Rechtsform



Präambel

Die Zukunftsstiftung Entwicklung hat sich in gemeinsamer Arbeit mit ihren Projektpartnern eine fundierte Kenntnis über die Ursachen von Armut, Hunger und Not und die zugrundeliegenden naturbedingten und sozioökonomischen Zusammenhänge weltweit erarbeitet.

Sie fördert

  • Menschen, um sie in die Lage zu versetzen, ihre Lebensverhältnisse unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen und individuellen Bedürfnisse eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten.
  • Ansätze, um die hierarchischen Sozialordnungen durch selbstbestimmte und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe - gerade von Frauen - in allen Lebensbereichen zu ersetzen.
  • Arbeits- und Lebensverhältnisse, die unter Beachtung ökologischer Notwendigkeiten und auf der Grundlage assoziativer Wirtschaftsbeziehungen dauerhaft Regionalstrukturen aufbauen.

Bei einer so verstandenen Entwicklungszusammenarbeit strebt sie auch in Zukunft die Kooperation mit Partnern an, die sich für kulturelle Identität und Freiheit im Geistesleben, für die Gleichheit im Rechtsleben und für Solidarität und Teilhabe in einem ökologischen und sozialen Wirtschaftsleben weltweit einsetzen.

Ziel ist, mit Hilfe dieser Zusammenarbeit Grundlagen für eine freie und breite Entfaltung individueller Persönlichkeiten in ihren sozialen und kulturellen Lebensumfeldern zu schaffen.


§ 1 Name, Rechtsform, Sitz
  1. Die Stiftung führt den Namen Zukunftsstiftung Entwicklung.
  2. Sie ist nicht rechtsfähig und wird von der GLS Treuhand­ e.V. in Bochum treuhänderisch verwaltet.
  3. Die Stiftung hat ihren Sitz in Bochum.
  4. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 2 Ziele und ihre Verwirklichung

(1) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Sie ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel der Stiftung dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Der Treuhänder und die Organpersonen des Treuhänders und der Stiftung erhalten in ihrer Eigenschaft als solche keine Zuwendungen aus Mitteln der Stiftung. Es darf keine Person durch Ausgaben, die den Zwecken der Stiftung fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

(2) Ziele der Stiftung sind insbesondere die

a) Entwicklungszusammenarbeit

b) Förderung der Erziehung sowie der Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studienhilfe im In- und Ausland,

soweit diese mit den in der Präambel zur Stiftungssatzung beschriebenen Zweckverwirklichungen übereinstimmen.

(3) Zur Verwirklichung der Satzungsziele wird die Stiftung:

a) Projekte der Entwicklungszusammenarbeit fördern und begleiten, die selbstbestimmte und partizipatorische Lebensformen sowie Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen; 

b) Hilfeleistungen gewähren und vermitteln für Menschen, die in Armut, Hunger und Not leben. Solche Hilfen können auch in der Ermöglichung des Schulbesuchs (beispielsweise durch Patenschaften), beruflicher Bildung, einkommensschaffender Maßnahmen und in Vorhaben der Gesundheitsfürsorge und der Wohlfahrtspflege bestehen;

c) Informationen und Bildung vermitteln und Öffentlichkeitsarbeit betreiben zur Förderung und Entwicklung neuer Leitbilder auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit unter Berücksichtigung der vorhandenen Benachteiligungen der in armen Ländern lebenden Menschen und zur Überwindung von Armut, Hunger und Not auf der Welt.

Vor allem in ökologischen Landwirtschafts- und überschaubaren Gewerbebetrieben wird die Grundlage für eine nachhaltige Existenzbegründung und -erhaltung gesehen, unter Einbeziehung traditioneller und kultureigener Ausgestaltungsformen.

Die Stiftung arbeitet zusammen mit anderen Einrichtungen, die im In- oder Ausland als besonders förderungswürdig anerkannt sind und gemeinnützige Zwecke auf dem Gebiete der Entwicklungszusammenarbeit oder Bildung verfolgen.

(4) Als Mittel zur Verwirklichung ihrer Zwecke kann die Stiftung Zuwendungen aus dem Stiftungskapital, den Kapitalerlösen, den Zustiftungen, Erträgen, Zuschüssen und Spenden machen und Darlehen vergeben, insbesondere auch solche, die sich von einer gewerbsmäßigen Kreditvergabe dadurch unterscheiden, dass die Vergabe zu günstigeren Bedingungen erfolgt als zu den allge­meinen Bedingungen am Kapitalmarkt (z.B. Zinslosigkeit, Zinsverbilli­gung, als Unterstützungseinlage). Als Mittel zur Verwirklichung ihrer Zwecke kann die Stiftung ferner Mittel einer anderen gemeinnützigen Körperschaft zuwenden. Die steuerrechtlichen Bestimmungen für gemeinnützige Körperschaften sind zu beachten.


§ 3 Organe der Stiftung

Organe der Stiftung sind

  • der Stiftungsrat und
  • die Geschäftsführung.

§ 4 Stiftungsrat

(1) Der Stiftungsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sieben Personen. Der erste Stiftungsrat wird durch den Vorstand der GLS Treuhand e.V. berufen.

Die Mitglieder des Stiftungsrates üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Sie haben Anspruch auf Ersatz ihrer Auslagen. Daneben können Sitzungsgelder gezahlt werden. Hierüber entscheidet der Stiftungsrat im Einvernehmen mit der Geschäftsführung unter Beachtung der Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechtes und der Stiftungszwecke.

(2) Die Mitglieder des Stiftungsrates werden von den Mitgliedern des Stiftungsrates selbst im Einvernehmen mit der Geschäftsführung für einen Zeitraum von drei Jahren bestellt. Eine erneute Bestellung von Mitgliedern des Stiftungsrates ist zulässig. Mitglieder des Stiftungsrates haben kein Stimmrecht soweit es um ihre eigene Wiederwahl geht. Sie nehmen auch im Übrigen an Abstimmungen nicht teil, die sie selbst betreffen.

Kommt der Stiftungsrat seiner Verpflichtung zur rechtzeitigen Neubestellung von Stiftungsratsmitgliedern nicht nach oder kann er sich nicht mit der notwendigen Stimmenmehrheit für eine Wahl entscheiden oder ist er insgesamt weggefallen (zurückgetreten), entscheidet der Treuhänder gemeinsam mit der Geschäftsführung über die Neubestellung von Mitgliedern des Stiftungsrates.

Nach Ablauf der Amtszeit der Mitglieder des Stiftungsrates bleiben diese bis zur Bestellung ihrer Nachfolger im Amt.

Mitglieder des Stiftungsrates scheiden aus ihrem Amt aus, wenn sie die Belange der Stiftung nicht mehr fördern können oder wollen.

(3) Der Stiftungsrat legt die Leitlinien der Geschäftspolitik fest und berät über die Kriterien des Einsatzes und der Vergabe von Stiftungsmitteln.

Über den Einsatz und die Vergabe von Stiftungsmitteln selbst beschließt die  Geschäftsführung (§5) in eigener Verantwortung unter Beachtung der gemeinnützigen Zielsetzungen der Stiftung und der GLS Treuhand e.V.

Zu den weiteren Aufgaben des Stiftungsrates gehört es, initiativ und werbend für die Stiftung tätig zu werden, insbesondere um auf diese Weise der Stiftung Mittel zuzuführen.

Die Geschäftsführung legt dem Stiftungsrat den Jahresabschluss jährlich zur Feststellung vor. Aufgabe des Stiftungsrates ist die Beschlussfassung über den Jahresabschluss und die Entlastung der Geschäftsführung.

(4) Der Stiftungsrat beschließt über Satzungsänderungen und über einen evtl. Rechtsformwechsel in eine rechtlich selbstständige Stiftung jeweils im Einvernehmen mit der GLS Treuhand e.V.

(5) Der Stiftungsrat kann im Einvernehmen mit dem Vorstand der GLS Treuhand e.V. die Auflösung der Stiftung beschließen, wenn die Umstände es nicht mehr zulassen, dass der Stiftungszweck nachhaltig erfüllt wird.

(6) Der Stiftungsrat ist beschlussfähig, wenn zu den Sitzungen unter Einhaltung einer Frist von mindestens zwei Wochen schriftlich oder per Telefax oder fernmündlich eingeladen worden ist. Er fasst Beschlüsse einmütig. Ist trotz intensiver Bemühungen eine einmütige Beschlussfassung nicht möglich, entscheidet der Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit der Stimmen der anwesenden Mitglieder des Stiftungsrates und der Geschäftsführung.

An den Sitzungen nehmen die Geschäftsführer mit Stimmrecht teil, sofern nicht der Stiftungsrat im Einzelfall aus besonderem Grund ohne die Geschäftsführer beraten will.

(7) Der Stiftungsrat kann im Ausnahmefall und im Einvernehmen mit der Geschäftsführung Beschlussfassungen im schriftlichen Umlaufverfahren treffen, wenn diesem Verfahren kein Mitglied des Stiftungsrates widerspricht.

(8) Die Sitzungen des Stiftungsrates finden in der Regel am Sitz der Stiftung statt.

(9) Im Übrigen gibt sich der Stiftungsrat im Einvernehmen mit der Ge­schäftsführung eine Geschäftsordnung selbst.


§ 5 Geschäftsführung

Die Geschäftsführung und Vertretung der Stiftung obliegen der GLS Treuhand e.V. als treuhänderischem Eigentümer des Stiftungsvermögens. Sie ist von den Be­schränkungen des § 181 BGB befreit. Die GLS Treuhand e.V. bestellt die Geschäftsführer der Stiftung im Einvernehmen mit dem Stiftungsrat. Die Geschäftsführer üben ihre Tätigkeit hauptamtlich aus. Sie erhalten hierfür eine angemessene Vergütung. Änderungen im Arbeitsverhältnis können ebenfalls nur im Einvernehmen mit dem Stiftungsrat erfolgen.


§ 6 Stiftungsöffentlichkeit und Transparenz

Der Stiftungsrat und die Geschäftsführung streben eine größtmögliche Transparenz und Öffentlichkeit an.

Zu diesem Zweck werden die Stifterinnen und Stifter und an der Stiftungstätigkeit interessierte Menschen über die Stiftungstätigkeiten informiert, u.a. über einen regelmäßig erscheinenden Rundbrief.

Die Geschäftsführung wird jährlich eine Sitzung einberufen, zu der neben den Mitgliedern des Stiftungsrates Stifter/innen und Spender/innen eingeladen werden.

Aufgabe dieser Zusammenkunft ist die Entgegennahme der Jahresberichte von Stiftungsrat und Geschäftsführung sowie die Ideenbildung und Konzeptentwicklung zur Unterstützung der Stiftungsziele.

Der Stiftungsrat und die Geschäftsführung werden gegebenenfalls zu weiteren Sitzungen und Projektbesprechungen einladen, damit einzelne Themen der Entwicklungszusammenarbeit erörtert und vertieft werden und weitere Impulse für die Stiftungstätigkeit entstehen können.


§ 7 Anfall des Stiftungsvermögen und Ermächtigung der Geschäftsführung

Bei Auflösung der Stiftung oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen der Stiftung an die GLS Treuhand e.V., Bochum, die es ausschließlich und unmit­telbar für Zwecke gem. § 2 dieser Satzung oder für andere gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat.

Die Geschäftsführer sind ermächtigt, Satzungsänderungen, die von Gerich­ten und Behörden angeregt werden und die Grundsätze der Satzung nicht berühren, allein zu beschließen und durchzuführen.