Peru: Kindergarten Wawa Munakuy




Das Dorf Andahuayhillas in Peru

Die Republik Peru liegt im Westen Südamerikas und ist auf  diesem Kontinent das Land mit der höchsten Analphabetenrate. Von den 30 Millionen EinwohnerInnen wohnt allein ein Drittel in der Hauptstadt Lima, in deren Randregionen sich aufgrund der Landflucht große Slumsiedlungen gebildet haben. 26 Prozent der Menschen leben hier unter der Armutsgrenze.Peru ist eines der Länder mit dem größten Anteil indigener Bevölkerung, ca. 50 Prozent. Neben Spanisch werden noch die indigenen Sprachen Quechua und Aymara gesprochen.Das kleine Dorf  Andahuaylillas liegt etwa eine Stunde von der Provinzhauptstadt Cusco entfernt in den zentralen Hochanden im sogenannten Heiligen Tal.


Der Kindergarten Wawa Munakuy

Im Jahr 2000 gründeten Julio Herrera und Lucy Terrazas das Q‘ewar Projekt, das heute ca. 50 Frauen in Andahuaylillas einen festen Arbeitsplatz bietet. In Handarbeit werden hier Spielzeugpuppen aus Naturmaterialien hergestellt, die an Einzelpersonen und Firmen auf der ganzen Welt verkauft werden. Die Puppen ermöglichen damit den Frauen und dem Projekt ein Einkommen. So wird die Bereitschaft, in die Slums der Großstädte abzuwandern, gemindert und das Verantwortungsgefühl und Selbstvertrauen der Frauen gestärkt.
Seit 2006 gibt es den Wawa Munakuy Waldorf-Kindergarten, in dem 24 Kinder aus dem Ort in zwei Gruppen betreut werden. Die Kinder sind zwischen drei und fünf Jahren alt. In einer Gruppe arbeiten jeweils eine ausgebildete Erzieherin mit Unterstützung einer Freiwilligen. Einige Kinder sprechen ausschließlich Qechua und haben nur im Kindergarten die Möglichkeit, Spanisch zu lernen.
Der Kindergarten ist als einziger im Dorf kostenfrei und finanziert sich über den Puppenverkauf sowie Spendengelder, so dass auch die ärmsten Familien ihren Kindern diese Erziehung ermöglichen können. Die Eltern leisten einen Beitrag in Form von Lebensmittelspenden oder übernehmen zum Beispiel Reinigungsaufgaben.
Der wöchentliche Ablauf ist fest strukturiert, was den Kindern ein stabiles Umfeld für die individuelle Entwicklung bietet. Die täglichen Aktivitäten beinhalten eine für die Kinder erfassbare Nachhaltigkeit. So wird z.B. montags Brot für die ganze Woche gebacken und dienstags Gartenarbeit im Außenbereich geleistet, wozu die Ernte von Früchten und die Bewässerung der Pflanzen zählen.
Die Kreativität der Kinder wird neben dem Modelieren mit Wachs und  Handarbeit durch die Musikstunde donnerstags gefördert, für die ein professoneller Musiklehrer engagiert ist. Entsprechend der Waldorfpädagogik werden wiederkehrende Handlungen der Kinder durch themenbezogene Lieder begleitet.

Die Erzieherinnen treffen sich wöchentlich gemeinsam mit dem Musiklehrer und der Direktorin im Rahmen einer Konferenz. Es werden Lieder zu den Aktivitäten geübt sowie durch fachliche Lektüre das Verständnis für die Waldorfpädagogik und die Entwicklung des Kindes vertieft.
Die Erzieherinnen nehmen außerdem in den Ferien an Fortbildungen in Waldorf-Pädagogik in Cusco teil.


Ein Tag im Kindergarten

Um 8:00 Uhr morgens öffnet der Kindergarten seine Türen. Die Kinder geben ihre mitgebrachten Früchte ab und dürfen zu Beginn frei spielen. In dieser Zeit wird das Frühstück vorbereitet, wobei die Kinder beim Kartoffeln pellen, Obst schneiden oder Getreidemahlen helfen dürfen.
Um 9:00 Uhr wird aufgeräumt und ein Kreis gebildet für den „Reigen“, bei dem die Sonne, die Erde und alle Kinder begrüßt werden. Mit kleinen Liedchen wird in den Tag gestartet. Es folgt die tagesbezogene Aktivität; im Anschluss wird gefrühstückt. Die Kinder trocknen selbst ihr Geschirr ab und putzen sich die Zähne, bevor es dann in den Außenbereich zum freien Spiel geht.
Um 12:30 Uhr wird der Außenbereich aufgeräumt, die Kinder waschen sich Gesicht und Hände und sie werden gekämmt. Als Abschluss wird ein Märchen erzählt und es gibt für jedes Kind ein selbstgebackenes Brötchen.
Um 13:00 Uhr werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt.


Wie gestaltet sich die Patenschaft?

Die Patenschaft ist für den Zeitraum des Kindergartenbesuches gedacht. Dieser beläuft sich  in der Regel auf drei Jahre. Eine Patenschaft kann bei Bedarf jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden. Wir bitten um rechtzeitige Information, damit wir Ausgleich schaffen und einen neuen Paten/eine neue Patin suchen können.
Das Vertrauen, das aus langjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist, und die Wahrnehmung des Engagements der Erzieher/Erzieherinnen sind Grundlage unserer Kooperation.

Die Patenschaft kostet 31 Euro im Monat. Darin enthalten sind Gelder für den Unterhalt des Kindergartens, Bastel- und Malmaterialien und Lebensmittel für das Frühstück und andere Aktivitäten. Sie erhalten mindestens zweimal jährlich Post vom Kindergarten Wawa Munakuy. Sie können mitverfolgen, wie sich das Kind entwickelt. Nach vorheriger Abstimmung ist auch ein Besuch
vor Ort möglich. Bei den Vorbereitungen dazu sind wir gerne behilflich.

 


Kontakt zum Patenkind

Jeder Pate/Jede Patin erhält mindestens einmal im Jahr einen persönlichen Brief des Patenkindes mit selbstgemaltem Bild und einem Foto. Der Brief wird von der Erzieherin verfasst und ist in Spanisch geschrieben (eine Übersetzung durch uns ist kostenlos möglich, wir bitten um einen Hinweis).

Einmal pro Jahr gibt es einen Kindergartenbericht, durch den Sie die Entwicklung des Kindergartens innerhalb eines Jahres mitverfolgen können.

Briefe an die Kinder können Sie kostenlos über uns leiten, das macht die Zustellung sicherer.



Einem Kind den Besuch des Kindergartens Wawa Munakuy ermöglichen Patenschaft übernehmen