Klimawandel live

Akute Wasserkrise in Südindien

Aufgrund der akuten Wasserkrise in Südindien veröffentlichten wir am 16. März einen Spendenaufruf, um die Durchführung dringend notwendiger Brunnenbohrungen umsetzen zu können. Dank einer Groß- und vieler Einzelspenden haben wir die dafür benötigte Summe von 24.522 Euro bereits erhalten. Haben Sie herzlichen Dank für die umgehende Unterstützung! 

Nun kämpft WARM noch gegen die Lebensmittelkrise, die die Dürre nach sich zieht. Die Lebensmittelpreise für Reis und die Preise für Diesel sind bereits deutlich gestiegen, was wiederum in eine Erhöhung der Unterhaltskosten für die Heime mündet, die WARM unterhält.

Bis Ende September sind noch 17.212 Euro für gestiegene Unterhaltskosten notwendig. Dabei hoffen wir, dass der Monsun im Juni Regen bringt und dementsprechend im September geerntet werden kann. Pro Person und Monat sind es rund 10 Euro, die aufgebracht werden müssen.

Spenden Sie jetzt

Spendenzweck: Indien Nothilfe Wasser (F 176 I)

Update 19.07.2017:

WARM veranlasste umgehend Maßnahmen, um die Notsituation einzudämmen. Die Wassernutzung wurde streng rationiert und Wasser nur aus Vorratsbehältern und großen Tonnen mit Eimern ausgegeben. Grauwasser wurde zur Bewässerung von Pflanzen verwendet.

Zugleich ließ WARM Testbohrungen durchführen, um neue Standorte für Bohrlöcher zu finden. In Arattavadi konnte nach sechs Testbohrungen ein Bohrloch erfolgreich ausgeschachtet und gesichert werden. Eine Pumpe wurde installiert. Dieses Bohrloch liefert 6.000 Liter Wasser pro Stunde.

 

Die Wasserversorgung am Projektstandort in Arattavadi ist nun für die Kinder und Heimbewohner*innen von WARM sichergestellt.

Am zweiten Standort, in Muraiyar, wurden erfolgreich Anstrengungen unternommen, ein vorhandenes Bohrloch zu vertiefen und Seitenbohrungen durchzuführen. Das Bohrloch konnte um mehr als 12ft (3,66m) vertieft werden. Nach vielen Wochen harter Arbeit konnte an den Seiten des vertieften Bohrlochs erfolgreich eine Wasserquelle freigelegt werden. Das Quellwasser des Bohrlochs dient seitdem zur Versorgung der Heimbewohner*innen und Tiere von WARM. Bei dem Quellwasser handelt es sich um Trinkwasser mit hoher Qualität. 

Die Bohrungsexperten und Brunnenbauer gehen davon aus, dass der Ertrag der Quelle ungefähr dem des Bohrloches in Arattavadi entsprechen wird. Die Wasserversorgung des Projektstandortes Muraiyar ist daher ebenfalls sichergestellt.

Durch die umgehende Unterstützung konnten die notwendigen Brunnenbohrungen und die Vertiefungs- und Seitenbohrungen durchgeführt werden, um WARM den Zugang zu seiner Wasserquelle in Arattavadi und in Muraiyar zu ermöglichen.

Zum Hintergrund:

In Südindien sind die südöstlichen und nordwestlichen Monsunregenfälle komplett ausgefallen. Die Partnerorganisation Welfare Association for the Rural Mass (WARM) der Zukunftsstiftung Entwicklung erlebt eine akute Wasserkrise.

Der Süd-West Monsun (Juni bis September) brachte weniger als 25%, und der Nord-Ost Monsun (Oktober bis Dezember), der sonst 60% der jährlichen Niederschlagsmenge ausmacht, brachte weniger als 10% des zu erwarteten Regenwassers. Viele Gebiete haben keinen einzigen Tropfen Regen während des vergangenen Jahres bekommen. Die Regierung hat die Gebiete im Süden Indiens zu Dürreregionen erklärt.

Gegenwärtig sind Teiche, Seen und 90% der Brunnen und Bohrlöcher im betreffenden Gebiet Tiruvannamalai vollkommen trocken. Die Menschen sind gezwungen, Strecken von mindestens 10 Kilometern von ihrem Dorf aus zurückzulegen, um die maximale Menge von 40 Litern Wasser zu holen. Da die Brunnen fast trocken sind und sich die unterirdischen Wasserquellen nur dürftig erholen oder sogar völlig ausgetrocknet sind, wurden Wasserverkäufe in diesen Gebieten komplett gestoppt, was große Abnehmer, wie die Einrichtungen von WARM, in hohem Maße beeinträchtigt.

WARM berichtet, dass 100 Kinder, 55 Senior*innen aus zwei Heimen, 65 Auszubildende und 120 Textilmitarbeiter*innen sowie 50 Kühe täglich nur noch einen Eimer Wasser zur Verfügung haben - zum Trinken und Waschen.

Aufgrund des knappen Wasserangebots konnten die meisten Menschen keinen landwirtschaftlichen Anbau betreiben. Und diejenigen, die mühevoll ihre Felder bestellten, haben durch die Dürre nun alles verloren. Auch bei WARM ist kein Anbau mehr möglich und 20% der Bäume sind bereits aufgrund unzureichender Bewässerung vertrocknet. Zur Fütterung des Viehs konnte nicht ausreichend Gras angebaut werden.

Der Milchertrag der Kühe verringert sich, was zu einer Rationierung der Milch für die Heimbewohner*innen führt.

Wir werden fortlaufend berichten.

Bildunterschriften:

1. Nach vielen erfolglosen Brunnenbohrungen feiern die Kinder die erste erfolgreiche Brunnenbohrung in Arattavadi.

2. Insgesamt wurden sieben aufwändige Testbohrungen in bis zu 200 Metern Tiefe durchgeführt.

3. und 4. Viele Gebiete haben keinen einzigen Tropfen Regen während des vergangenen Jahres bekommen.