Indien: Überschwemmung

Klimawandel live: Überflutung in Südindien

Der Bundesstat Tamil Nadu in Südindien leidet seit zehn Jahren an extremer Dürre, denn die Monsunregen fallen immer geringer aus. In den letzten drei Jahren hat es in einigen Gebieten gar nicht mehr geregnet. In diesem Jahr ist alles anders: Seit Beginn des Monsuns in der ersten Oktoberwoche hat es nicht mehr aufgehört zu regnen. Das ausgetrocknete Land ist nicht in der Lage, die Wassermassen auf zu nehmen. So kommt es weiträumig zu schweren Überschwemmungen.

Chennai, die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadus und viert-größte Stadt des Landes ist zu großen Teilen überflutet. Besonders hart getroffen ist jedoch die arme Landbevölkerung: Fast 100.000 Hektar bestelltes Land sind zerstört, die Reis-, Linsen-, Zuckerrohr-, Ölsaat-, und Baumwollernten sind komplett vernichtet.

Laut Presseangaben sind bisher mehr als 450 Personen Opfer der Fluten geworden. 26.500 Menschen haben ihre Behausung verloren. Sie werden in Notunterkünften in Schulen und öffentlichen Gebäuden untergebracht. Nicht nur Häuser, auch alle weiteren Besitztümer sind von den Fluten verschluckt worden. Kleidung, Lebensmittel, Medikamente auch Schulmaterialien – die Regierung hat die Halbjahresexamen an den noch funktionsfähigen Schulen ausgesetzt.

In den betroffenen Regionen herrscht Knappheit an sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln – die Regierung ist bisher nicht in der Lage, Hilfsgüter zu den Menschen zu bringen. 142 Dörfer in Cuddalore und 84 in Thiruvannamalai sind von jeder Verkehrsanbindung abgeschnitten.

Viele der betroffenen Menschen leben im Küstengebiet und haben durch den Tsunami in 2005 bereits alles verloren. Nach zehn Jahre Dürre trifft sie jetzt erneut eine Naturkatastrophe. Und es regnet weiter.

Unsere Partnerorganisation WARM hat schon nach dem Tsunami Nothilfe geleistet. Nun möchten sie sich um 500 Familien aus ihren Projektgebieten Thiruvannamalai und Cuddalore kümmern, die ihre Ernten, Tiere oder Häuser verloren haben. Sie möchten die betroffenen Familien mit Nahrungsmittelhilfe, Bettzeug für die Notunterkünfte und Kleidungsstücken versorgen. Pro Familie sind ca. 45 Euro notwendig.

Spendenzweck: Klimafonds F 121 I