Roshni Lebensgemeinschaft

Begegnung - Leben - Gestalten

Heilpädagogik zwischen Ost und West in Lahore, Pakistan

2001 zogen der deutsche Jurist Hellmut und seine pakistanische Frau und Waldorfpädagogin Shahida Perveen Hannesen gemeinsam mit ihren beiden Kindern in die aufwühlende 10 Millionen Metropole Lahore, Pakistan. Ihr Ziel war, eine Lebensgemeinschaft für Menschen mit und ohne Behinderung aufzubauen, einen Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen Islam und Christentum.

Lahore ist geprägt durch Gewimmel und Staub, voller überfüllter Straßen, voll knatternder, bunt bemalter Busse, Eselskarren, Autos, Fahrräder, Motor-Rikshaws, Mopeds und Menschen.

Am Rande dieses Trubels liegt heute die Lebensgemeinschaft. Fast mutet es an, auf eine Oase zu stoßen: Inmitten leuchtend grüner Bäume, Blumen, liegen einladend rote Backsteingebäude. Der Name des Projektes Roshni, was auf Urdu Licht bedeutet, ist fast physisch spürbar.

Gemeinsam leben und arbeiten

16 Menschen mit Behinderung leben in Roshni, zusammen mit drei Hauseltern, freiwilligen Helferinnen, Therapeuten und zwei Köchinnen. In die sozialtherapeutischen Werkstätten kommen täglich weitere 20 Menschen. Neben der Holzwerkstatt gibt es eine Biobäckerei, deren Brot in Lahore verkauft wird. Alexander Kühne, verheiratet mit einer Pakistanerin und von Haus aus organischer Landbauer, leitet den Gemüseanbau und versorgt die Tiere, die in Roshni heimisch sind. Auch die Betreuten arbeiten im Garten und auf den Feldern mit.

Green Earth Roshni School

In der Umgebung von Roshni besuchten viele Dorfkinder weder einen Kindergarten noch eine Schule. So wurde die Green Earth Roshni School gegründet. Die LehrerInnen greifen unter anderem auf Anregungen aus der Waldorfpädagogik zurück. Ziel ist die Erziehung zur Selbstständigkeit und zu umfassend gebildeten Persönlichkeiten. Heute lernen mehr als 100 Schülerinnen und Schüler in der Schule.

Roshni wird auch in Lahore immer bekannter. Mitunter auch durch unkonventionelle Ereignisse. So gewann Nida Bilal, eine der jungen Betreuten, die täglich in die Werkstätten kommt, den landesweiten Wettbewerb „Art Beat Competition“ mit ihren strahlenden und anrührenden Bildern. Sie reiste eigens mit ihrer Mutter nach Islamabad, um diesen Preis in Empfang zu nehmen.

 

 

 

 

 


2011 kam das Gründerehepaar Hannesen zurück nach Deutschland und setzt sich nun von hier aus für Roshni ein, denn die Betreuten kommen weit überwiegend aus sehr armen Familien. Deshalb ist Roshni auf Spenden angewiesen. Für die Betreuung in der Lebensgemeinschaft sind pro Person und Monat 60,- Euro erforderlich.

 

Bildunterschriften:
1. Das Gebäude der Roshni Lebensgemeinschaft ist von einem Garten umgeben.
2. Die Bäcker verpacken ihr Brot für den Verkauf in Lahore.
3. Schülerinnen der Green Earth School
4. Ein Bild, mit dem Nida Bilal bei der "Art Beat Competition" antrat.