Klimawandel live

Akute Wasserkrise in Südindien

Aufgrund der akuten Wasserkrise in Südindien veröffentlichten wir am 16. März einen Spendenaufruf, um die Durchführung dringend notwendiger Brunnenbohrungen umsetzen zu können. Dank einer Groß- und vieler Einzelspenden haben wir die dafür benötigte Summe von 24.522 Euro bereits erhalten. Haben Sie herzlichen Dank für die umgehende Unterstützung! 

Nun kämpft WARM noch gegen die Lebensmittelkrise, die die Dürre nach sich zieht. Die Lebensmittelpreise für Reis und die Preise für Diesel sind bereits deutlich gestiegen, was wiederum in eine Erhöhung der Unterhaltskosten für die Heime mündet, die WARM unterhält.

Bis Ende September sind noch 17.212 Euro für gestiegene Unterhaltskosten notwendig. Dabei hoffen wir, dass der Monsun im Juni Regen bringt und dementsprechend im September geerntet werden kann. Pro Person und Monat sind es rund 10 Euro, die aufgebracht werden müssen.

Zum Hintergrund:

In Südindien sind die südöstlichen und nordwestlichen Monsunregenfälle komplett ausgefallen. Die Partnerorganisation Welfare Association for the Rural Mass (WARM) der Zukunftsstiftung Entwicklung erlebt eine akute Wasserkrise.

Der Süd-West Monsun (Juni bis September) brachte weniger als 25%, und der Nord-Ost Monsun (Oktober bis Dezember), der sonst 60% der jährlichen Niederschlagsmenge ausmacht, brachte weniger als 10% des zu erwarteten Regenwassers. Viele Gebiete haben keinen einzigen Tropfen Regen während des vergangenen Jahres bekommen. Die Regierung hat die Gebiete im Süden Indiens zu Dürreregionen erklärt.

Gegenwärtig sind Teiche, Seen und 90% der Brunnen und Bohrlöcher im betreffenden Gebiet Tiruvannamalai vollkommen trocken. Die Menschen sind gezwungen, Strecken von mindestens 10 Kilometern von ihrem Dorf aus zurückzulegen, um die maximale Menge von 40 Litern Wasser zu holen. Da die Brunnen fast trocken sind und sich die unterirdischen Wasserquellen nur dürftig erholen oder sogar völlig ausgetrocknet sind, wurden Wasserverkäufe in diesen Gebieten komplett gestoppt, was große Abnehmer, wie die Einrichtungen von WARM, in hohem Maße beeinträchtigt.

WARM berichtet, dass 100 Kinder, 55 Senior*innen aus zwei Heimen, 65 Auszubildende und 120 Textilmitarbeiter*innen sowie 50 Kühe täglich nur noch einen Eimer Wasser zur Verfügung haben - zum Trinken und Waschen.

Aufgrund des knappen Wasserangebots konnten die meisten Menschen keinen landwirtschaftlichen Anbau betreiben. Und diejenigen, die mühevoll ihre Felder bestellten, haben durch die Dürre nun alles verloren. Auch bei WARM ist kein Anbau mehr möglich und 20% der Bäume sind bereits aufgrund unzureichender Bewässerung vertrocknet. Zur Fütterung des Viehs konnte nicht ausreichend Gras angebaut werden.

Der Milchertrag der Kühe verringert sich, was zu einer Rationierung der Milch für die Heimbewohner*innen führt.

Die Brunnenbohrungen werden nun durchgeführt um unserer Partnerorganisation den Zugang zu einer Wasserquelle zu ermöglichen. Wir werden fortlaufend berichten. 

Spenden Sie jetzt

Spendenzweck: Indien Nothilfe Wasser (F 176 I)