Fluten in Kerala, Südindien

Nothilfeaufruf für Partner in Südindien

Rückblick – Zum Hintergrund August 2018

Heftige Regenfälle führten im August 2018 im südindischen Bundesstaat Kerala zu einer Flutkatastrophe. Über 80 Dämme brachen und überfluteten das Land. Die schlimmste Flut seit 100 Jahren riss in Kerala unzählige Straßen, Brücken und Häuser weg. Viele Menschen verloren ihr Zuhause, ihr Vieh und damit ihre gesamte Lebensgrundlage. Trinkwasserquellen und Brunnen waren verschmutzt, Wasserleitungen und die Versorgung mit Elektrizität zerstört. Viele Regionen waren nur schwer erreichbar und gerade von Armut  

Unsere Partnerorganisation Peermade Development Society (PDS) schätzte die Gesamtkosten für die Wiederaufbaumaßnahmen der betroffenen Familien auf umgerechnet ca. 600.000 Euro. betroffene Gemeinden benötigten unmittelbare Hilfe.

Diese Summe setzte sich aus dem Wiederaufbau von 50 Häusern (pro Haus ca. 5.000 Euro), die Reparatur von 150 Häusern (pro Haus ca. 1.230 Euro) sowie der Wiederinstandsetzung von 50 Brunnen (pro Brunnen ca. 310 Euro) zusammen. Dazu kamen Hilfsmaßnahmen zur Erstversorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten.

Dank der Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender sind mehr als 67.000 Euro Spenden für die Nothilfemaßnahmen eingegangen. Gemäß der Dringlichkeit setzte unsere Partnerorganisation PDS die Nothilfemaßnahmen um. In den Dörfern Arayanjalimannu im Pathanamthitta Distrikt sowie in Angelvalley und Kanamala im Kottayam Distrikt wurden verdreckte und zerstörte Brunnen gesäubert, neu verschalt und damit die Trinkwasserversorgung wieder geschaffen. Die Häuser von 35 besonders bedürftigen Familien aus diesen Dörfern werden noch repariert bzw. neu aufgebaut. 

Weitere 42 Familien aus den Distrikten Idukki und Kottayam sind bereits identifiziert, der häusliche Wiederaufbau für diese Familien beginnt, sobald der Aufbau in den anderen Dörfern abgeschlossen ist. PDS unterstützte dank Ihrer Förderung 2.500 Menschen in drei Distrikten, die von der Flutkatastrophe betroffen waren. 

Aktueller Bericht aus Angelvalley

Im November besuchten Dr. Annette Massmann und Vanessa Schrader von der Zukunftsstiftung Entwicklung Kerala, so auch das Dorf Angelvalley, das unmittelbar von den Fluten betroffen war. 

Im Gespräch mit den Menschen vor Ort erfuhren sie, dass die Flut die meisten Menschen aus dem Schlaf riss. Viele versuchten noch im letzten Moment einige ihrer Habseligkeiten oder ihr Vieh zu retten, bevor sie ihre Häuser verlassen müssen. 

Mehr als 120 Betroffene harrten aufgrund der Zerstörung durch die Überschwemmungen rund zehn Tage in einer Lagerhalle als Notunterkunft aus. Die Aufräum- und Wiederaufbaumaßnahmen unserer Partnerorganisation PDS begannen kurz darauf, als das Wasser abgeflossen war. Auch mussten zunächst Straßen geräumt werden, damit Lieferungen von schwerem Material in das Dorf wieder möglich wurden. 

Eine Gruppe junger Studierender, die an dem College für Sozialarbeit, das unsere Partnerorganisation PDS auch betreibt und die vom Leiter der Organisation, Father Hubby Mathew, ausgesandt worden waren, um die Schäden zu eruieren, nahm vor Ort zunächst Daten zur Situation der betroffenen Familien auf, um herauszufinden, wo die Hilfe am dringendsten nötig war. 

Krankheiten verbreiteten sich zu dieser Zeit besonders schnell durch verunreinigtes Wasser. PDS führte Gesundheitscamps in Angelvalley wie auch den anderen betroffenen Dörfern durch, um die Menschen mit den notwendigsten Medikamenten und Hygienemitteln versorgen zu können. Als erste Wiederaufbauaktion setzte PDS dann die Wiederinstandsetzung der Wasserversorgung durch die Säuberung und Erneuerung von Brunnen um.

In Angelvalley verloren 27 Familien ihre Lebensgrundlage, neun Häuser konnten bisher dank der großen Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender renoviert werden. Die Brunnen sind nun besser gesichert, damit sie einer erneuten Überschwemmung zukünftig besser standhalten können. Auch die Sanierung eines Gemeinde-Brunnens, der rund 100 Menschen kostenlos mit Wasser versorgt, wurde umgesetzt. Die Zusammenarbeit mit PDS hat die Menschen in Angelvalley näher zusammengebracht. Es haben sich Selbsthilfegruppen gegründet, die auch nach der Katastrophe weiter zur Verbesserung ihrer Lebensgrundlagen zusammenarbeiten wollen.

PDS setzt die Nothilfemaßnahmen weiterhin fort. Weitere Brunnen und Häuser müssen noch gesäubert und renoviert werden. 

Wir danken – auch im Namen der Begünstigten in Kerala – sehr herzlich für Ihre Unterstützung, die unmittelbar und wirkungsvoll von den MitarbeiterInnen von PDS umgesetzt wurde. 

Laut Angaben unserer Partnerorganisation PDS sind aus dem Familienpatenschaftsprogramm der Zukunftsstiftung Entwicklung keine Patenfamilien von den direkten Auswirkungen der Flut betroffen. Lediglich zwei Familien berichten von geringer Zerstörung ihrer Gärten, die sie jedoch eigenständig beheben können.

Naturland, der Verband für ökologischen Landbau, ist in Kerala ebenfalls mit einer Partnerorganisation betroffen und unterstützt den Spendenaufruf ausdrücklich.

Wir bitten um Ihre Spende für unsere Partnerorganisationen vor Ort, damit diese die akute Hilfe und Wiederaufbaumaßnahmen umsetzen können.

 Dr. Annette Massmann und das Team der Zukunftsstiftung Entwicklung

Spenden Sie jetzt

Spendenzweck: Nothilfe Südindien (F 180 I)

 Bildunterschriften:

1.& 2. Zerstörungen im Dorf Angelvalley

3. Dank der Spenden sanierter und neu verschalter Brunnen in Angelvalley.

4. Betroffene aus Angelvalley berichten von den Tagen der Katastrophe. In dieser Halle harrten die BewohnerInnen des Dorfes gemeinsam zehn Tage lang aus.