Klimawandel live

Akute Wasserkrise in Südindien

Aufgrund der akuten Wasserkrise in Südindien veröffentlichten wir am 16. März einen Spendenaufruf, um die Durchführung dringend notwendiger Brunnenbohrungen umsetzen zu können. Dank einer Groß- und vieler Einzelspenden haben wir die dafür benötigte Summe von 24.522 Euro bereits erhalten. Haben Sie herzlichen Dank für die umgehende Unterstützung! 

Nun kämpft WARM noch gegen die Lebensmittelkrise, die die Dürre nach sich zieht. Die Lebensmittelpreise für Reis und die Preise für Diesel sind bereits deutlich gestiegen, was wiederum in eine Erhöhung der Unterhaltskosten für die Heime mündet, die WARM unterhält.

Bis Ende September sind noch 17.212 Euro für gestiegene Unterhaltskosten notwendig. Dabei hoffen wir, dass der Monsun im Juni Regen bringt und dementsprechend im September geerntet werden kann. Pro Person und Monat sind es rund 10 Euro, die aufgebracht werden müssen.

Update 28.04.2017:

WARM veranlasste umgehend Maßnahmen, um die Notsituation einzudämmen. Die Wassernutzung wurde streng rationiert und Wasser nur aus Vorratsbehältern und großen Tonnen mit Eimern ausgegeben. Grauwasser wird zur Bewässerung von Pflanzen verwendet.

Zugleich ließ WARM Testbohrungen durchführen, um neue Standorte für Bohrlöcher zu finden. In Arattavadi konnte nach sechs Testbohrungen ein Bohrloch erfolgreich ausgeschachtet und gesichert werden. Eine Pumpe wurde installiert. Dieses Bohrloch liefert 6.000 Liter Wasser pro Stunde.

 

Die Wasserversorgung am Projektstandort in Arattavadi ist nun für die Kinder und Heimbewohner*innen von WARM sichergestellt.

Am zweiten Standort, in Muraiyar, werden weiterhin Anstrengungen unternommen, ein vorhandenes Bohrloch zu vertiefen und Seitenbohrungen durchzuführen. Bis dahin ist WARM an diesem Projektstandort weiterhin auf den Kauf von Wasser angewiesen. Dieses Wasser kann WARM derzeit aus einem 14 km entfernten Dorf beziehen. Eine Ladung von 6.000 Litern Wasser kostet 1.000 indische Rupien (ca. 14 Euro).

WARM nutzt dazu einen Tankwagen mit einem Volumen von 6.000 Litern. Dieser wird von einem organisationseigenen Traktor gezogen. So ist es WARM möglich, selber Wasser aus der Umgebung anzukaufen und dadurch Kosten von mehr als 50% einzusparen. WARM muss lediglich das Benzin für den Traktor aufbringen.

Durch die umgehende Unterstützung konnten die notwendigen Brunnenbohrungen durchgeführt werden, um WARM den Zugang zu seiner Wasserquelle in Arattavadi zu ermöglichen. In Muraiyar sieht es derzeit so aus, als könnten die Vertiefungsbohrungen zeitnah erfolgreich abgeschlossen werden.

Zum Hintergrund:

In Südindien sind die südöstlichen und nordwestlichen Monsunregenfälle komplett ausgefallen. Die Partnerorganisation Welfare Association for the Rural Mass (WARM) der Zukunftsstiftung Entwicklung erlebt eine akute Wasserkrise.

Der Süd-West Monsun (Juni bis September) brachte weniger als 25%, und der Nord-Ost Monsun (Oktober bis Dezember), der sonst 60% der jährlichen Niederschlagsmenge ausmacht, brachte weniger als 10% des zu erwarteten Regenwassers. Viele Gebiete haben keinen einzigen Tropfen Regen während des vergangenen Jahres bekommen. Die Regierung hat die Gebiete im Süden Indiens zu Dürreregionen erklärt.

Gegenwärtig sind Teiche, Seen und 90% der Brunnen und Bohrlöcher im betreffenden Gebiet Tiruvannamalai vollkommen trocken. Die Menschen sind gezwungen, Strecken von mindestens 10 Kilometern von ihrem Dorf aus zurückzulegen, um die maximale Menge von 40 Litern Wasser zu holen. Da die Brunnen fast trocken sind und sich die unterirdischen Wasserquellen nur dürftig erholen oder sogar völlig ausgetrocknet sind, wurden Wasserverkäufe in diesen Gebieten komplett gestoppt, was große Abnehmer, wie die Einrichtungen von WARM, in hohem Maße beeinträchtigt.

WARM berichtet, dass 100 Kinder, 55 Senior*innen aus zwei Heimen, 65 Auszubildende und 120 Textilmitarbeiter*innen sowie 50 Kühe täglich nur noch einen Eimer Wasser zur Verfügung haben - zum Trinken und Waschen.

Aufgrund des knappen Wasserangebots konnten die meisten Menschen keinen landwirtschaftlichen Anbau betreiben. Und diejenigen, die mühevoll ihre Felder bestellten, haben durch die Dürre nun alles verloren. Auch bei WARM ist kein Anbau mehr möglich und 20% der Bäume sind bereits aufgrund unzureichender Bewässerung vertrocknet. Zur Fütterung des Viehs konnte nicht ausreichend Gras angebaut werden.

Der Milchertrag der Kühe verringert sich, was zu einer Rationierung der Milch für die Heimbewohner*innen führt.

Wir werden fortlaufend berichten. 

Spenden Sie jetzt

Spendenzweck: Indien Nothilfe Wasser (F 176 I)