Schweres Erdbeben in Nepal

Zur aktuellen Lage nach dem Erdbeben in Nepal (Update vom 05.05.2015)

Etwa 400.000 Menschen haben Kathmandu bis zum 29.04.2015 aus Angst vor Epidemien bereits verlassen, denn viele Tote können nicht geborgen werden, da schweres Gerät fehlt und die Zugangswege verschüttet sind. Alle Schulen in Nepal bleiben vorerst bis Mitte Mai geschlossen.
Die Regierung hat angeordnet, dass ab dem  29.04.2015 die Geschäfte, deren Gebäude nicht zerstört sind, wieder öffnen sollen. Gleiches gilt für Unternehmen. Am 04.05.2015 wurde berichtet, dass viele Lebensmittel ausverkauft sind und die Preise in Kathmandu und Bhaktapur stark steigen. Gleichzeitig entbrannte in den letzten Tagen eine Diskussion über die Kontrolle der Spendengelder durch die Regierung. Sie beabsichtige, alle Spendengelder in einen Fonds umzuleiten. Konten, die bereits vor dem 25.04.2015 existierten und erfahrenen Nichtregierungsorganisationen gehören, sind davon nicht betroffen. Das heißt: unsere Partner sind nicht von dieser Maßnahme betroffen.

Soforthilfe durch die Partner der Zukunftsstiftung Entwicklung

1) Luftbrücke mit Kleinflugzeugen aus Nepalgunj
2) Lastwagen liefern zusätzlich aus Indien
3) Dringend benötigt: Zelte, Decken, Planen, Wellbleche
4) Lebensmittel und Wasser nur in einigen Dörfern ein Problem
5) So verwenden wir Ihre Spendenmittel
6) Sammeln von Informationen für Wiederaufbau

Bis zum 05.05.2015 erhielten wir circa 130.000,- Euro an Spenden!
Haben Sie vielen herzlichen Dank! Die Spenden leiten wir in voller Höhe weiter an unsere Partner!

Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen, damit wir unsere Partner vor Ort wirksam unterstützen können. Bitte spenden Sie!

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Luftbrücke mit Kleinflugzeugen aus Nepalgunj

Über die Luftbrücke, die von unserem Partner RESIC aus Nepalgunj, direkt an der indischen Grenze gelegen, organisiert wird, werden dringend benötigte Güter, die zurzeit nicht in Kathmandu zu beschaffen sind, wie z.B. Zelte, Planen, Medikamente sowie bestimmte Lebensmittel mit einem Kleinflugzeug nach Kathmandu gebracht. Die Landebahn in Kathmandu für internationale, große Flugzeuge ist überfüllt, aber nationale Kleinflieger können auf einer Piste landen. Unsere Projektpartner WATCH, SECARD, Frauenunion und Wisdom School (Bhaktapur) haben bereits Beschaffungslisten weitergegeben. Täglich geht ein Flugzeug nach Kathmandu. Die Güter werden von den Mitarbeiter/innen von RESIC in Indien gekauft, verladen und direkt an die Projektpartner in Kathmandu ausgehändigt. Wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeit, die es uns eröffnet, Hilfsgüter schnell und unkompliziert dahin zu bringen, wo sie dringend benötigt werden.

Lastwagen liefern zusätzlich aus Indien

Die Frauenunion (Womens´ Foundation), die in zwölf Distrikten Nepals organisiert ist, leistet Soforthilfe, indem sie per Lastwagen von Kathmandu aus dringend benötigte Decken, Medikamente und Planen in die Distrikte liefert. Am 02.05. schreibt Renu Sharma, Gründerin und Präsidentin der Frauenunion: „Wir haben Lastwagenkonvois in die nördlichen und östlichen Distrikte Karve und Sindhulpalchowk geschickt. 1.200 Menschen haben auf uns gewartet und waren über die gebrachten Güter überaus glücklich. Sie erhielten Reis, Linsen, Decken und Zelte. Unser Team hatte die Dorfvorsteher im Voraus kontaktiert und die Situation und Bedarfe in den Dörfern ermittelt. Wir haben dann die benötigten Mengen an Hilfsgütern zusammengestellt und unsere Mitarbeiter/innen auf die Situationen vorbereitet, die sie antreffen würden. So konnten wir die Güter an diejenigen verteilen, die sie am meisten brauchten. Mit einem kleineren Team sind wir noch weiter in den stark betroffenen Distrikt Sindhupalchowk gefahren, um die Situation dort zu erkunden, da wir die Menschen auf anderem Weg nicht erreichen konnten. Es gibt dort noch keine Hilfsmaßnahmen, weder von Regierungs- noch NRO-Seite. Wie immer leiden diejenigen am meisten, die ohnehin benachteiligt sind: Die ohnehin schwer zu erreichenden Dörfer sind auch am meisten betroffen, da sie in den bergigen Gebieten liegen, die Wege durch Bergrutsche versperrt sind. Ihre Häuser sind zerstört. Die Kleidung, ihr weniger Besitz, ebenso wie ihre Töpfe oder die gelagerten Lebensmittel sind verschüttet. Sie schlafen unter freiem Himmel. Unser nächster Transport geht in diese Region.“  Am 04.05.2015 schickte die Frauenunion ein Ärzteteam, Lebensmittel, Decken und Zelte in diese Region. Sie bleiben drei Tage vor Ort. Die Ärzte behandeln die Menschen, verteilen Güter und sammeln Informationen zur Versorgungslage und Bedarfen für weitere Einsätze.

Dringend benötigt: Zelte, Decken, Planen, Wellbleche

Der Hof und Vorplatz der Manufaktur der Frauenunion in Kathmandu ist weiterhin zu einem Camp mit Feldküche umfunktioniert. Hunderte Nachbarn des stark beschädigten Viertels kommen dort unter und werden versorgt. Dafür hat die Frauenunion Zelte, Decken, Planen, Essen, Hygieneartikel und Medikamente gekauft und verteilt.

Der gesamte Schulhof der Biphul non Violence School, die von der Frauenunion geführt wird, ist ein Camp mit Volksküche. Beide Camps müssen weiter ausgestattet werden, denn es wird länger dauern, bis die Menschen an anderen Orten untergebracht werden können. Deshalb werden nach der Erstversorgung mit Planen und Zelten Wellbleche angeschafft, um für Schutz während der Regenzeit zu sorgen.

Am 02.05. 2015 konnte die Frauenunion die Lieferung weiterer Materialien direkt aus Indien per Lastwagen ordern. Wir hoffen, auf diesem Wege mehr schwere Güter transportieren zu können.

Die Bergbäuerinnenorganisation SECARD bringt per Jeep dringend notwendige Medikamente, Lebensmittel, Planen und Zelte in die Dörfer des Dhading-Distrikts. Wegen mangelnder direkter Kommunikation haben sie eine kleine Gruppe ausgesendet, die ermittelt, was in welchem Ort notwendig ist. Im Dhading-Distrikt sind fast alle Dörfer zerstört. Nach der Ermittlung werden voraussichtlich ab dem 05.05.2015 die Hilfsgüter geliefert.

Die Wisdom School liegt in der alten Tempelstadt Bhaktapur, die in weiten Teilen zerstört ist. Die Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen der Wisdom School organisieren eine Volksküche. Ab dem 05.05.2015 werden die Schulkinder, deren Häuser in Bhaktapur eingestürzt sind, in der Schule versorgt.


Lebensmittel und Wasser nur in einigen Dörfern ein Problem

Dr. Kaji Narayan Shrestha und seine Organisation WATCH  rüstete einen Lastwagen mit Hilfsgütern aus und schlug sich über Pisten am 01.05. in den Distrikt Devichaur in Lalitpur durch. In diesem Distrikt leben vor allem Mitglieder der Tamangs, einer sehr armen Ethnie.  Dr. Kaji Shrestha schreibt: „Ein Dorf mit 65 Häusern ist hier komplett zerstört. Die Dorfbewohner sagten, sie brauchten keine Lebensmittel und Wasser, sondern Mittel für den Bau provisorischer Unterkünfte. Wir arbeiten hier mit zwei Frauengruppen zusammen, die die Verteilung der Unterstützung organisieren. Im nächsten Dorf, in Tokalmath, sind 75 Häuser zerstört.  Auch in diesem Dorf brauchen die Bewohner/innen Material für provisorische Unterkünfte, denn Lebensmittel, Decken und Medikamente wurden hier schon verteilt.  In den Dörfern Danuwar und Dujuchhap sind 125 Häuser zerstört. In diesen Dörfern werden wir Wiederaufbauhilfe über WATCH organisieren.“

Am 02.05. gelangte Dr. Kaji Narayan Shrestha mit Hilfsgütern in einen anderen Distrikt, nach Siondhu Palchok. Dieser Distrikt ist einer der am meisten zerstörten mit ungefähr 1.200 Toten. Dr. Kaji Narayan Shrestha schreibt: „Wir sahen ein Haus, durch dessen Zusammenbruch 26 Menschen getötet wurden. Es müssen noch Viele unter den Trümmern sein, denn es riecht fürchterlich. Etwas oberhalb ist eine Kirche eingestürzt. 20 Menschen sind gestorben, fünf fehlen noch. All dies sind nur Beispiele. Das gleiche fanden wir in Lamo, Sangu, Sukute, Kothe, Barha Bise, Melamche, etc. Wir konnten das Dorf Sarki, bewohnt von den Ärmsten der Armen, Menschen der Schuhmacherkaste, nicht erreichen, ebenso wenig  ein anderes Newardorf, in dem zwei Tempel eingestürzt sind. Hilfsgüter werden ohne jede Koordination verteilt. Wir konzentrieren uns auf die Materialien für Unterkünfte und mobilisieren unsere Frauengruppen für die Verteilung.“

Bei unserer Partnerorganisation, der Association for Craft Producers,  ist eine Volksküche eingerichtet, um die Menschen des Viertels mit Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Die Kevin Rohan Eco Foundation liefert ebenso Güter an Dörfer am Rande des Kathmandutals. One World Nepal versorgt etwa 600 Familien mit Lebensmitteln und Zelten.

Drei Trinkwasserfilteranlagen, so genannte „Portable Aqua Units for Livesaving“, kurz PAUL, sind am 02.05.2015 in Kathmandu sicher gelandet. Sie gehen an die drei Partnerorganisationen ACP, WATCH und die Frauenunion. PAUL ist eine transportable Wasserfilteranlage. Das Membranfiltersystem filtert Schmutzpartikel und Krank¬heitserreger auf ein trinkbares Maß heraus. Täglich können so bis zu 1.200 Liter gefiltert werden.

So verwenden wir Ihre Spendenmittel

Für die Soforthilfe müssen pro Person und Tag in Kathmandu/Bhaktapur rund 1,50 Euro an Lebensmitteln gerechnet werden. Zelte kosten zwischen 30,- € und 120,- € (4-6 Personenzelte); Planen (je nach Größe) rund 15 Euro. Benzin und Diesel sind fast genauso teuer wie in Deutschland, d.h., Transportkosten sind sehr hoch. Dazu kommen Decken, Lebensmittel, Medikamente, Töpfe, Wellbleche und Geld für den Transport per Flugzeug.

Auf die Nothilfemaßnahmen muss der Wiederaufbau folgen, wofür wir weitere Mittel benötigen.

Bis zum 05.05.2015 haben wir knapp 130.000 Euro an Spendenmitteln erhalten.

Diese Mittel wurden bislang wie folgt verwendet:
- 10.000,- Euro für Lebensmittel und Medikamente
- 30.000,- Euro für Decken, Zelte und Planen
- 3.000,- Euro + Transportkosten (ca. 2.000 Euro) für drei Wasserfilteranlagen
- 10.000,- Euro für Wellbleche für Behelfsunterkünfte
- 3.500,- Euro für Transportkosten/ Luftbrücke

Spendenaufruf

Die Zukunftsstiftung Entwicklung bei der GLS Treuhand aus Bochum engagiert sich seit vielen Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit in Nepal. Um Nothilfe und Wiederaufbauarbeit ihrer Partnerorganisationen vor Ort zu unterstützen, bittet die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung um Spenden.

Acht der Partnerorganisationen der Zukunftsstiftung Entwicklung haben ihren Sitz im Zentrum des Bebens in Pokhara, Bhaktapur und Kathmandu. Sie leisten Not- und Wiederaufbauhilfe.

Wir treten jetzt in eine Phase ein, in der weitere Informationen gesammelt und Teams zur Versorgung und für den Wiederaufbau in die Dörfer geschickt werden.

Für den Wiederaufbau werden dringend weitere Spendenmittel benötigt.
Die Zukunftsstiftung Entwicklung garantiert, dass jede Spende zu 100% an die Partnerorganisationen in Nepal weitergeleitet wird.

Pressekontakt:

Dr. Annette Massmann (Geschäftsführerin): Tel. 0234-5797-5224, E-Mail: annette.massmann@gls-treuhand.de

Kristofer Lengert (Projektbegleitung und Öffentlichkeitsarbeit): Tel. 0234-5797-5124, E-Mail: kristofer.lengert@gls-treuhand.de

Spendenkonto:

IBAN: DE05 4306 0967 0012 3300 10 BIC: GENODEM1GLS

KontoNr. 12 330 010 – BLZ 430 609 67 GLS Bank

Spendenzweck für Not- und Wiederaufbauhilfe: Erdbeben Nepal

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