Nepal: Erdbeben

Bilanz der Hilfe – das haben Sie mit ermöglicht!

Am 25. April 2015 bebte die Erde in Nepal mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala. 9.000 Menschen starben, ca. 23.000 Menschen wurden verletzt. Am 12. Mai bebte die Erde erneut, dieses Mal mit einer Stärke von 7,3. Dank der Förderung von 1.974 Spenderinnen und Spendern und 940.000 Euro (30.11.2015) konnten wir die Nothilfe und erste Wiederaufbauhilfen unserer neun Partner massiv unterstützen. Danke!                                   

Mit Ihren Spenden erreichten unsere Partnerorganisationen, dass:

1  ca. 20.000 Familien Lebensmittel (u.a. 492.000 kg Reis und 25.000 kg Linsen) erhielten;

 

 

 

 

 

 

2 15.000 Decken, ca. 10.000 Zelte und ca. 21.000 Kleidungsstücke verteilt werden konnten;

3  über zwei Wochen lang täglich ca. 25.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser aus Tanklastzügen versorgt wurden, bis defekte Leitungssysteme repariert waren;

4 über 3.500 Häuser mit Wellblechen repariert wurden;

 

 

 

 

 

5 über 30 erdbebensichere Modell-Bambushäuser gebaut wurden;

6 über 35.000 Schüler/innen Schuluniformen bekamen;

 

 

 

 

 

7 dutzende Schulen behelfsmäßig instand gesetzt wurden;

8 ein mehrstöckiges Modell-Plastikflaschenhaus von Freiwilligen gebaut wurde;

9 drei Wasserfiltersysteme bei drei Organisationen täglich 3.600 Liter sauberes Wasser produzieren – auch für die Nachbarschaft;

 

 

 

 

 

10 28 Wasserfiltersysteme für Nachbarschaftsgruppen in Bhaktapur etabliert werden konnten;

11 162 Frauen Zuflucht im Mutterhaus fanden, gesunde Kinder gebaren und medizinische Versorgung erhielten;

 

 

 

 

 

12 sechs große Gesundheitscamps in abgelegenen Gegenden realisiert werden konnten;

13 die Erdbebenschäden am Heimgebäude für Kinder von Strafgefangenen repariert werden konnten;

14 vier gechickte Schreiner eine sechsmonatige Ausbildung in traditioneller Schnitzkunst zur Reparatur buddhistischer Tempelanlagen erhalten;

15 zwei buddhistische Tempelanlagen aus dem 14. Jahrhundert „winterfest“ geschützt werden können;

16 ein einsturzgefährdeter buddhistischer Tempel wieder aufgebaut wird;

17 mit 100.000 Euro ein Fonds bei der KunsthandwerkerInnengenossenschaft ACP zur Teilfinanzierung des selbstorganisierten Wiederaufbaus von Genossenschaftsmitgliedern initiiert werden konnte, deren Häuser zusammengebrochen sind. Die US-amerikanische Ford Foundation steuerte weitere 300.000 Euro zum Fonds hinzu.

Die Schattenseiten

Unsere Partner haben einen unendlich großen persönlichen Einsatz gezeigt. Mehrfach kamen sie deutlich an ihre Grenzen. So zum Beispiel, als ein Helikopter, der drei Ärzte und zwei Krankenschwestern sowie einen Mitarbeiter der Frauenunion von einem Gesundheitscamp in den Bergen nach Kathmandu zurückflog, abstürzte und alle Menschen an Bord starben. Als die erste Hilfswelle kaum beendet war und das zweite Erdbeben stattfand, dann über Wochen immer wieder Nachbeben auftraten, halfen vielen unserer Partner nur ihre gemeinschaftlich getragenen Aktionen und Arbeiten, um durchzuhalten. Als die nepalesische Regierung ankündigte, die Spendengelder in einem staatlichen Nothilfefonds zu sammeln, kam es zu massiven Protesten im In- und Ausland. Glücklicherweise sind unsere Partner nicht von dieser Maßnahme betroffen. Oder, als in einem Fall, UPS in Gemeinschaft mit indischen Zollbehörden die Sendung von 24 Solarpanelen nur mit Korruptions-Bakschisch freigeben wollte. Oder, als die nepalesische Regierung eine nationale Wiederaufbauagentur einrichtete, die koordinieren und alle Pläne des Wiederaufbaus absegnen sollte. Diese Wiederaufbauagentur ist bis heute aufgrund politisch-parlamentarischer Streitigkeiten handlungsunfähig (Stand: Oktober 2015). Im Juni fand eine internationale Geberkonferenz für Nepal statt. Vier Milliarden Euro wurden versprochen. Bislang hat die Regierung jedoch keinen Cent des Geldes angefordert. Parlamentarische Streitigkeiten im Kontext der Verabschiedung einer neuen nepalesischen Verfassung legten die Regierung lahm.

Unsere Partner arbeiten mit lokalen Gemeindevertretern jenseits der großen Politik. Auch hier treffen sie auf bürokratische Schwierigkeiten, die sie bislang aber mit großem Einsatz und Zähigkeit überwinden konnten. Derzeit (Mitte Oktober 2015) hat Indien die Grenzen nach Nepal geschlossen, was massive Einschnitte in der generellen Versorgung – auch mit Kraftstoffen – mit sich bringt. Nepal lahmt buchstäblich. Alle Schritte sind unendlich mühsam.

Es sind die Schattenseiten. Trotz all dieser Schwierigkeiten, der Erschöpfung, der zerstörten Straßen, Monsun-Schlammpisten und Bergrutsche, setzen sich die Menschen unserer neun Partnerorganisationen energisch ein und halten an dem Ziel fest, ihr Land wiederaufzubauen.

Wie es mit dem Wiederaufbau weiter geht, erfahren Sie hier.