Klimawandel live

Nahrungsmittelhilfe für Selenkay

30.11.2017 In der Region Selenkay im südlichen Kajiado hat es geregnet. Die Region war in den vergangenen Monaten eines der am stärksten von Dürre und Lebensmittelknappheit betroffenen Gebiete in Kenia. Seit April 2016 hatte es hier nicht mehr geregnet. Unsere Partnerorganisation AMDO versorgt seit März 2017 164 bedürftige Familien mit Nahrungsmittelhilfe. Bis Jahresende ist die Versorgung der Familien gesichert.

Lesen Sie hier den Abschlussbericht zur Lebensmittelhilfe in Selenkay.

Zum Hintergrund:

Es ist die stärkste Dürre seit 60 Jahren. Doch die aktuelle Hungerkrise am Horn von Afrika kommt nicht überraschend. Klimaforscher warnen bereits seit dem ungewöhnlich starken El Niño in 2015 vor den Auswirkungen des Klimaphänomens, dem schwere Dürren und Überschwemmungen folgen. Der oberste Hilfskoordinator der UN Stephen O’Brien vermeldete, dass die größte humanitäre Krise der seit Gründung der UN bevorstünde, mit mehr als 20 Millionen Menschen, die akut von Hungersnot betroffen sind oder es in Kürze sein werden.

Die Lage in Ostafrika ist auch deshalb so dramatisch, weil es bereits das zweite Dürrejahr in Folge ist. Zwar gab es in Kajiado in März und April 2016 den letzten Niederschlag, jedoch fielen die Regenfälle seit 2015 insgesamt zu kurz aus. Für die anstehende „lange“ Regenzeit (März bis Mai) sind weiterhin unterdurchschnittliche Regenfälle vorhergesagt. Die Menschen hier sind traditionelle Hirten, sie leben von ihren Rindern, Schafen und Ziegen. Das semiaride Klima lässt schon unter besten Bedingungen keinen Ackerbau zu. Nun sind die Männer mit den Herden weggezogen. Bis ins Stadtgebiet von Nairobi oder über die Grenze nach Tansania führt sie der Weg auf der Suche nach Futter und Wasser für diejenigen Tiere, die noch nicht auf der Strecke geblieben sind. In Kajiado zurückgeblieben sind Frauen, Kinder und Senioren.

Die Preise für Grundnahrungsmittel sind in der gesamten Region Ostafrika heute bis zu viermal so teuer wie noch vor einem Jahr. Ohne das Einkommen aus dem Fleischverkauf ist es für viele Familien in Kajiado nicht möglich, Nahrung zu kaufen. Zwar sagte bereits im November 2016 die lokale Regierung zu, Nahrungsmittelhilfe in Süd- und Ostkajiado zu initiieren, jedoch haben die Menschen in Selenkay davon bisher nichts gesehen.

Leonard Onetu, Leiter unserer Partnerorganisation AMDO (Amboseli Masai Development Outreach Program) und engagierter Führer der Massai Gemeinde von Selenkay, organisiert seit März 2017 Nahrungsmittelhilfe für die 100 am stärksten von Hunger betroffenen Familien. Dies sind vor allem ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern, schwangeren oder stillenden Frauen und Menschen mit Behinderung.

Mit bereits 1,13 Euro am Tag kann einem Menschen im Selenkay Gebiet mit einer Tagesration von ca. 238g Getreide/Mais, ca. 238g Bohnen und Speiseöl sowie ca. 238g Porridge eine Not-Grundversorgung ermöglicht werden.

Dank zahlreicher Einzelspenden konnten bereits vier Tranchen von insgesamt 32.000 Euro für die Lebensmittelversorgung an unsere Partnerorganisation AMDO, Selenkay, weitergeleitet werden. Leonard Onetu hat mit AMDO die Nothilfemaßnahmen umgehend umgesetzt. Bei der letzten Verteilung erhielten 164 Familien Lebensmittelpakete, die jeweils für rund acht Personen ausgelegt sind. Die Verteilung der Lebensmittel wurde mit einem Treffen zur Bewusstseinsbildung gegenüber Nahrungsmittelunsicherheit verbunden. Bis Jahresende 2017 ist die Versorgung der Familien gesichert.

 

 

 

 

 

 

 

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Spendenzweck: Kenia Nothilfe Selenkay (F 210 I)