Escola Básica de Resiliencia Horizonte Azul



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Die Escola BasicaWie gestaltet sich die Patenschaft?Kontakt zum Patenkind

 

 

Bis 1985 noch Militärdiktatur und ehemalige portugiesische Kolonie, ist Brasilien heute eine Republik mit einem präsidialen System. Als fünftgrößter Staat der Erde hat Brasilien über 205 Millionen Einwohner, mit einer durschnittlichen Lebenserwartung von 71,4 Jahren. 32 Millionen Menschen leben in absoluter Armut, in den Armenvierteln der großen Städte und Metropolen, den Favelas.

Die Escola Basica liegt in einer Favela in Sao Paolo. In der Umgebung der Escola Basica leben rund 30.000 Menschen. Neben der Escola Basica gbt es nur zwei Grundschulen und eine weiterführende Schule, sodass dort die Klassen enorm groß sind. Schüler verlassen das staatliche Schulsystem häufig als funktionale Analphabeten oder brechen die Schule vorzeitig ab. Die Familien im Einzugsgebiet der Schule sind meist arm. Die Eltern arbeiten oft als Tagelöhner, die Väter als Handwerker, die Mütter als Hausangestellte. Der Verdienst reicht wenn überhaupt nur knapp für den Lebensunterhalt und die Miete. Viele Eltern sind auch arbeitslos. Für alle Familien ist es kaum möglich, für das Schulgeld ihrer Kinder aufzukommen.


Die Escola Básica

Das pädagogische Konzept der Schule beruht auf dem Lehrplan für Waldorfschulen. Sie ist staatlich anerkannt, erhält aber keine öffentlichen Fördergelder und ist ausschließlich auf Spenden angewiesen. Die Schule wird Schritt für Schritt weiter ausgebaut, sodass jedes Jahr eine Klasse hinzukommt, bis schließlich das letzte Grundschuljahr in der fünften Klasse erreicht sein wird.

Aktuell werden 120 Kinder im Kindergarten und den fünf Klassen unterrichtet. Jede Klasse hat einen Klassenlehrer und einen Erzieher, die das Seminar der Waldorfpädagogik der Associação Comunitária Monte Azul besucht haben. Die Schule unterrichtet neben anderen Fächern auch Deutsch, Englisch, Flöte, Werken und Eurythmie. Die Schule hat einen großen Schulgarten, dessen Erträge für die Schulküche genutzt werden.

Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer

Alle Lehrerinnen und Lehrer der Schule sowie die Eltern der Kinder nehmen an Fortbildungen in Waldorf-Pädagogik teil. Diese Fortbildung heißt "Mainumbi" und findet im zweiwöchentlichen Wechsel für die Lehrerinnen und Lehrer sowie für die Eltern statt.

Ein Tag an der Schule

Um 7:30 Uhr beginnt der gemeinsame Tag mit einem kleinen Obstfrühstück, wonach der Morgenspruch aufgesagt, gesungen und getanzt wird. Anschließend setzen sich die Schülerinnen und Schüler im Kreis zusammen, um sich an den Unterricht des vorherigen Tages zu erinnern. Wenn dieses Morgenritual beendet ist, fängt die erste der Unterrichtseinheiten an. Diese Einheit hat jeden Monat einen anderen thematischen Schwerpunkt. Nach einem zweiten Frühstück um 9:30 Uhr und einer ausgiebigen Spielpause folgt die zweite Unterrichtseinheit, in der täglich wechselnd Spanisch, Englisch, Sport und handwerkliche Fähigkeiten unterrichtet und geübt werden.

Um 12 Uhr wird gemeinsam aufgeräumt und das Mittagessen vorbereitet. Den Lehrerinnen und Lehrern ist es sehr wichtig, dass die Kinder ein Bewusstsein für ihre Ernährung entwickeln und den Weg ihrer Nahrungsmittel vom Gemüsegarten bis zum fertig zubereiteten Essen verfolgen. Im Schulgarten lernen die Kinder daher unter anderem den Anbau verschiedener Hülsenfrüchte und Getreide, so auch den Anbau von Reis und Bohnen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und dem darauffolgenden Zähneputzen folgt die gemeinsame Freizeitgestaltung und freies Spiel auf dem großen Außengelände. In dieser Zeit wird Spielzeug gebaut und gebastelt, gegärtnert und Maniok gepflanzt, Obst geerntet, das Haus verschönert und gepicknickt.


Wie gestaltet sich die Patenschaft?

Die Patenschaft ist für den Zeitraum des Schulbesuchs gedacht, zurzeit bis zum Ende der fünften Klasse. Eine Patenschaft kann bei Bedarf jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden. Wir bitten um rechtzeitige Information, damit wir Ausgleich schaffen und einen neuen Pat*in suchen können.

Das Vertrauen, das aus langjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist, und die Wahrnehmung des Engagements der Lehrer*innen und der Betreuer*innen sind Grundlage unserer Kooperation. Die Schule wird jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern vor Ort geprüft.


Kontakt zum Patenkind

Jeder Pate/Jede Patin erhält mindestens einmal im Jahr einen persönlichen Brief des Patenkindes mit einem Foto. Der Brief ist in Portugiesisch geschrieben (eine Übersetzung durch uns ist kostenlos möglich, wir bitten um einen Hinweis). Bei jüngeren Kindern wird der Brief von dem Lehrer/der Lehrerin verfasst.

Einmal pro Jahr gibt es einen Schulbericht, durch den Sie die Entwicklung der Schule innerhalb eines Schuljahres mitverfolgen können.

Briefe an die Kinder können Sie kostenlos über uns leiten, das macht die Zustellung sicherer.

Nach vorheriger Abstimmung ist auch ein Besuch vor Ort möglich. Bei den Vorbereitungen dazu sind wir gerne behilflich.

 

Bildunterschriften:
1. Kinder der zweiten Klasse mit einigen aus der Dritten
2. Ein Mädchen beim Töpfern
3. Die Schülerinnen und Schüler im täglichen Gruppenkreis