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„Ohne Worte? – Gehörlosen Menschen eine Stimme geben “

Vortragsabend mit unseren peruanischen Projektpartnern Luz Marina und Pim Heijsters von der Asociación Holanda aus Peru.

Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, den 22.09.2015 um 18:30 Uhr im Haus der GLS Bank, Christstraße 9, 44789 Bochum.

Pedro Lora steht vor einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern in einer Schule im Norden Perus. Sie quetschen sich auf niedrigen Bänken, die normalerweise von Grundschülern gedrückt werden. Pedro Loras´ Hände wirbeln durch die Luft. Ein Tanz der Zeichen, den er geduldig immer wiederholt. In dieser Schule in Cajamarca steht Inklusionsunterricht, genauer Gebärdensprache für Lehrerinnen und Lehrer, die in ihren Klassen gehörlose Kinder unterrichten, auf dem Programm.

 Auch in Peru ist die Inklusionspolitik an Schulen eingeführt worden. Allerdings ohne jede didaktische oder materielle Unterstützung für Schulen und Lehrer/Innen. Dabei sind die Klassen an staatlichen Schulen ohnehin mit 40 – 50 Kindern sehr groß, die Ausstattung spärlich und die Lehrer mit dieser Situation überfordert. Doch diese Lehrer/innen sind hoch motiviert und wollen sich der Herausforderung, Kinder mit diesen Behinderungen zu unterrichten, stellen.

Die Möglichkeit, die Gehörlosensprache zu erlernen, haben diese Lehrer/Innen dank eines engagierten Ehepaars, Luz Marina und Pim Heijsters. Die beiden betreiben eine Eisdiele. In der Zusammenarbeit, die zunächst mit einer Mitarbeiterin begonnen hatte, lernten die beiden die Schwierigkeiten kennen, denen sich Gehörlose stellen müssen, zumal, wenn sie aus armen Familien stammen. Heute fördern sie umfassend die Ausbildung von Gehörlosen – um Kindern gute Einstiegschancen in die Schullaufbahn zu geben und Jugendlichen und jungen Erwachsenen Möglichkeiten, im Arbeitsleben ihren Platz zu finden

Ein Abend über den Tanz der Zeichen und die Frage, was Eis mit Inklusion oder emanzipativer Gesell­schaftsveränderung zu tun haben kann.

Der gehörlose Jefferson (Mitte) mit seinen Schulfreunden