wie Beerdigungen, Gottesdienste, Workshops etc., wurden verboten und auch Schulen wurden weitestgehend geschlossen. Für Teile von Ghana trat zudem am 30. März eine dreiwöchige Ausgangssperre in Kraft.

Nach drei Wochen des Stillstands wurden am 20. April die ersten Maßnahmen wieder aufgehoben. Zwar bleiben die Schulen weiterhin geschlossen und öffentliche Veranstaltungen ebenso verboten, jedoch ist das Reisen innerhalb Ghanas wieder uneingeschränkt möglich.


Baobab Children Foundation unter Covid-19 in Ghana

Edith de Vos ist Geschäftsführerin der ghanaischen Baobab Children Foundation, Herzstück der Organisation ist das Jugendausbildungszentrum. Das Ausbildungszentrum soll insbesondere Kindern und Jugendlichen aus finanziell schwachen Familien eine Chance auf Bildung bieten.
Am 3. Mai berichtete uns Edith de Vos von der Situation in Ghana und den Auswirkungen von Covid-19:

Baobab Children Foundation unter Covid-19 in Ghana

Covid-19 erreichte Ende Februar auch Ghana. Inzwischen haben wir 2.074 bestätigte positive Fälle und 19 verstorbene Patienten. Nach einem 3-wöchigen Lockdown der Hotspots Accra, Kumasi, Tema und Kasoa, läuft jetzt alles wieder wie vorher – Nur mit strengen Auflagen: Hände haben wir schon überall Ende Februar gewaschen, Social Distancing, weniger Passagiere in Kleinbussen „Trotros“ und Taxis. Seit neustem besteht auch eine Maskenpflicht - „ You have it, you enter!“ - ohne Maske geht gar nichts mehr. Auf Märkten auf dem Land ist das aber alles noch nicht so wirklich angekommen. Dort sieht man noch sehr wenig Masken und auch kein Social Distancing.

Mitte April wachten wir aus der Schockstarre auf. Sie entstand Mitte März, nachdem die Schulen endgültig geschlossen wurden und alle unsere Gäste, vorwiegend Freiwillige und Touristen, abreisen mussten. Nachdem das Baobab Haus vier Wochen geschlossen war, wollten wir aktiv werden und etwas tun. Zunächst stand die Renovierung unseres Hauses an, da es keine Gäste gab und dadurch im ganzen Haus renoviert werden konnte. Nun strahlt das historische Haus in alter Pracht und die Gäste könnten kommen. Unsere Überlegung ging weiter: 15 Menschen arbeiten im Baobab Haus und müssen am Ende des Monats bezahlt werden. Im April hat das nun die Baobab Foundation übernommen.

Es wurden Mitarbeiter*innen zurückgerufen, nachdem sie vier Wochen lang Zuhause waren.  Neun von ihnen sind ehemalige Schüler*innen der Baobab Schule.  Unsere Mitarbeiterinnen haben den Vorteil, dass auch sechs das Schneidern gelernt haben, auch wenn sie im Restaurant als Köchinnen oder Serviererinnen arbeiten oder den Laden leiten. Zusammen mit der hauptberuflichen Schneiderin Mariama begannen sie, Gesichtsmasken zu nähen, da es absehbar war, dass es auch in Cape Coast eine Maskenpflicht geben würde. Diese Masken sollten im wiedereröffneten Laden zum Selbstkostenpreis von 3 Ghana Cedis (50 Cent) verkauft werden.

Die Schule sollte sich auch beteiligen. Ende April waren die Osterferien zu Ende und wir riefen die Schneider- Lehrer*innen und Prüfungsschüler*innen zurück. 500 Gesichtsmasken sollen zunächst einmal genäht werden, um sie der armen Bevölkerung in unseren Dörfern zu spenden. Auf dem Land ist weder Social Distancing zu beobachten noch tragen die Marktfrauen, Taxifahrer und Traders Masken. 5 GHC kostet uns eine Maske, damit auch das Essen für die produzierenden Schüler*innen finanziert ist. 400,- € kostet uns diese Aktion insgesamt.

Nun hörte ich im Radio, dass das Metropolitan Hospital in Cape Coast zum Behandlungshospital für Covid-19 Fälle erkoren wurde und der Teamleiter um Spenden bat. Sie brauchen alles: Eimer, Mobs, Seife, Putzmittel, Papierhandtücher, Toilettenpapier, Servietten, Desinfektionsmittel und ….. gesundes Essen für die Kranken. Da horchte ich auf, haben wir doch das Vegetarische Moringa Restaurant im Baobab Haus. Sofort besprach ich die Notsituation mit unserer Küchenchefin und der Managerin. 3x die Woche könnten wir doch zehn Essen und zehn Moringasäfte spenden. Gesagt, getan!
Ab dem 4.Mai beginnen wir. Das Krankenhaus ist sehr glücklich über diese Initiative. Und auch wir sind froh, dass wir helfen können.
500 Essen/Säfte/Wasser haben wir uns vorgenommen. Je Essen + Saft + Flasche Wasser rechnen wir mit 30 Ghana Cedis - 5 €. Diese Aktion wird uns also 2.500,- € kosten.

Für 500 Gesichtsmasken und 500 Essen mit Säften und Wasser bräuchten wir 2.900-, €
WIR HELFEN – DANK IHRER SPENDE

Update: Nachdem wir diese Nachricht von Edith de Vos erhalten haben, hat die Baobab Children Foundation sich (wegen des hohen Bedarfs) dazu entschieden sogar jeden Tag frisch für das Krankenhaus zu kochen.


Arbeit der Baobab Children Foundation in Zeiten von Corona


NOTHILFE COVID-19

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